Noch keine Lust auf Sommerpause

Dennis Schlicht (am Puck) und der EHC kämpfen in Herford gegen das Halbfinal-Aus. Die Neuwieder Bären wollen die Serie auf jeden Fall noch einmal ins Icehouse holen.

Der Tag danach war bereits der erste Tag der Vorbereitung. Aus gutem Grund. Daniel Benske hatte wegen der deutlichen 2:7-Niederlage des EHC „Die Bären“ 2016 im zweiten Play-off-Halbfinale der Eishockey-Regionalliga West gegen den Herforder EV schließlich vieles aufzuarbeiten. „Wir haben alles, wirklich alles analysiert, was am Sonntag passiert ist“, berichtet der Neuwieder Trainer. Hatten die Bären zwei Tage zuvor beim 3:5 in Herford den Ice Dragons noch eine packende und umkämpfte Begegnung auf Augenhöhe geboten, konnten sie im Icehouse nicht viel bestellen. Dabei hatte der Übungsleiter aus Neuss alles getan, damit seine Spieler fokussiert in diese wichtige Begegnung gehen können: Sieben Stunden vor Spielbeginn kam die Mannschaft zusammen, es gab eine Videoanalyse, ein gemeinsames Anschwitz-Programm – im EHC-Lager konnte sich niemand den Vorwurf machen, nicht alles Mögliche versucht zu haben. „Und dann kam leider doch eine schwache Leistung heraus. Wir konnten in dieser Partie unser Konzept überhaupt nicht durchbringen“, hadert Benske. Vier frühe Gegentore im ersten Drittel wirkten sich negativ auf das Selbstvertrauen der Neuwieder aus, die nur in ganz wenigen Phasen zu ihrem Spiel fanden. Herford war in allen Bereichen die überlege Mannschaft. „Deshalb stehen wir jetzt schon mit dem Rücken zur Wand“, beschreibt Benske die Situation. Mit 0:2 liegt der EHC in der Serie hinten – dem HEV reicht noch ein weiterer Sieg für den Finaleinzug gegen die Ratinger Ice Aliens oder die EG Diez-Limburg (Serienstand: 1:1). „Wir haben uns unter der Woche so vorbereitet“, versichert der Trainer, „dass wir in Herford eine Chance haben, die Serie noch einmal nach Neuwied zurückzuholen.“ Mit einer 2:7-Niederlage wollen sich die Bären schließlich nicht von den eigenen Fans in die Sommerpause verabschieden.
Ab 20.30 Uhr kämpft der Hauptrundendritte beim -zweiten am Freitagabend gegen den 0:3-Sweep und für ein weiteres Heimspiel am Sonntag ab 19 Uhr im Icehouse. „Wir haben in dieser Saison schon einige Male bewiesen, dass wir die Mentalität besitzen, eine entsprechende Reaktion zu zeigen, wenn es darauf ankommt. Auch wenn die Ernüchterung am Sonntag bei der Mannschaft, mir, dem ganzen Vorstand und den Fans groß war, glauben wir weiterhin daran, dass wir noch einmal zurückkommen können“, traut Benske seinen Spielern zu, dass sie auf dem Eis die passende Antwort geben. Die Bären müssen zusammenrücken, der Trainer nimmt insbesondere die Führungsspieler in die Pflicht. „Die Herforder Leistungsträger haben geliefert“, verweist er unter anderem auf die drei Tore des kanadischen Angreifers Benjamin Skinner. „Jetzt müssen unsere nachziehen und ebenfalls Verantwortung übernehmen.“ Das EHC-Powerplay ließ zu wünschen übrig, in der Defensivarbeit unterliefen Fehler, die Herford bestrafte, und auch die Zahl der überflüssigen Hinausstellungen war zu hoch. Das machte in der Summe die höchste Saison-Heimniederlage aus und ist gleichzeitig aber auch Anreiz, es in Herford besser zu machen.

Individuelle Fehler kosten den möglichen Sieg

Michael Jamieson gegen Kieren Vogel: Neuwieds US-Amerikaner erzielte den Anschluss zum 3:4, aber dieser Treffer kam zu spät.

Es gibt Niederlagen, nach denen sind Trainer enttäuscht, weil ihre Mannschaft chancenlos war. Und dann gibt es solche mit Enttäuschung, weil eigentlich mehr möglich gewesen wäre. Das erste Halbfinale des EHC „Die Bären“ 2016 beim Herforder EV am Freitagabend gehörte in die zweite Sparte. Mit 3:5 mussten sich die Neuwieder im Duell zwischen dem Hauptrundenzweiten (Herford) und -dritten (Neuwied) vor 875 Zuschauern geschlagen geben, weil sie sich ein paar individuelle Fehler zu viel leisteten. Und die kosten. Vor allem in den Play-offs. Dann, wenn es auf Kleinigkeiten ankommen. Dann, wenn sich die Gegner nicht viel schenken. Dann, wenn sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe begegnen. Das taten die Ice Dragons und die Bären. „Insgesamt hatten wir einen Tick mehr vom Spiel“, waren sich EHC-Trainer Daniel Benske und -Manager Carsten Billigmann einig. Nur die Sache mit den Kleinigkeiten sprach in der Neuauflage des letztjährigen Viertelfinales gegen die Gäste, die immer mal wieder von ihrer einfachen, disziplinierten Linie abrückten, die das Team in den vergangenen Wochen stark gemacht hatte. „Wir sagten uns in der zweiten Pause noch, dass wir diszipliniert spielen müssen, weil das nächste Tore entscheidend sein kann. Und dann unterlaufen uns zwei bittere, individuelle Fehler“, beschrieb Benske die vorentscheidenden Situationen. Die ereigneten sich innerhalb von exakt 60 Sekunden. Nils Bohle (45.) traf zum 3:2, Ulib Berezovskij (46.) erhöhte gegen seinen ehemaligen Kölner DNL-Mannschaftskollegen Felix Köllejan auf 4:2. Das konnten die Neuwieder nicht mehr aufholen. Zweimal waren sie zuvor zurückgekommen. Dennis Schlicht glich Sven Johannhardts 1:0 aus, Moritz Schug antwortete auf Benjamin Skinners 2:1. Aber im Schlussakkord ging den Bären die Zeit aus. Michael Jamieson weckte noch einmal die Hoffnung auf ein weiteres Comeback (54.), das jedoch ausblieb.
2:49 Minuten Restzeit standen noch auf der Anzeigetafel, als die Unparteiischen wegen Hakens eine Strafe gegen HEV-Verteidiger Aaron Reckers aussprachen. Jetzt der Ausgleich, und der EHC hätte wieder alle Chancen. „Aber unser Powerplay war heute leider nicht so effektiv wie im Viertelfinale“, musste Benske erkennen. So brachte auch dieses letzte von fünf EHC-Überzahlspielen keinen Erfolg. Auch der sechste Feldspieler, der für Köllejan aufs Eis kam, wurde kein Faktor mehr. Stattdessen machte Berezovskij mit einem Schuss ins leere Gehäuse den Sack zu für diesen Freitagabend.
„Wir wollten auswärts gewinnen und sind deshalb jetzt enttäuscht, gehen aber trotzdem am Sonntag mit breiter Brust aufs Eis und wollen die Serie ausgleichen. Wir waren bei gleicher Mannschaftsstärke die etwas bessere Mannschaft. Das gibt uns Zuversicht für Spiel Nummer zwei“, ist der Trainer guter Dinge, dass es im Icehouse mit dem Heimvorteil und den frenetischen Fans im Rücken mit dem 1:1 klappt.

Herford: Vogel (Stenger) – Schinke, Gehring, Reckers, Brinkmann, Kiel, Derksen, Rempel – Nasebandt, Johannhardt, Skinner, Linnenbrügger, Bohle, Berezovskij, Staudt, Becker, Lindt, Hutt.
Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, D. Schlicht, Wichterich, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Schiedsrichter: Marc-André Naust/Eugen Schmidt.
Zuschauer: 875.
Strafminuten: 10:14 + Disziplinarstrafe gegen Brabec.
Tore: 1:0 Sven Johannardt (Brinkmann, Nasebandt) 7′, 1:1 Dennis Schlicht (Schug, S. Schlicht) 23′, 2:1 Benjamin Skinner (Hutt, Reckers) 27′, 2:2 Moritz Schug (Fröhlich) 38′, 3:2 Nils Bohle (Schinke, Hutt) 45′, 4:2 Ulib Berezovskij (Reckers) 46′, 4:3 Michael Jamieson (S. Schlicht) 54′, 5:3 Ulib Berezovskij (Schinke, Hutt) 59′.

Benske: Die Euphorie ist greifbar

Bären wollen sich den Matchball erspielen

Am Sonntag kamen die Bären (hier: Michael Jamieson) in Dinslaken außer Tritt. Jetzt will die Mannschaft in die Spur zurückfinden und die Niederlage wieder geradebiegen.

9:3 für Neuwied am Freitagabend, 7:0 für Dinslaken nur zwei Tage später – das Viertelfinale zwischen den Bären aus der Deichstadt und den Kobras brachte am ersten Play-off-Wochenende der Eishockey-Regionalliga West einen kuriosen und nicht alltäglichen Ergebnis-Widerspruch zum Vorschein.

Der EHC hatte seinen Gegner, den er bereits in der Hauptrunde viermal knapp bezwungen hatte, so klar im Sack wie noch nicht zuvor in dieser Saison, musste dann jedoch eine ganz bittere Pille schlucken. „Wir haben nicht ins Spiel reingefunden, kamen nicht in die Zweikämpfe, und das Dinslakener Tor war wie vernagelt. Sieben Tore schlechter waren wir an diesem Abend jedoch auch nicht“, sagt Bären-Coach Daniel Benske zum aus seiner Sicht so ernüchternden Gastspiel in der „Schlangengrube“. „Mit einem Sieg in dieser Höhe hätte ich nicht natürlich auch nicht gerechnet“, gab sein Kollege Krystian Sikorski zu. Sein Team nutzte die Tormöglichkeiten mit beeindruckender Konsequenz, der EHC hingegen ließ zu viele Gelegenheiten verstreichen.

1:1 heißt es demnach nun in der Serie, drei Siege sind notwendig, um ins Halbfinale einzuziehen. „Wir wollen jetzt wieder vorlegen, es dann auswärts deutlich besser und im Idealfall natürlich den Sack zumachen. Dafür brauchen wir aber wieder mehr Bissigkeit. Es wird eine Charakterfrage, nach der Niederlage zurückzukommen“, schildert der 36-jährige Neuwieder Übungsleiter seine Vorstellungen für die nächsten Tage. Am Freitag empfängt der Hauptrunden-Dritte die Kobras ab 20 Uhr zu Spiel Nummer drei im heimischen Ice House, am Sonntag macht man sich erneut auf in Richtung Niederrhein, wo ab 19 Uhr der Puck übers Eis zischt.

Was macht eine Mannschaft, die in Spiel eins regelrecht unter die Räder kam? Zum Beispiel ein Zeichen setzen, indem ein anderer Schlussmann ins Tor rückt, der die gegnerischen Angreifer zum Nachdenken zwingt. Dinslakens Trainer Sikorski tat dies, setzte auf Felix Zerbe anstatt auf Marvin Frenzel, der am Freitag schwer hatte einstecken müssen. Sikorski gelang ein Glücksgriff. „Felix Zerbe hat überragend gehalten“, sagt Benske, zu seiner aktiven Zeit selbst Schlussmann.

Und was macht eine Mannschaft, die den zweiten Vergleich ähnlich deutlich abgeben musste? „Wir haben unter der Woche die Wunden geleckt und uns gut vorbereitet, was angesichts einiger Erkrankungen und Verletzungen aber mit weniger Personal als gewünscht geschehen konnte“, erklärt der EHC-Trainer. „Die Niederlage hat uns natürlich geärgert, aber gerade jetzt in den Play-offs ist es wichtig, solche Negativerlebnisse schnell abzuhaken und aus den Köpfen hinauszubekommen. Dass wir es können, haben wir in den vergangenen Wochen regelmäßig und auch am Freitag gegen Dinslaken gezeigt.“

Auffällig und vor allem selten in der Regionalliga, in der viele Teams von einer Top-Reihe leben: Bei Dinslaken standen sieben verschiedene Torschützen auf dem Spielberichtsbogen, was für die Homogenität der Kobras spricht. Eine Qualität, die normalerweise die Bären auszeichnet. „Wir haben einmal mehr gesehen, dass Dinslaken eine Mannschaft hat, die kämpft, bis der Notarzt kommt. Wir werden alles geben müssen, um das Ergebnis vom Sonntag wieder geradezubiegen.“

Bären finden nicht in die Zweikämpfe

Blicke die Bände sprechen: Christian Neumann (links) und Felix Köllejan hatten in Dinslaken keinen Grund zur Freude.

Was ist dieses Eishockey nur für eine verrückte Sportart. Da fehlen dem deutschen Nationalteam bei den Olympischen Spielen in Südkorea 55 Sekunden zu Sensationsgold, und im westfälischen Dinslaken kassiert eine Mannschaft nur zwei Tage nach einem 9:3-Heimsieg gegen den selben Gegner eine 0:7-Packung. Diese Mannschaft heißt EHC „Die Bären“ 2016 und musste im zweiten Viertelfinale der Regionalliga West eine Stimmungsdämpfer bei den Dinslakener Kobras hinnehmen. „Wir wissen, dass uns am Sonntag die nächste harte Aufgabe erwartet und das Spiel wieder bei 0:0 anfängt“, hatte der Neuwieder Trainer Daniel Benske nach dem ersten Sieg zum Auftakt des Wochenendes noch eindringlich gewarnt. Es entwickelte sich eine Partie, in der die Neuwieder eine ihrer Stärken nicht einbringen konnten. Sie fanden nicht in die Zweikämpfe und waren diesmal nicht spritzig genug, um den Giftschlangen Paroli bieten zu können. „Das Ergebnis ist natürlich deutlich, und wir sind auch sehr enttäuscht darüber, aber so brutal schlecht, wie man es bei diesem Ergebnis denken könnte, waren wir auch wieder nicht“, ordnete Benske die bislang höchste Niederlage in seiner Amtszeit beim EHC ein.
In der 17. Minute machte Gian Carlo Schöche den Anfang. Gegen Dinslaken zurückzuliegen, kannte der EHC aus drei Hauptrundenpartien, nur diesmal rissen die Deichstädter das Ruder nicht herum. Im Gegenteil. Im Mittelabschnitt ging der Schuss ganz schön nach hinten los. Philipp Heffler (26.), Joey-Max Menzel (36.), Tom Giesen (37.) und Michal Plichta (39.) setzten die Gäste unter Schock. „Es war nicht so, dass wir keine Möglichkeiten besaßen“, schilderte Benske, der das Schussverhältnis auf 30:20 für sein Team bezifferte. „Nach dem 2:0 waren wir richtig am Drücker, Dinslaken kam sieben Minuten lang überhaupt nicht zum Abschluss.“ Während Michael Jamieson (2) und Stephan Fröhlich unter anderem mit Alleingängen am großartig aufgelegten Kobras-Schlussmann Felix Zerbe scheiterten, nutzte die Mannschaft von Kristian Sikorski ihre Gelegenheiten. Felix Köllejan machte nach dem 3:0 Platz für Lukas Schaffrath, aber auch der ehemalige Dinslakener wurde von seinen früheren Teamkollegen kalt erwischt. „Am Ende kam auch der Frust dazu“, erklärte Benske die vielen Strafminuten im letzten Drittel, in dem Stefan Dreyer (56.) und Dominick Spazier (59.) auf 6:0 und 7:0 erhöhten.
Somit steht auch fest, dass die Serie mindestens über vier Spiele gehen wird. Am kommenden Freitag haben die Bären ab 20 Uhr wieder Heimrecht gegen die Kobras. Dann wollen sie sich revanchieren und für zwei Tage später einen Matchball erspielen.

Dinslaken: Zerbe (Frenzel) – Linda, Hüsken, Hofschen, Cornelißen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Menzel, Essery, Dreyer, Spazier, Tanke, Plichta, Brinkmann, Schöche.
Neuwied: Köllejan (ab 36. Schaffrath) – Pering, Hellmann, Schütz, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Hohmann, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Schug.
Schiedsrichter: Fabian Dimmers.
Zuschauer: 251.
Strafminuten: 20 : 28 + Disziplinarstrafen gegen Pering und D. Schlicht.
Tore: 1:0 Gian Carlo Schöche (Tanke, Spazier) 17′, 2:0 Philipp Heffler (Hofschen, Menzel) 26′, 3:0 Joey-Max Menzel (Plichta, Linda) 36′, 4:0 Tom Giesen (Plichta, Essery) 37′, 5:0 Michal Plichta (Giesen, Linda) 39′, 6:0 Stefan Dreyer (Zerbe) 56′, 7:0 Alexander Brinkmann (Giesen, Plichta) 59′.

Historischer Sieg und Torfestival: Perfekter Viertelfinal-Start

Bären auf Beutezug: Neun Tore erzielte der EHC im ersten Viertelfinalspiel gegen Dinslaken – so viele wie in noch keinem Heimspiel zuvor in dieser Saison.

Du kannst ein Spiel irgendwie gewinnen oder es für dich entscheiden, weil es das Ergebnis aus vielen Puzzleteilen ist. „Wir wollten alles gewinnen: die Zweikämpfe, die Laufduelle, mehr Torabschlüsse abgeben, in der eigenen Verteidigungszone überlegen sein“, erzählte Trainer Daniel Benske von seinem Plan für das erste Play-off-Viertelfinale des EHC „Die Bären“ 2016 gegen die Kobras aus Dinslaken. Wer das alles umsetzt, verlässt als logische Konsequenz dann auch das Eis als Sieger. Als deutlicher Sieger. Nach vier knappen Hauptrundenpartien zwischen den Neuwiedern und den Giftschlangen starteten die Deichstädter am Freitagabend mit einem 9:3-Kantersieg in die K.o.-Runde. Die begann 45 Minuten später als geplant, weil die Mannschaft von Krisztian Sikorski auf der Anreise den Zeitplan außer Kraft setzte. So viele Bären-Treffer hatten die Fans in dieser Saison in noch keinem Heimspiel gesehen. „Wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen, weil wir dominierend waren“, freute sich Benske über eine sehr gute Leistung.
Die Gastgeber feierten fast schon einen historisch anmutenden Erfolg. Seit einer halben Ewigkeit war keine Play-off-Partie mehr an den EHC gegangen. Der verschaffte sich durch zwei Powerplaytore, die gleich die ersten beiden Überzahlsituationen vorzeitig von der Uhr nahmen, eine verdiente Führung. Moritz Schug (6.) und Stephan Fröhlich (17.) legten vor, Deion Müller erhöhte auf 3:0 (19.). Dinslaken nutzte eine kleine Neuwieder Unachtsamkeit zum 3:1, als Philipp Heffler nach einem Angriff über die linke Seite in die kurze Ecke traf (20.). Nur sieben Sekunden war die Pause zu diesem Zeitpunkt entfernt. Ärgerlich zwar, aber kein Beinbruch. Die Bären blieben spielbestimmend, auch wenn das torlose Mitteldrittel weniger Höhepunkte bot. Aber auch ein Spiel mit defensiver Kontrolle im Griff haben zu können, ist eine Qualität, auf die es in den Playoffs ankommt.
Dass es das mit Abstand deutlichste Ergebnis im bisherigen Saisonverlauf zwischen Neuwied und Dinslaken wurde, lag am letzten Drittel, in dem die Einheimischen im Angriff sich selbst berauschten. Binnen 32 Sekunden trafen Michael Jamieson, Stephan Fröhlich und Patrik Morys zum 6:1. Vor 832 Zuschauern ging es nun Schlag auf Schlag. Dinslaken deutete aber auch seine bekannte Konterstärke an, zum Beispiel mit Gian Carlo Schöche Alleingang zum 6:2 (45.). „Wir haben große Präsenz gezeigt und bewiesen, dass wir unsere Vorhaben umsetzen können“, kommentierte Benske, dessen Team noch lange nicht genug hatte. Michael Jamieson (52.) und Sven Schlicht (53.) schraubten Ergebnis und Powerplay-Quote des EHC weiter nach oben. Bei neun Treffern machte der Hauptrunden-Dritte Schluss. Frederic Hellmann ließ Marvin Frenzel aussteigen und schob ein 9:2 (56.). Ein Überzahl-Treffer war auch Dinslaken vorbehalten: Mark Alexander Essery betrieb in der 58. Minute noch ein wenig Ergebniskosmetik für sein Team.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft, aber wir wissen auch, dass am Sonntag in Dinslaken alles wieder von null losgeht“, mahnte Daniel Benske zur Vorsicht.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Schug.
Dinslaken: Frenzel (Zerbe) – Linda, Hüsken, Hofschen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Menzel, Essery, Dreyer, Spazier, Tanke, Plichta, Brinkmann, Schöche.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 832.
Strafminuten: 26 + Disziplinarstrafe gegen Pering : 20.
Tore: 1:0 Moritz Schug (D. Schlicht, Fröhlich) 6‘, 2:0 Stephan Fröhlich (Schug, Brabec) 17‘, 3:0 Deion Müller (D. Schlicht) 19‘, 3:1 Philipp Heffler (Brinkmann) 20‘, 4:1 Michael Jamieson (S. Schlicht) 42‘, 5:1 Stephan Fröhlich (Schug, Hohmann) 42‘, 6:1 Patrik Morys (D. Schlicht, Müller) 43‘, 6:2 Gian Carlo Schöche (Spazier) 45‘, 7:2 Michael Jamieson (D. Schlicht, Fröhlich) 52‘, 8:2 Sven Schlicht (D. Schlicht, Schug) 53‘, 9:2 Frederic Hellmann (Jamieson, Fröhlich) 56‘, 9:3 Mark Alexander Essery (Plichta, Giesen) 58‘.

Bären sind bereit für Eishockey-Festtage

Jeden Zweikampf zu Ende führen, keine Scheibe verloren geben: Der EHC um Tobias Etzel (blaues Trikot) spielt im Viertelfinale gegen den Hauptrunden-Sechsten Dinslaken.

Das Zauberwort im Eishockey, das Augen von Spielern und Fans strahlen und Herzen höher schlagen lässt, heißt „Play-offs“. Alles wird auf null gestellt, alle Siege aus der Hauptrunde sind Makulatur, jetzt muss die Form stimmen. Auch beim EHC „Die Bären“ 2016, der am Freitagabend ab 20 Uhr das Viertelfinale der Regionalliga West mit einem Heimspiel im Neuwieder Icehouse gegen die Dinslakener Kobras eröffnet. Neuwied gegen Dinslaken – erst vor einer Woche stand dieses Duell auf der Tagesordnung und endete mit einem knappen 2:1-Sieg (nach 0:1-Rückstand) für die Bären. „Wir haben in allen vier Hauptrundenspielen gesehen, dass Dinslaken eine unangenehme Mannschaft ist, die man nicht unterschätzen darf. Sie sind aus einer kompakten Defensive heraus immer gefährlich. Wir müssen gewaltig auf der Hut sein“, warnt EHC-Trainer Daniel Benske. Der EHC hat zwar alle vier Vergleiche mit den Giftschlagen gewonnen – dreimal lag man dabei mit 0:1 zurück – aber sämtliche Begegnungen waren nichts für schwache Nerven. „Und genauso wird es auch jetzt im Viertelfinale sein, plus eine zusätzliche Portion Intensität“, kündigt Benske an.
Mindestens dreimal kreuzen Neuwied und Dinslaken die Klingen. Nach dem Auftakt im Icehouse geht‘s am Sonntag auswärts weiter (Spielbeginn 19 Uhr), ehe es am 2. März ein Wiedersehen in Neuwied gibt. „Wir wollen natürlich so schnell wie möglich die drei Siege holen, die für den Halbfinaleinzug notwendig sind“, sagt der EHC-Coach. „Wir haben uns sehr gut vorbereitet, wollen kämpferisch an die Leistung gegen Herford anknüpfen, und wenn jetzt der eine oder andere der zuletzt Ausgefallenen zurückkehrt, ist auch spielerisch noch etwas mehr drin.“
Die „kleine Enttäuschung“ über die Niederlage im „Endspiel“ um Hauptrundenplatz zwei gegen die Ice Dragons ist in Neuwied längst verflogen, alle sind auf Dinslaken fokussiert. Denn das, was in den vergangenen Jahren die Neuwieder in den Play-offs ereilte, soll diesmal nicht passieren: ein Aus im Viertelfinale. Play-off-Eishockey mit den Bären ist für Benske zwar noch Neuland, aber er ist davon überzeugt, dass die Mannschaft die viel zitierten Play-off-Charaktereigenschaften besitzt: „Die Mentalität und die Fokussierungsfähigkeit des Teams lassen sehr stark vermuten, dass wir Play-offs können. Das haben wir schon in den Topspielen gegen Diez-Limburg und Ratingen gezeigt. Wir haben zwar beide Partien knapp verloren, was mich auch ärgert, aber wir können positiv mitnehmen, dass wir bei fünf gegen fünf die bessere Mannschaft waren. Auch das 10:4 in Herford war keine Eintagsfliege.“

Dezimierte Bären verlieren nach großem Kampf

Auch gegen drei Herforder scheibensicher: Tobias Etzel marschiert durch die Abwehr der Ice Dragons.

Am frühen Sonntagnachmittag begann es im Kopf von Daniel Benske zu rattern. Zunächst Karl Neubert, dann auch noch Robin Schütz, Philipp Dieser und Deion Müller. Obendrein der schon am Freitag gegen Dinslaken fehlende Martin Brabec – die Grippewelle hat auch bei den Neuwiedern volle Breitseite zugeschlagen, vor dem abschließenden Hauptrundenspiel in der Eishockey-Regionalliga West gegen den Herforder EV zu einer Absagenflut geführt und den Trainer zum Improvisieren gezwungen. Und das gegen starke Ice Dragons, die nach langer Verletzungspause erstmals wieder auf ihren Stammtorhüter Kieren Vogel zurückgreifen konnten, und bei denen Neuzugang Benjamin Skinner immer besser Fuß fasst – eine Mammutaufgabe für den EHC, der sich allen Widrigkeiten zu trotz teuer verkaufte, die 3:5-Niederlage allerdings nicht verhindern konnte. „Trotz der Ausfälle haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und Herford auf der kämpferischen Schiene alles abverlangt. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Im Gegenteil, wir haben sehr, sehr gut gespielt“, sagte EHC-Trainer Daniel Benske. Die Bären gehen nach der Niederlage als Dritter in die Play-offs und eröffnen die Viertelfinalserie am Freitagabend mit einem Heimspiel gegen die Dinslakener Kobras.
Neuwied brauchte ein Drittel, um richtig in Schwung zu kommen. Das nutzten die von Anfang an hellwachen Ice Dragons zu einer 2:0-Führung. Benjamin Skinner nach mustergültigem Querpass von Killian Hutt (10.) und ein Schuss von Nils Bohle durch das Getümmel vor dem Bären-Gehäuse (15.) brachten die Gäste zunächst verdientermaßen in Führung. Jetzt waren die Deichstädter wachgerüttelt. Sie erhöhten im zweiten Drittel die Schlagzahl und schafften durch ein sensationelles Solo von Michael Jamieson den Anschluss (25.). Die Bären waren nun am Drücker, und ausgerechnet in dieser Phase nahm eine ganze Reihe von Hinausstellungen den Schwung. Herford nutzte seine Möglichkeiten, erhöhte erneut durch Bohle (23.) und Leon Nasebandt (27.) mit zwei Powerplaytoren auf 1:4. Der EHC schüttelte sich kurz und kam mit starker Moral zurück. Sven Schlicht überwand Vogel mit dem ersten Schuss nach der Unterzahl-Phase (34.) und Stephan Fröhlichs verwandelter Alleingang (36.) stellten die Weichen für ein spannendes Schlussdrittel. Auch hier gab die Benske-Truppe zunächst den Ton an. Jamieson feierte schon den vermeintlichen Ausgleich, aber dann breitete Hauptschiedsrichter Marc Stromberg die Arme aus, weil das Herforder Tor nach seinem Geschmack von Vogel zu früh aus seiner Position gebracht worden war. In einer vergleichbaren Situation hatten die Unparteiischen vor zwei Wochen im Icehouse ein Ratinger Tor gegen Neuwied anerkannt. Chancen besaßen die Bären genug, um auszugleichen. Vor allem in der 5:3-Situation ab der 46. Minute, die nichts einbrachte. Als Sven Johannhardt in der 53. Minute das 3:5 nachlegte, war dann allerdings die Entscheidung gefallen.
Einen letzten Versuch mit einem sechsten Feldspieler anzugreifen, scheute Trainer Benske diesmal aus gutem Grund. Die Neuwieder hatten das Ergebnis der Ratinger Ice Aliens gegen die Soester EG im Blick, weil es in diesem Quervergleich der Punktgleichen im Torverhältnis um Platz drei ging. Den verteidigte Neuwied mit einem knapp besseren Torverhältnis, sodass es eine Woche nach dem 2:1-Sieg über Dinslaken am kommenden Freitag wieder gegen die Kobras geht. „Vielleicht sehen wir uns ja in zwei Wochen wieder“, verabschiedete sich Herfords Coach Jeff Job („Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft“) aus dem Vip-Raum des Icehouses. Ein Halbfinale zwischen Neuwied und Herford – das hätte was. Nicht zuletzt aus Sicht der Fans, die am Sonntag voll auf ihre Kosten kamen im Duell zwischen zwei Regionalliga-Spitzenteams. Aber zunächst gilt die volle Konzentration den Dinslakenern. Ab sofort haben die EHCler nur noch die Giftschlagen im Kopf.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Hohmann, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Herford: Vogel (Stenger) – Schinke, Gehring, Brinkmann, Kiel, Derksen, Rempel – Nasebandt, Johannhardt, Skinner, Bohle, Berezovskij, Staudt, Becker, Lindt, Hutt.
Schiedsrichter: Daniel Melcher/Marc Stromberg.
Zuschauer: 756.
Strafminuten: 18 + Disziplinarstrafe gegen Etzel : 14.
Tore: 0:1 Benjamin Skinner (Bohle, Hutt) 10’, 0:2 Nils Bohle (Lindt, Nasebandt) 15‘, 1:2 Michael Jamieson (Schug) 25‘, 1:3 Nils Bohle (Gehring, Skinner) 26‘, 1:4 Leon Nasebandt (Berezovskij) 27‘, 2:4 Sven Schlicht (D. Schlicht) 34‘, 3:4 Stephan Fröhlich (Jamieson, Schug) 36‘, 3:5 Sven Johannhardt (Staudt, Nasebandt) 53‘.

Späte Tore bringen Sieg und Endspiel gegen Herford

Felix Köllejan musste nur einen Schuss passieren lassen.

Für den EHC „Die Bären“ 2016 kommt es am Sonntagabend ab 19 Uhr im Neuwieder Icehouse zum „Endspiel“ um Tabellenplatz zwei in der Eishockey-Regionalliga West gegen den Herforder EV. Am Freitag gewannen sowohl die Bären als auch die Ice Dragons ihr Heimspiel, beide Teams sind somit auch nach 31 von 32 Hauptrundenpartien punktgleich. Neuwied gegen Dinslaken – das sind in dieser Saison knappe Kisten, die nun schon dreimal nach dem gleichen Schema abliefen. Die Kobras gehen in Führung, Neuwied legt eine Schippe drauf und holt sich die Punkte für den 2:1-Sieg mit einem durchschlagenden Endspurt. Das hinterlässt Spuren in den Gesichtern der Unterlegenen. Dinslakens Stefan Dreyer steht nach dem letzten Kraftakt tief einatmend auf Höhe der blauen Linie, als die letzten Sekunden heruntergetickt waren. Der Blick geht ins Nichts, als wollte der Kobras-Angreifer sagen: „Nicht schon wieder.“ Die Gäste boten mit nur zwölf Feldspielern eine kämpferisch starke Leistung, gingen aber leer aus. „Wir sind mit dem Ziel hergekommen, uns nicht abschlachten zu lassen und haben uns sehr gut verkauft. Meine Mannschaft zeigte im ersten und zweiten Drittel eine disziplinierte Leistung, aber dann sind die Kräfte etwas ausgegangen. Neuwied hat verdient gewonnen“, sagte Trainer Krystian Sikorski.
Bevor die Bären endlich jubeln konnten, mussten sie und die 647 Zuschauer viel Geduld beweisen. 53:30 Minuten lang hielt der ehemalige Bären-Keeper Marvin Frenzel (früher Haedelt) seinen Kasten sauber. Dann überlistete ihn Michael Jamieson von der linken Seite zum 1:1-Ausgleich, und Tobias Etzel kürte sich mit dem Siegtor zum 2:1 (57.) selbst zum Matchwinner. Frederic Hellmanns abgefälschter Schlagschuss von der blauen Linie sprang Etzel vor die Kelle, der sich diese Chance nicht entgehen ließ. „Es war ein enges, von beiden Seiten gut geführtes Spiel. Man darf nicht vergessen, dass wir in den letzten zwei Wochen nie komplett trainieren konnten. Im letzten Drittel haben wir mehr Druck entfacht und an den Chancen gemessen auch verdient gewonnen“, so EHC-Coach Daniel Benske.
In den ersten 40 Minuten war hüben wie drüben zunächst Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Dinslaken verteidigte vor dem und rund um das eigene Tor sehr konsequent, Neuwied agierte ebenfalls mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die Giftschlangen im Konter eine große Stärke besitzen. Viele gute Gelegenheiten ließen die Gastgeber nicht zu. In der neunten Minute musste Felix Köllejan gegen Dreyer retten, das Chancenplus lag jedoch auf Seiten des EHC, der unter anderem ohne seinen von der Grippewelle erfassten Topscorer Martin Brabec auskommen musste. Es ist müßig zu mutmaßen, ob der Tscheche den Bann früher gebrochen hätte. Moritz Schug, Stephan Fröhlich und Co. besaßen gegen Mitte des zweiten Abschnitts einige Hochkaräter, doch stets hatte Frenzel das bessere Ende auf seiner Seite. Als dann in der 47. Minute Moritz Hofschen nach einem gewonnenen Bully von der blauen Linie abzog und die Dinslakener in Führung gingen, erhielt die Neuwieder Zuversicht Trübungen. Aber die Benske-Truppe schien den Rückstand gebraucht zu haben, um die Schlagzahl zu erhöhen. Wütende Angriffe hatten Gelegenheiten im Minutentakt zur Folge, Dinslaken befreite sich reihenweise nur noch mit Icings. Der Druck stieg und entlud sich mit Jamiesons überraschendem Schuss in der 54. Minute. Frenzel hatte zahlreiche erstklassige Paraden gezeigt, aber diesen Versuch des US-Boys hätte er abwehren müssen. Die Kobras versuchten es in den letzten 90 Sekunden mit einem weiteren Feldspieler, aber der EHC ließ sich die Butter nicht mehr vom an diesem Abend erst spät geschmierten Brot nehmen. Tobias Etzel hätte noch die Scheibe Wurst drauflegen können, verfehlte mit seinem Schuss aufs leere Tor jedoch knapp das 3:1. Es reichte für die Bären auch so. Sie haben ihr Endspiel um Platz zwei, das alle herbeisehnten, bekommen. „Gegen Herford müssen wir eine ähnliche Leistung zeigen und noch einen Tick effektiver vor dem Tor sein. Dann können wir auch das Spiel gewinnen“, glaubt Trainer Benske.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, Neubert, Dieser, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Hohmann, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Dinslaken: Frenzel (Zerbe) – Hofschen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Dreyer, Spazier, Haßelberg, Plichta, Brinkmann, Schöche, Essery.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 647.
Strafminuten: 12:8.
Tore: 0:1 Moritz Hofschen (Haßelberg, Plichta) 47‘, 1:1 Michael Jamieson (Schug, Wichterich) 54‘, 2:1 Tobias Etzel (D. Schlicht, Hellmann) 57‘.

Volle Kraft voraus für Platz zwei

Die EHC-Abwehr um Karl Neubert (rechts) muss gegen die brandgefährliche Herforder Offensive um Killian Hutt hochkonzentriert auftreten.


Platz zwei, drei oder vier? Lippe-Hockey Hamm, die Dinslakener Kobras, die Soester EG, die Lauterbacher Luchse oder der Neusser EV? Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in der Eishockey-Regionalliga West gibt es für den EHC „Die Bären“ 2016 hinsichtlich des bevorstehenden Play-off-Viertelfinales noch viele mögliche Szenarien, was Ausgangsposition und Gegner angeht. Wochenlang, monatelang haben alle Beteiligten die Ausgeglichenheit der Liga gepredigt, und jetzt kurz vor der Endabrechnung bestätigt sich diese Einschätzung noch immer. Mit dem Herforder EV, den Neuwieder Bären und den Ratinger Ice Aliens liegen der Tabellenzweite, -dritte und -vierte nach Punkten gleichauf. Aufgrund des besten Torverhältnisses hat Herford aktuell die Nase vorne im spannenden Dreikampf um die inoffizielle Hauptrunden-Vizemeisterschaft hinter der EG Diez-Limburg. Trotzdem hat der EHC noch alles in den eigenen Händen, weil der HEV am Sonntag zum finalen Showdown am Rhein zu Gast ist. Wenn die Bären ihre beiden Heimspiele gegen Dinslaken (Freitag, 20 Uhr) und Herford (Sonntag, 19 Uhr) für sich entschieden, werden sie als Zweiter in die K.o.-Phase einziehen. „Wir werden nicht taktieren. Unser Ziel sind zwei Siege und damit der zweite Platz – für die Euphorie vor den Play-offs, für unsere Fans, für den Hexenkessel Icehouse“, sagt EHC-Trainer Daniel Benske. „Am Freitag sehe ich uns in der Favoritenrolle, aber Dinslaken ist eine unangenehme Mannschaft, der wir natürlich den Respekt entgegenbringen, den jeder Gegner verdient. Gegen Herford erwartet uns dann ein Topspiel. Da kommt es darauf an, wer flexibler ausgerichtet ist, wer weniger Fehler macht und wer etwas spritziger ist.“ Was den letzten Aspekt angeht, haben die Bären sicherlich keine schlechten Karten. Sie hatten am Fastnachtswochenende frei und gehen „mit voller Kraft voraus“ (Benske) die letzten 120 Hauptrunden-Minuten an. „Um noch einmal etwas abschalten zu können, war das sicherlich gut, andererseits hätte ich auch mit zumindest einem Spiel leben können, um den Rhythmus zu halten“, betrachtet der Trainer beide Seiten der Medaille.
Dinslaken hat mit dem Erreichen der Play-offs – und das nach nur einem Sieg aus den ersten 13 Partien – sein Hauptziel der Saison bereits erreicht. „Alles, was jetzt kommt, wollen wir genießen“, kündigt Trainer Krystian Sikorski an. Für das Gastspiel in Neuwied haben die Kobras aber noch eine Mission im Kopf: Sie können mit einem Sieg über die Bären die fünfte Mannschaft der Liga neben Diez-Limburg, Herford, Ratingen und Hamm werden, die jeden Gegner mindestens einmal geschlagen hat.
Herford verlor seit dem Jahreswechsel sechs von neun Begegnungen, hat vor dem Ende der Wechselfrist Ende Januar aber mit großem Tatendrang auf dem Transfermarkt agiert. Verteidiger Aric Schinke kam aus Zweibrücken zurück, Keeper Tim Marco Stenger wechselte von Ligakonkurrent Lauterbach zu den Ice Dragons, Maurice Pascal Becker wurde aus Soest geholt und Ben Skinner, Bruder von NHL-Star Jeff Skinner (bester NHL-Rookie der Saison 2010/11), soll den nach Schweden gewechselten Torjäger Ross John Reed ersetzen. „Ein super Team, da werden Kleinigkeiten entscheiden“, ist sich Benske sicher.