Bären müssen den Mittelweg finden

1. Dezember 2013: Die Bären und der EC Lauterbach liefern sich im Icehouse ein Offensivspektakel. Am Sonntag treffen beide Teams im Vogelsbergkreis  aufeinander. Zuvor spielt das Hergt-Team am Freitag daheim gegen Neuss.

1. Dezember 2013: Die Bären und der EC Lauterbach liefern sich im Icehouse ein Offensivspektakel. Am Sonntag treffen beide Teams im Vogelsbergkreis aufeinander. Zuvor spielt das Hergt-Team am Freitag daheim gegen Neuss.

Der Sonntagabend ist für den EHC „Die Bären“ 2016 in dieser Saison bislang ein Heimspieltermin, der sich als Erfolgsgeschichte bewährt hat. Drei Partien, drei Siege – besser hätten die Neuwieder Regionalliga-Eishockeyspieler die Wochenenden im Icehouse nicht ausklingen lassen können. Funktioniert das, was sonntags klappt, auch freitags? Erstmals schnüren die Deichstädter nun zur Wochenenderöffnung die Schlittschuhe in eigener Halle und versuchen gegen den Neusser EV (Spielbeginn: 20 Uhr) einen direkten Konkurrenten im Kampf um eine Platzierung unter den Top-Sechs auf Distanz halten. Gleiches gilt für EHC-Saisonspiel Nummer zehn am Sonntag. Ab 18 Uhr spielen die Bären beim EC Lauterbach. Hinter den Neuwiedern (4., 16 Punkte) befinden sich Neuss (5., 15) und Lauterbach (6., 14) in Lauerstellung. Diese Reihenfolge in der Tabelle will das Team von Jens Hergt beibehalten. „Wenn wir vorne dabeibleiben möchten, müssen wir gewinnen. Die Liga ist so ausgeglichen, deshalb haben wir nichts zu verschenken“, hofft Trainer Hergt auf zwei Siege wohlwissend, dass in beiden Partien die Tagesform und Kleinigkeiten entscheidend sein werden.
Mit erst 23 Gegentoren ist die Abwehr die große Stärke der Deichstädter in dieser Saison. Sie muss sich jetzt zwei Tests auf Herz und Nieren unterziehen. Denn Lauterbach und Neuss stehen in der Rangliste der besten Offensive auf den Plätzen eins und drei. Der NEV netzte bereits 42 Mal ein, die vom ehemaligen Bären-Trainer Arno Lörsch trainierten Luchse aus dem Vogelsbergkreis haben bei der 5:6-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Ratingen bereits die 50 vollgemacht. Beide Teams bringen viel Torgefahr mit, setzen aber auf unterschiedliche Strategien. „Neuss ist sehr gut im Umschaltspiel. Ihre Konter sind brandgefährlich. Deshalb dürfen wir uns nicht viele Scheibenverluste erlauben“, erklärt der Trainer die taktische Vorgabe für das Heimspiel. Lauterbach hingegen ist für großes Spektakel gut. „Sie machen viel Druck, sind in der Abwehr aber auch anfällig. Das bedeutet, dass wir einen Mittelweg finden müssen: defensiv stabil stehen, aber auch die vermeintlichen Schwächen der gegnerische Abwehr offenlegen“, so Hergt. Die Ergebnisse der Hessen zeigen ihre offensiv ausgerichtete Spielweise: 5:6 nach Penaltyschießen gegen Ratingen, 6:5 gegen Soest und nicht zuletzt der 12:8-Sieg in Diez. Ähnlich hoch ging’s vor knapp drei Jahren beim letzten Aufeinandertreffen in Neuwied her, als der EHC – damals noch unter der Leitung von Arno Lörsch – mit 8:7 nach Penaltyschießen gewann. Bei so vielen Toren verwundert es nicht, dass vier Lauterbacher unter den Top-Zwölf der Scorerliste rangieren. Am torgefährlichsten ist Kanada-Import Kenneth Matheson, dessen Bruder Mike bei der vergangenen Weltmeisterschaft immerhin die Auszeichung als bester Verteidiger des Turniers erhielt.
Bei Neuwied stehen die Zeichen gut, dass die Mannschaft endlich einmal komplett ist. „Alle sind fit“, ist Hergt guter Dinge, dass er aus dem Vollen schöpfen kann.

Paradedisziplin Penaltyschießen

René Sting (links) glich in Herford zum zwischenzeitlichen 2:2 aus.

René Sting (links) glich in Herford zum zwischenzeitlichen 2:2 aus.

Wer in Herford punktet, muss nicht unzufrieden sein. Vorjahresmeister Ratingen hat dort in dieser Saison bereits verloren, die Neuwieder Bären ließen am Freitagabend hingegen nur einen Zähler liegen. Mit 5:4 setzte sich der EHC nach Penaltyschießen durch und machte deutlich, dass einem diese Disziplin im Kampf um einen Zusatzpunkt gut liegt. Wie schon am vergangenen Sonntag daheim gegen die Ratinger Ice Aliens bewiesen die Deichstädter die besseren Nerven. „Da haben wir mit unseren Leuten natürlich eine richtig gute Qualität“, sagte Neuwieds Teammanager Carsten Billigmann. Felix Köbele und Stephan Fröhlich trafen, während sich Felix Köllejan bei drei Versuchen nur dem Ex-Neuwieder Jan-Niklas Linnenbrügger geschlagen geben musste. „Nach diesem Spiel würde ich sagen, dass wir zwei Punkte gewonnen und nicht einen verloren haben“, so die Einschätzung von Trainer Jens Hergt.
Der EHC, bei dem Kevin Kopetzky aus beruflichen Gründen fehlte und Lucas Leuschner kurzfristig aufgrund von Magen-Darm-Problemen absagen musste, tat sich vor gut 600 Zuschauern schwer, zu seinem Spiel zu finden. Dazu trugen aber auch die sehr engagierte Herforder Mannschaft bei, die mit einer läuferisch und kämpferisch starken Leistung zeigte, warum die Punkte aus Ostwestfalen so schwierig zu entführen sind. „Sie haben richtig Gas gegeben und wir konnten unsere Stärken nicht ausspielen“, merkte Hergt an.
Aber die Bären kämpften und kamen nach drei Rückständen zurück. Rylee Orr (6.) und René Sting (27.) egalisierten die Herforder 1:0- und 2:1-Führung. Felix Köbele brachte sein Team nach der Hälfte der Spielzeit erstmals in Front. Dann waren die Dragons jedoch wieder am Zug: Sven Johannhardt mit seinem zweiten Treffer des Abends (36.) und Alexander Lindt (42.) brachten die Bären unter Zugzwang. Aber die können im letzten Drittel, und das haben schon einige Partien in dieser Saison gezeigt, einen Nachteil ausgleichen. Alexander Bill überwand Lars Morawitz zum 4:4 (47.) und schoss sein Team damit ins Penaltyschießen. Zum zweiten Mal in Folge ging das Hergt-Team in diese Disziplin und freute sich über zwei Punkte, auch wenn sie schon stärkere Auftritte in dieser Spielzeit aufs Eis gebracht hatte.

Herford: Morawitz (Rusche) – Schinke, Becker, Gehring, Brinkmann, Kiel, Rempel – Lindt, Nasebandt, Johannhardt, Evans, Linnenbrügger, Bohle, Staudt, Vitte, Schmunk, Ransiek.
Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Elzner, Neumann – Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Reiner, S. Schlicht, Bill.
Schiedsrichter: Eugen Schmidt.
Zuschauer: 618.
Strafminuten: 18:18.
Tore: 1:0 Donatas Vitte (Nasebandt) 3′, 1:1 Rylee Orr (S. Schlicht, Köbele) 6′, 2:1 Sven Johannhardt (Bohle, Linnenbrügger) 19′, 2:2 René Sting (Neumann) 27′, 2:3 Felix Köbele (Schütz, Trimboli), 30′, 3:3 Sven Johannhardt (Linnenbrügger, Bohle) 36′, 4:3 Alexander Lindt (Schmunk) 42′, 4:4 Alexander Bill 47′. Penaltyschießen: 4:5 Stephan Fröhlich.

Bären suchen das Scheibenglück

Philipp Felföldy (links) bekam gegen Ratingen mit Rylee Orr einen neuen Sturmpartner an seine Seite gestellt. „Um die Torgefahr besser zu verteilen", wie EHC-Trainer Jens Hergt erklärt.

Philipp Felföldy (links) bekam gegen Ratingen mit Rylee Orr einen neuen Sturmpartner an seine Seite gestellt. „Um die Torgefahr besser zu verteilen“, wie EHC-Trainer Jens Hergt erklärt.

Nur ein Tor in 60 Minuten gegen Ratingen erzielt und trotzdem nach Penaltyschießen gewonnen (2:1), ein Tor gegen Dortmund erzielt und trotzdem in Reichweite gewesen (1:3) – der EHC „Die Bären“ 2016 kann offensiv derzeit eine gewisse Ladehemmung nicht verleugnen, hat aber auch aus dem vergangenen Wochenende mit zwei Partien gegen Spitzenteams der Eishockey-Regionalliga West viel Positives mitgenommen. Immerhin bezwangen die Neuwieder vor heimischer Kulisse den Meister der vergangenen Saison. Wegen einer Abwehr, die den Eindruck erweckt, schon jahrelang in dieser Zusammenstellung zu spielen. Aber es wäre dünnes Eis sich darauf zu verlassen, in jeder Partie den eigenen Kasten (fast) sauber zu halten. „Eine Sache fehlt uns noch: Wir müssen aus unseren Chancen mehr Zählbares machen“, kündigte Trainer Jens Hergt nach dem Ratingen-Spiel an, dass das Thema Torabschluss in den nächsten Trainingseinheiten einen wichtigen Platz einnehmen wird. Dass die Bären in sieben Saisonspielen im Schnitt nur knapp über drei Tore erzielt haben, liegt nicht an der Qualität der Spieler. Es ist vielmehr das „Scheibenglück“, das Hergt vermisst. „Anders hätten wir auch gegen Soest und Dortmund gewonnen. Aber das Glück wird auch wieder zu uns zurückkehren.“

Möglichst schnell nach dem Wunsch von Trainer, Spielern und Fans. Am besten schon am Freitagabend, wenn die Deichstädter nach der weitesten Auswärtsfahrt der Saison ab 20.30 Uhr beim Herforder EV auf dem Eis stehen. „Defensiv spielen und die Möglichkeiten besser verwerten.“ So beschreibt Hergt seine Vorgaben an die Mannschaft vor der Reise nach Ostwestfalen, wo eine kompakte Halle mit jeder Menge Krach auf die Bären wartet. Ähnlich wie das Icehouse. „Aber diesmal sind fast alle gegen uns. Wir müssen da cool bleiben“, ist dem gebürtigen Berliner die Atmosphäre bei den Dragons bekannt. Dieser fiel in der laufenden Saison bereits Tabellenführer Ratingen zum Opfer. Die Ice Aliens verloren beim Team von Jeff Job mit 0:3. Ein Ergebnis, das zeigt, wie ausgeglichen es in der Weststaffel der vierthöchsten deutschen Spielklasse zugeht. Aktuell stehen die Herforder, bei denen der Ex-Neuwieder Jan-Niklas Linnenbrügger an 11 von 17 Saisontoren beteiligt war, mit sechs Punkten auf dem vorletzten Platz. Dass sie neben Ratingen auch die Soester EG mit 7:4 bezwangen, bei der Neuwied wiederum leer ausging, mutet kurios und aus EHC-Sicht gefährlich an.
Hinsichtlich der Kadergröße sind die Bären zuversichtlich, am Freitag nach gehäuften Verletzungen, Krankheiten und einer Hängepartie um die noch benötigten neuen Transferkarten der Importspieler Morgan Reiner und Michael Trimboli wieder mehr Spieler aufs Eis bringen zu können. Mit nur 13 Feldspielern gegen Soest und Dortmund sowie 15 gegen Ratingen angetreten, führte die hohe Belastung beim einen oder anderen zu schweren Beine. „So ist es nicht möglich, 60 Minuten lang Power-Eishockey zu spielen“, erklärt der Trainer. Wie es trotzdem gehen kann, hat der Heimsieg über Ratingen gezeigt.

Den Meister geschlagen: Auf die Abwehr ist Verlass

Lucas Leuschner ist mit seinem Tempo eine Bereicherung für die Neuwieder Offensive. „Ich würde ihm wünschen, dass auch beim Toreschießen der Knoten beim ihm platzt", sagt EHC-Trainer Jens Hergt.

Lucas Leuschner ist mit seinem Tempo eine Bereicherung für die Neuwieder Offensive. „Ich würde ihm wünschen, dass auch beim Toreschießen der Knoten beim ihm platzt“, sagt EHC-Trainer Jens Hergt.

 

Was genau Alexander Jacobs damit meinte, blieb sein Geheimnis. Der Trainer der Ratinger Ice Aliens sagte am Sonntagabend nach dem Eishockey-Regionalligaspiel seines Teams beim EHC „Die Bären“ 2016 den Besuch der Pressekonferenz mit der Begründung ab, die Deichstädter seien „eine Schlägertruppe“. Geschlagen hatten die Gastgeber sein Team zwar, aber lediglich im sportlichen Sinne in Bezug auf das Ergebnis. Mit 2:1 nach Penaltyschießen setzte sich Neuwied durch gegen den amtierenden Meister der 1. Liga West, der Vorgänger der Regionalliga West. „Und wir haben verdient den Zusatzpunkt geholt“, sagte EHC-Coach Jens Hergt. Der nahm im VIP-Raum natürlich gerne neben Stadionsprecher Fabian Illigens Platz und resümierte das Wochenende der doppelten Standortbestimmung mit einem positiven Gesamtfazit, auch wenn die Bären am Freitag bei den Eisadlern Dortmund mit 1:3 verloren hatten. Am Sonntag gelang nun vor knapp 700 Zuschauern im Icehouse Wiedergutmachung. „Unsere Spieler haben sich sehr gut an die taktischen Vorgaben gehalten und gekämpft bis zum Umfallen“, beobachtete der 42-Jährige.
Verlass war einmal mehr auf die Abwehr. Die musste zwar bereits in der sechsten Minute das erste Gegentor hinnehmen, als der im Slot positionierte Milos Vanek einen von neben dem Tor kommenden Pass verwertete. Aus dem Spiel heraus war es das erste und letzte Mal, dass die Ice Aliens Bären-Schlussmann Felix Köllejan überwanden. Auch in der ewig langen EHC-Unterzahl im ersten Drittel verteidigten die Hausherren gegen die Außerirdischen sehr gut. Aus einer fernen Galaxie kamen auch einige Entscheidungen von Hauptschiedsrichter Marcus Trottmann. Vier kleine Strafen und eine Disziplinarstrafe verhängte der Unparteiische zwischen der 7. und 13. Minute gegen die Neuwieder, ehe es dann auch zum ersten Mal die Ratinger erwischte.
Als beide Teams im zweiten Abschnitt dann endlich einmal länger in voller Stärke auf dem Eis stehen durften, besaß das Hergt-Team bei gleichem Kräfteverhältnis Vorteile, sodass der Ausgleichstreffer von Robin Schütz in der 23. Minute absolut in Ordnung ging. Zunächst von Simon Migas vor dem Tor gecheckt, rappelte sich der junge Verteidiger wieder auf und nutzte die Vorlage von Stephan Fröhlich sowie Alexander Bill zum 1:1. Neuwied danach am Drücker, Philipp Felföldy (26.) und die erste Reihe, in der diesmal Alexander Bill an der Seite von Stephan Fröhlich und Felix Köbele stürmte, hatten einige Male die Führung auf der Kelle, fanden aber ihren Meister im besten Ratinger, Torwart Christoph Oster.
„Wir müssen aus unseren Torchancen noch mehr machen“, beschrieb Hergt die derzeitige Hauptbaustelle seines Teams. Gegen Dortmund reichte am Freitag ein Tor in 60 Minuten, erzielt durch Stephan Fröhlich, nicht, am Sonntag hingehen, um ins Penaltyschießen zu kommen. Hier zeigten zwei Bären Nervenstärke. Rylee Orr musste als dritter und vorerst letzter Schütze treffen – tat er. Danach trat Fröhlich, bei seinem ersten Versuch bereits erfolgreich, an und überwand Oster auch ein zweites Mal. Stepan Kuchynka schaffte das nicht. Felix Köllejan hielt, und die Neuwieder verließen auch im dritten Saisonheimspiel das Eis als Gewinner.

Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, D. Schlicht, Halfmann, Elzner, Neumann, S. Schlicht – Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Asbach, Leuschner, Bill.
Ratingen: Oster (Kamp) – Holth, Pompino, Appelhans, Migas, Schumacher, Scharfenort – P. Musga, Behlau, Potthoff, B. Musga, Moch, Schneider, Schröder, Kuchynka, Fischbuch, Vanek.
Schiedsrichter: Marcus Trottmann.
Zuschauer: 695.
Strafminuten: 20 + Disziplinarstrafe gegen Orr – 22.
Tore: 0:1 Milan Vanek (Fischbuch, Kuchynka) 6′, 1:1 Robin Schütz (Bill, Fröhlich) 24′. Penaltyschießen: 2:1 Stephan Fröhlich.

Bären kommen zu spät ins Rollen

Felix Köllejan war in Dortmund zweimal machtlos. Das dritte Tor erzielten die Gastgeber, als der EHC-Keeper bereits für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.

Felix Köllejan war in Dortmund zweimal machtlos. Das dritte Tor erzielten die Gastgeber, als der EHC-Keeper bereits für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.

Der EHC „Die Bären“ 2016 hat am Freitagabend die Tabellenführung in der Eishockey-Regionalliga West eingebüßt. Bei kampfstark agierenden Dortmunder Eisadlern mussten sich die Deichstädter mit 1:3 geschlagen geben.
Auf das Schlussdrittel können sich die Bären in dieser Saison verlassen. Gegen Dinslaken haben sie in den letzten 20 Minuten das Spiel gedreht, und auch in Dortmund legte die Mannschaft von Trainer Jens Hergt in der Endphase eine Schippe drauf. Es reichte, um eine spannende Schlussphase herbeizuführen, allerdings nicht, um den in den ersten 40 Minuten eingehandelten 0:2-Rückstand aufzuholen. „Wir fanden zwei Drittel lang nicht richtig ins Spiel, die Pässe kamen nicht an“, monierte EHC-Teammanager Carsten Billigmann. Die Dortmunder hingegen präsentierten sich von ihrer besten Seite. „Wir ließen sie allerdings auch etwas zu viel zum Zuge kommen“, so Billigmann. Zum Zuge und zu zwei Toren. Marvin Geibler (12.) und der ehemalige Herner Roberto Rinke (37.) brachten die Eisadler in Führung. Die Gäste hatten im Abschluss Pech. Sie ließen einige gute Möglichkeiten liegen, unter anderem scheiterte René Sting nach einer halben Stunde per Penalty an Dortmunds Schlussmann Markus Dräger.
Im Schlussabschnitt kam Neuwied deutlich besser ins Rollen und erhöhte den Druck aufs Dortmunder Tor. Fünf Minuten vor dem Spielende trommelte Trainer Hergt seine Jungs bei der Auszeit an der Bank zusammen und vermittelte offenbar den durchschlagenden Erfolg. Nach Vorlage von Michael Trimboli erzielte Kapitän Stephan Fröhlich den Anschluss. Noch 149 Sekunden. Neuer Schwung für die Gäste, sie hatten wieder Zählbares in Aussicht. In den letzten anderthalb Minuten versuchten sie es mit sechs Feldspielern, Felix Köllejan sprintete zur Bande und machte Platz für einen weiteren potenziellen Torschützen. Aber der Puck, und das war bereits in Soest so, fand den Weg ins leere Gehäuse. Michael Alda (59.) ließ Dortmund mit dem Tor zum 3:1-Endstand jubeln (59.).
„Wenn wir früher so gespielt hätten wie im letzten Drittel, wären wir wohl als Sieger vom Eis gegangen“, mutmaßte Billigmann. So bleibt für das Spitzenspiel am Sonntag ab 19 Uhr im Icehouse gegen den neuen Tabellenführer aus Ratingen – die Ice Aliens schlugen Hamm mit 3:2 – trotz des Ergebnisses immerhin ein ordentlicher letzter Eindruck im Gedächtnis. Und vor heimischem Publikum, das hat sich Mannschaft schon auf der Heimfahrt am späten Freitagabend geschworen, wollen sie alles tun, um an Ratingen wieder vorbeizuziehen.

Dortmund: Dräger (Fücker) – Zirnov, Steinschneider, Renner, Gleibler, Buchwald, Licau – Wiegand, Kruminsch, Berger, Wichern, Beeg, Gose, Schmitz, Alda, Wollmann, Menzel, Rinke, Hoffmann.
Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Elzner – Fröhlich, Sting, Orr, Köbele, Felföldy, Leuschner, Reiner, S. Schlicht.
Schiedsrichter: Andreas Kissing.
Zuschauer: 278.
Strafminuten: 8:8.
Tore: 1:0 Marvin Geibler (Beeg, Rinke) 12‘, 2:0 Roberto Rinke (Zirnov) 37‘, 2:1 Stephan Fröhlich (Trimboli) 58‘, 3:1 Michael Alda (Gose) 59‘.

Spitzenspiele kommen Schlag auf Schlag

EHC gibt die ersten Punkte ab

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Geschossen, was das Zeug hält. Aus allen Lagen. Aber es gibt diese Abende, an denen diese gut 150 Gramm schwere Hartgummischeibe einfach nicht den Weg dorthin finden will, wo die Stürmer sie haben wollen: ins gegnerische Tor. Rund 60 Mal schossen die Neuwieder Bären in ihrem Regionalliga-Auswärtsspiel bei der Soester EG den Puck auf das Tor der Bördeindianer, nur einmal landete er im Netz. „Wir können uns eigentlich nur eine schlechte Chancenverwertung vorwerfen. Der Rest war in Ordnung“, sagte Neuwieds Teammanager Carsten Billigmann nach der 1:4-Niederlage. Es war die erste für den EHC im fünften Saisonspiel.

Die Deichstädter konnten aufgrund von fünf Ausfällen nur 13 Feldspieler aufbieten. Falk Elzner, Kevin Kopetzky und René Sting fehlten aufgrund von Blessuren beziehungsweise Erkrankungen, Alexander Bill und Marc Blumenhofen waren aus privaten Gründen verhindert. Dafür feierte Juniorenspieler Sven Asbach seine Regionalligapremiere und machte seine Sache in der dritten Reihe für den Anfang bereits ordentlich. Zwischen den Pfosten gab Leon Frensel sein Pflichtspieldebüt für die Bären. Der 19-Jährige hielt gut, war bei drei Gegentoren aber machtlos. Louis Gerber (5.) und Patric Schnieder (42., 58.) überwanden den Neuzugang aus Düsseldorf. Den vierten Soester Treffer erzielte Nils Hoffmann ins verwaiste Netz, als die Gäste in der letzten Minute alles auf eine Karte gesetzt und einen sechsten Feldspieler aufs Eis gebracht hatten (60.).

In der 55. Minute war der Bann nach vielen vergebenen Torchancen endlich gebrochen. Sven Schlicht hielt die Scheibe zunächst gerade noch im Soester Verteidigungsdrittel, zog dann ab und markierte mit einem Schlagschuss den Anschlusstreffer zum 2:1. Die Mannschaft von Jens Hergt hoffte wieder. Musste in Folge eines Fehlers im Spielaufbau drei Minuten später jedoch das vorentscheidende 3:1 hinnehmen. „Es war auf jeden Fall mehr drin für uns“, bilanzierte Carsten Billigmann, nachdem auch die mitgereisten Neuwieder Fans „ihre“ Spieler mit Applaus in die Kabine verabschiedet hatten.

Soest: Nickel (Arndt) – Ross, Klinge, Gröschner, Themm, Esaulov, Gerber, Hilgenberg, Jäger – Klein, Juricek, Brüggemann, Polter, Hoffmann, Tjupalow, Furda, Schnieder, Sprenger, Peschke, Cicigin.
Neuwied: Frensel (Köllejan) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Neumann – Fröhlich, Orr, Köbele, Felföldy, Asbach, Leuschner, Reiner, S. Schlicht.
Schiedsrichter: Karl Jasik.
Strafminuten: 10 – 10.
Tore: 1:0 Louis Gerber (Brüggemann) 6‘, 2:0 Patric Schnieder (Klinge) 42‘, 2:1 Sven Schlicht 55‘, 3:1 Patric Schnieder (Klein) 58‘, 4:1 Nils Hoffmann (Klinge) 60‘.

Neuwieder Bären fahren als Tabellenführer nach Soest

Morgan Reiner erzielte gegen Dinslaken sein erstes Pflichtspieltor für die Bären. Es war ein wichtiger Bestandteil der fulminanten Aufholjagd.

Wenn es läuft, dann läuft es einfach. Dann enden auch Spiele einmal siegreich, in denen es lange Zeit gar nicht danach aussieht. Schauplatz: Icehouse Neuwied am vergangenen Sonntag. Zeugen: gut 700 Zuschauer, bis auf wenige Ausnahmen für den EHC „Die Bären“ 2016. „Im Eishockey sind schon viele verrückte Sachen passiert“, sagte Trainer Jens Hergt im Anschluss an den 4:3-Sieg seines Teams über Dinslaken, nachdem es bis zur 42. Minute noch mit 0:3 zurückgelegen hatte. Und die Bären verlängerten die Reihe der Kuriositäten in der schnellsten Mannschaftssportart der Welt um ein weiteres Kapitel. Nicht, dass sie die Kobras besiegten, sondern die Art und Weise machte diesen Abend so verrückt. Noch eine andere Liste wurde länger: die der besiegten Gegner. Die Deichstädter feierten in ihrem vierten Saisonspiel der Regionalliga West den vierten Sieg, sodass sie mit der maximal möglichen Punktzahl von zwölf Zählern als Tabellenführer ins vierte Saisonwochenende gehen. Dieses umfasst diesmal nur eine Partie. Am Sonntag ab 19 Uhr gastiert der Spitzenreiter bei der Soester EG. Ein Gegner, den Trainer Jens Hergt ähnlich charakterisiert wie die am Sonntag besiegten Dinslakener: „Soest ist eine unbequeme Mannschaft, die genauso wie die Halle dort ihre Eigenheiten hat. Ich erinnere mich an eigene enge Spiele zu meiner aktiven Zeit.“
Wie der Leistungsstand der Bördeindianer in dieser Saison einzuschätzen ist, fällt noch schwer zu beurteilen. Soest hat erst zwei Partien bestritten, dabei zwar die Bad Nauheimer 1b-Mannschaft mit 6:1 geschlagen, gegen Herford aber auch mit 4:7 verloren. „Wir müssen auf jeden Fall 60 Minuten lang konzentriert spielen. Soest hat eine gute Mannschaft, und zum Beispiel mit Igor Furda einen Spieler, der in den vergangenen Jahren ohne Ende Tore geschossen und vorbereitet hat“, weiß Hergt, auf wen es besonders zu achten gilt. Der 39-jährige Deutsch-Tscheche wechselte im Sommer aus Hamm nach Soest. Für die Eisbären kam er in der Saison 2015/16 in 41 Partien auf 74 Scorerpunkte. Furda ist ein Mann mit Neuwied-Vergangenheit. Vor anderthalb Jahrzehnten absolvierte er 15 Partien für den SC Mittelrhein gemeinsam unter anderem mit Jens Hergt, Marc Blumenhofen und Andreas Halfmann. Bislang hat Furda die Produktion noch nicht in gewohnter Manier aufgenommen. Er steht bisher bei einem Assist. Dafür hat ein anderer Soester Neuzugang schon eifrig gepunktet. Der Kanadier Adam Klein erzielte bereits fünf Treffer und rangiert damit nur hinter einem Landsmann: Rylee Orr vom EHC. Der 26-Jährige hat am Rhein bislang voll eingeschlagen. „Rylee hat sich gut eingelebt und fühlt sich wohl hier. Mit neun Punkten nach vier Spielen ist er nach Felix Köbele der Topscorer der Liga. Das ist genau das, was wir uns von unserem Importstürmer erwartet haben. Jetzt heißt es einfach konstant bleiben und zeigen, dass er der beste Import der Liga ist“, zeigt sich EHC-Teammanager Carsten Billigmann begeistert vom Neuzugang. Aber auch die anderen Reihen können treffen. Gegen Dinslaken hat sich jede Formation in die Torschützenliste eingetragen. Und ein wenig Variabilität kann ja nie schaden.

Zwei Siege in 24 Stunden: Bären bleiben verlustpunktfrei

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Der Moment, in dem das Icehouse am Sonntagabend zu beben beginnt: Dennis Schlichts Schuss findet den Weg zum 4:3-Sieg für die Bären in die Dinslakener Maschen. Torwart Felix Zerbe hat das Nachsehen.

Eine einzige Mannschaft ist in der Eishockey-Regionalliga West zum jetzigen Zeitpunkt noch verlustpunktfrei. Es ist der EHC „Die Bären“ 2016. Auf den 6:4-Erfolg am Samstagabend bei den Grefrath Phoenix ließen die Deichstädter am Sonntag einen 4:3-Sieg gegen die Dinslakener Kobras auf eigenem Eis folgen.
Es gibt diese Eishockeyspiele, die bleiben in Erinnerung, auch wenn sie nicht unbedingt die hochklassigsten sind. Die Partie der Bären am Sonntagabend gegen Dinslaken vor 711 Zuschauern könnte dazu gehören. Nach 40 Minuten lag die Mannschaft von Trainer Jens Hergt mit 0:3 zurück, suchte bis dahin vergebens einen Schalter, um den Modus des Spiels zu ändern. Alexander Brinkmann (6.), Philipp Heffler (29.) und Tim Cornelißen (38.) trafen für die Giftschlangen. Vorentscheidung? Erste Saisonniederlage für den EHC? Denkste.
Als Dinslakens starker Schlussmann Felix Zerbe in der 42. Minute den Puck abprallen ließ und Philipp Felföldy die zweite Chance verwertete, begann eine Aufholjagd, die mit frenetisch jubelnden Neuwieder Fans und Spielern sowie einem mit geballten Fäusten aufs Eis rennenden Trainer Jens Hergt endete. Morgan Reiner (45.) und Stephan Fröhlich (51.) mischten die Karten neu, und dass Dennis Schlicht die Einheimischen in der 56. Minute in Überzahl dann erstmals und schließlich entscheidend in Front bringen sollte, war der finale, aber nach diesem Schlussdrittel irgendwie auch logische Coup. Eine Mammutaufgabe hatten die Neuwieder aber noch zu meistern. Nach zwei Zeitstrafen mussten sie sich gegen drei Kobraspieler mehr erwehren, nachdem Schlussmann Zerbe für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte. Der EHC bestand die Prüfung. „Wir haben uns in der zweiten Pause gesagt, dass das Spiel erst zu Ende ist, wenn 60 Minuten gespielt sind. Es war wahnsinnig, was die Mannschaft im letzten Drittel geleistet haben“, freute sich Jens Hergt über den furiosen Endspurt.
Am Samstagabend beim Auswärtsspiel in Grefrath schien die zweite Aufgabe des Wochenendes nur 24 Stunden später bereits in den Hinterköpfen der Spieler herumzuspuken. „Wir haben zu früh den Schongang eingelegt“, merkte EHC-Teammanager Carsten Billigmann nach der 5:2-Führung zur zweiten Drittelpause an. Es reichte trotzdem zum 6:4-Sieg über den Aufsteiger.
Die Bären waren von Anfang an zwar die klar überlegene Mannschaft, versäumten es nach der frühen Führung durch Felix Köbele (9.) allerdings nachzulegen. Und so machten sie große Augen, dass sie zum ersten Kabinengang doch plötzlich hinten lagen – zum ersten Mal in dieser Saison. Jerome Braun (14.) und Sven Schiefner (16.) schossen die Tore für die Phoenix. Im Mittelabschnitt traten die Gäste dann konsequenter auf. Stephan Fröhlich (21.) und Rylee Orr mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von 11:06 Minuten (27., 36., 38.) bescherten ihnen eine 5:2-Führung nach 40 Minuten. Durch das von Billigmann angesprochen Abdriften in den Schongang lief die Mannschaft von Jens Hergt zweimal in gegnerische Konter. Sascha Schmetz (47.) und erneut Schiefner (53.) verliehen einer scheinbar vorentschiedenen Begegnung, die mit insgesamt nur zehn Strafminuten äußerst fair verlief, doch noch einmal eine spannende Schlussphase. In der behielt Neuwied kühlen Kopf. Und als Alexander Bill auf 6:4 erhöhte (57.), war die Entscheidung gefallen.

EHC Die Bären 2016 – Dinslakener Kobras 4:3 (0:1, 0:2; 4:0)
Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, Dennis Schlicht, Halfmann, Neumann, Kopetzky – Fröhlich, Sting, Orr, Köbele, Felföldy, Reiner, Leuschner, Sven Schlicht, Bill.

Dinslaken: Zerbe (Schaffrath) – Bronischewski, Cornelißen, Grabner, Linse, Hofschen – Wilson, Heffler, Dreyer, Spazier, Haßelberg, Tanke, Plichta, Goldmann, Pleger, Brinkmann.

Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.

Zuschauer: 711.

Strafminuten: Neuwied: 16 – Dinslaken: 6.

Tore: 0:1 Alexander Brinkmann (Plichta) 6‘, 0:2 Philipp Heffler 29‘, 0:3 Tim Cornelißen 38‘, 1:3 Philip Felföldy (Bill) 42‘, 2:3 Morgan Reiner (Sting, Halfmann) 45‘, 3:3 Stephan Fröhlich (Köbele) 51‘, 4:3 Dennis Schlicht 56‘.

Grefrath Phoenix – EHC Die Bären 2016 4:6 (2:1, 0:4, 2:1)
Grefrath: Nilges (Henning) – Markus, Krölls, Baum, Schwarte – Schroll, Lüdke, Holzki, Holstein, Bergmann, Schmetz, Nelleßen, Bisel, Schiefner.

Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Elzner, Neumann, Kopetzky – Fröhlich, Sting, Orr, Köbele, Felföldy, Leuschner, Reiner, S. Schlicht, Bill.

Schiedsrichter: Dominic Borger.

Strafminuten: Grefrath: 4 – Neuwied: 6.

Tore: 0:1 Felix Köbele (Fröhlich, Schütz) 9‘, 1:1 Jerome Baum (Schroll, Bergmann) 14‘, 2:1 Sven Schiefner (Krölls, Holstein) 16‘, 2:2 Stephan Fröhlich (Köbele) 21‘, 2:3 Rylee Orr (Fröhlich, Köbele) 27‘, 2:4 Rylee Orr (Felföldy, Bill) 36‘, 2:5 Rylee Orr (Schütz) 38‘, 3:5 Sascha Schmetz (Schroll Bergmann) 47‘, 4:5 Sven Schiefner (Holstein) 53‘, 4:6 Alexander Bill (Fröhlich, Kopetzky) 57‘.

Arbeitssieg nach Blitz-Hattrick

In der Eishockey-Regionalliga West gibt es noch genau eine Mannschaft mit einer blütenweißen Weste: Sie kommt aus Neuwied. Der EHC „Die Bären“ 2016 gewann in Grefrath auch seine dritte Partie dieser Runde nach 60 Minuten. Einen 6:4-Arbeitssieg nahmen die Deichstädter am Samstagabend vom Niederrhein mit. In der nordamerikanischen Profiliga NHL hat es Tradition, dass die Zuschauer nach einem Hattrick Hüte, Mützen und Kopfbedeckungen aller Art aufs Eis werfen. „Hut ab“ hätte sich am Samstagabend in Grefrath Rylee Orr verdient – und das innerhalb von 11:06 Minuten. So lange lag zwischen dem ersten und dem dritten Treffer des EHC-Angreifers mit der Nummer 9 auf dem Rücken. Es waren die Neuwieder Tore Nummer drei, vier und fünf an diesem Abend, die der Partie den entscheidenden Dreh verliehen. Mund abputzen, die Zähler mitnehmen und keine 24 Stunden später am Sonntagabend ab 19 Uhr im Icehouse gegen Dinslaken wieder mit eine Schippe drauflegen – so lautete nach dem Ertönen der Schlusssirene die Losung aus Sicht des EHC. „Wir konnten nicht an die Leistung aus dem Spiel gegen Hamm anknüpfen. Wir passen uns leider noch zu sehr dem Gegner an“, fasste Neuwieds Teammanager Carsten Billigmann die Begegnung beim Aufsteiger an. Die Bären waren von Anfang zwar die klar überlegene Mannschaft, versäumten es nach der frühen Führung durch Felix Köbele (9.) allerdings nachzulegen. Und so machten sie große Augen, dass sie zum ersten Kabinengang doch plötzlich hinten lagen – zum ersten Mal in dieser Saison. Jerome Braun (14.) und Sven Schiefner (16.) schossen die Tore für die Phoenix. Im Mittelabschnitt traten die Gäste dann konsequenter auf. Stephan Fröhlich (21.) und eben der Orr-Hattrick (27., 36., 38.) bescherten ihnen eine 5:2-Führung nach 40 Minuten. „Aber dann haben wir wieder den Schongang eingelegt. Vielleicht befand sich das Spiel am Sonntag schon in den Hinterköpfen“, vermutete Billigmann. Die Mannschaft von Trainer Jens Hergt lief zweimal in gegnerische Konter. Sascha Schmetz (47.) und erneut Schiefner (53.) verliehen einer scheinbar vorentschiedenen Begegnung, die mit insgesamt nur zehn Strafminuten äußerst fair verlief, doch noch einmal eine spannende Schlussphase. In der behielt Neuwied kühlen Kopf. Und als Alexander Bill auf 4:6 erhöhte (57.), war die Entscheidung gefallen. Dritter Sieg im dritten Spiel. Diese 100-Prozent-Quote soll am Sonntag zu Hause weiterhin Bestand haben.
Neuwied: Köllejan (Fensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Elzner, Neumann, Kopetzky – Fröhlich, Sting, Orr, Köbele, Felföldy, Leuschner, Reiner, S. Schlicht, Bill.
Grefrath: Nilges (Henning) – Markus, Krölls, Baum, Schwarte – Schroll, Lüdke, Holzki, Holstein, Bergmann, Schmetz, Nelleßen, Bisel, Schiefner.
Schiedsrichter: Dominic Borger.
Strafminuten: Grefrath: 4 – Neuwied: 6.
Tore: 0:1 Felix Köbele (Fröhlich, Schütz) 9‘, 1:1 Jerome Baum (Schroll, Bergmann) 14‘, 2:1 Sven Schiefner (Krölls, Holstein) 16‘, 2:2 Stephan Fröhlich (Köbele) 21‘, 2:3 Rylee Orr (Fröhlich, Köbele) 27‘, 2:4 Rylee Orr (Felföldy, Bill) 36‘, 2:5 Rylee Orr (Schütz) 38‘, 3:5 Sascha Schmetz (Schroll Bergmann) 47‘, 4:5 Sven Schiefner (Holstein) 53‘, 4:6 Alexander Bill (Fröhlich, Kopetzky) 57‘.