Daniel Benske überlässt nichts dem Zufall

EHC-Manager Carsten Billigmann (links) hat mit Daniel Benske den Trainer für den EHC „Die Bären“ 2016 gewonnen, der ganz oben auf seiner Wunschliste stand.

Es ist der Abend des Heimspiels gegen die Soester EG. Daniel Benske geht hinter dem Neuwieder Icehouse mit einem grauen Kapuzenpullover in der Hand entlang. Ein Pullover, den er Minuten später übergezogen hat. Zunächst eigentlich nur zu Zwecken eines ersten Pressefotos. Aber dann entledigt sich der 36-Jährige seiner neuen Kleidung an diesem Abend überhaupt nicht mehr. Benske fühlt sich wohl in diesem Outfit, mit dem er Farbe bekennt: Der Bärenkopf des Eishockey-Regionalligisten EHC „Die Bären“ 2016 auf der Brustseite macht deutlich, dass sich hier jemand auf seine künftige Aufgabe freut. Rund vier Stunden später hat der neue Trainer der Neuwieder dann seinen ersten öffentlichen Auftritt, und der Eindruck, dass er Feuer und Flamme ist, bestätigt sich. Im Vip-Raum gibt Manager Carsten Billigmann, zuletzt mit Andreas Halfmann interimsweise hinter der Bande im Einsatz, den Trainer-Staffelstab weiter an seinen Wunschkandidaten, der bis vor kurzem den Neusser EV betreute.
Bei Daniel Benske gibt es nur ganz oder gar nicht. Mit Akribie hat er sich auf seinen neuen Job vorbereitet, zwei Tage vor dem besagten Soest-Heimspiel redete er bis gegen Mitternacht mit den EHC-Verantwortlichen über das, was er ab dem 1. Januar erwartet und umgekehrt auf ihn zukommt. „Wir haben uns für ihn entschieden, weil seine Mentalität zu uns passt. Daniel ist ein Arbeiter“, charakterisiert Billigmann den Neuen.
Mannschaften dieses Daniel Benske sind unnachgiebig, weil er eine große Portion Hartnäckigkeit vorlebt und diese auch seinen Teams eintrichtert. „Natürlich spielt die individuelle Klasse eines Spielers im Eishockey eine Rolle, aber auf Namen lege ich keinen Wert. Auf Einsatz und Engagement kommt es an. Ich erwarte von mir, dass ich 120 Prozent gebe und eine gewissenhafte Vorbereitung leiste. Genau das verlange ich auch von meinen Spielern. Wenn ich sehe, dass jemand nur 80 oder 90 Prozent abruft, flippe ich aus. Solche Spieler haben ein erhebliches Problem mit mir. Natürlich kann man ein Spiel verlieren, aber dann darf man sich nicht den Vorwurf machen, nicht alles gegeben zu haben. Hier geht es nicht um Namen, nicht um Benske oder einzelne Spieler, sondern über allem steht der Verein“, sagt der Inhaber eines Malerfachbetriebs. Der frühere Torhüter, der im Jugendbereich für den Neusser EC, die Krefeld Pinguine und die Düsseldorfer EG sowie später für die Ratinger Ice Aliens spielte, dann bereits im Alter von 25 Jahren die aktive Laufbahn beendete, um als Schiedsrichter tätig zu werden und im Jahr 2011 hinter die Bande auf die Trainerbank wechselte, überlässt nichts dem Zufall. Ein Arbeiter weiß schließlich, dass der Erfolg nicht vom Himmel fällt, sondern das Ergebnis von Herzblut und Schweiß ist. „Ich will mit meiner Mannschaft nicht irgendwie eine Top-Platzierung erreichen, sondern mir diese mit Leistung verdienen.“ Dazu passt die Philosophie, auch auf dem Eis selbst die Initiative zu ergreifen. „Wir wollen das Spiel kontrollieren, und dafür brauchen wir zwei Systeme: eine gezielt auf Angriff und eine mit der Konzentration auf Defensive. Dass das nicht von heute auf morgen geschehen kann, ist klar. Deshalb verfolgen wir einen Zweijahresplan. Ich komme nicht für etwas Kurzfristiges nach Neuwied.“
Während seiner Zeit in Neuss, wo Benske als Co.-Trainer von Andrej Fuchs amtierte und nach dessen Ausscheiden die Mannschaft zuletzt eigenverantwortlich führte, hatte er in Neuwied nie viel zu bestellen. Der NEV musste sich dem EHC stets beugen. „Jetzt will ich mit unseren Fans und dem Umfeld im Rücken natürlich so viele Spiele wie möglich gewinnen“, sagt der C-Schein-Inhaber, der am 5. Januar in Lauterbach seinen Einstand gibt, dann zwei weitere Auswärtsspiele in Dinslaken sowie Herford vor Augen hat und am Sonntag, 14. Januar, gegen Meister Hamm erstmals im Icehouse den Platz auf der Bank der Heimmannschaft einnimmt. Auf der Seite, der Daniel Benske bislang immer gratulieren musste.