Hellmann bringt das Meister-Gen mit

Kommt als Meister nach Neuwied: Frederic Hellmann will zum Saisonende mit den Bären genauso feiern wie hier im Zweibrücker Dress.

Als die Neuwieder Spieler ihre Eishockey-Saison 2016/17 nach dem Viertelfinal-Aus gegen den Herforder EV bereits beendet hatten, stand er noch auf dem Eis. Bis zum ulimativen Endspiel-Showdown inklusive Happy-End. Mit 2:0 Spielen bezwang der EHC Zweibrücken im Meisterschaftsfinale der Regionalliga Südwest Heilbronn, und Frederic Hellmann streckte überglücklich den Pokal in die Höhe. „Wir haben uns in drei Jahren stetig gesteigert, und diesmal passte alles. Unsere Mannschaft war eingespielt und hatte Routine sowie ein gutes Powerplay“, sagt der Verteidiger. Als Meister verabschiedete er sich von den „Hornets“, als Meister kommt er nun zum EHC „Die Bären“ 2016. Frederic Hellmann wird die Abwehr des West-Regionalligisten in der kommenden Spielzeit verstärken und das Trikot mit der Nummer 14 tragen.
Der 28-Jährige zog Anfang Mai aus privaten Gründen nach Koblenz, schaute sich nach Vereinen in der Umgebung um und hörte von Eishockey-Freunden und -Bekannten „viel Gutes“ über die Bären. „Als ich gemerkt habe, dass mir hier alles zusagt, habe ich mich nicht mehr weiter umgeschaut und zugesagt“, erzählt der gebürtige Kölner, der bis zum Juniorenalter bei den Mannheimer Adlern spielte und über den Neusser EV und den 1b-Teams der Mannheimer und der Kölner Haie schließlich in Zweibrücken landete.
Hellmann zählte in der Meistersaison der Pfälzer zu den Leistungsträgern seines Teams und kam für einen Abwehrspieler auf bemerkenswerte Statistiken: In 25 Partien war er an 38 Toren beteiligt, und das bei nur vier Strafminuten. „Ich spiele schon körperbetont, aber fair und bin trotzdem kein Verteidiger, der nur vorne rumrennt“, charakterisiert sich der Student, der das Unterzahlspiel als seine beste Disziplin nennt und auch in Überzahl viel Eiszeit erhielt, selbst.
Seine Gesamtbilanz aus 194 Regionalligapartien weist 33 Tore und 104 Vorlagen auf. Ähnlich will Hellmann in Neuwied weitermachen, wo er ähnliche Ziele verfolgt wie an seiner jüngsten Station: „Ich will den nächsten Pokal gewinnen. Das ist mein persönliches Ziel. Wir haben eine gute Mannschaft, die das schaffen kann.““

Sting: Die einstige Schwäche zur Stärke gemacht

René Sting bleibt weiterhin für den EHC am Puck.

Barack Obama wird zum US-Präsidenten gewählt, in deutschen Gaststätten tritt das Rauchverbot in Kraft, die deutsche Fußballnationalmannschaft verliert das EM-Endspiel gegen Spanien – lange ist’s her. Im kommenden Jahr bereits eine Dekade. Genauso lange wartet René Sting darauf, als Spieler zu beitragen zu können, dass sein Team eine Meisterschaft gewinnt. Am 15. März 2008 holt sich die Jugendmannschaft der Iserlohn Roosters durch einen Sieg beim EV Regensburg die deutsche Meisterschaft. Sting ist 16 Jahre alt, kommt in 33 Saisonspielen auf 73 Scorerpunkte. Ja, da war zwar der Regionalliga-Titelgewinn mit den Neuwieder Bären in der Saison 2013/14. Aber damals fehlte Sting verletzungsbedingt. „Jetzt wäre es wieder an der Zeit, eine Meisterschaft selbst auf dem Eis zu erleben. Vor allem sehnen sich auch die Neuwieder Fans danach“, sagt der gebürtige Siegener. Dafür hat er seinen Vertrag bei den Bären verlängert. Es wird bereits die vierte Saison am Rhein nach 2012/13, 2013/14 und 2016/17 für den Angreifer, der 2012 vom EHC Netphen kam. In den beiden Oberliga-Jahren dazwischen musste er aufgrund der schweren Knieverletzung eine Zwangspause einlegen. „Die Geschichte mit der Patellasehne hat lange gedauert“, erinnert sich der Angreifer, der die Rückkehr aufs Eis kaum abwarten konnte. In der Saisonvorbereitung hielt das Knie, auch in den Spielen merkte er, dass „alles genauso wie früher“ war. „Für uns war es insgesamt eine gute Saison mit dem zweiten Hauptrundenplatz. Aber es wäre in den Play-offs sicherlich mehr drin gewesen als das Viertelfinale“, lässt Sting seine Comeback-Saison in Trikot des EHC „Die Bären“ 2016 Revue passieren. Um im nächsten Jahr mehr als das Viertelfinale zu erreichen, hat die Arbeit an den konditionellen Grundlagen bereits begonnen. Sting: „Ich will mit unserer Mannschaft mindestens ins Halbfinale. Und dann schauen wir weiter.“
Sting arbeitet bei jedem Wechsel auf dem Eis hart für den Erfolg des Teams, ist kein Spieler, der auf seine persönliche Statistik schaut. „Meine Aufgabe ist es bei jedem Einsatz dafür zu fighten, dass wir kein Gegentor kassieren“, erklärt er, wofür Trainer Jens Hergt den 25-Jährigen einplant.
Nicht immer war René Sting der Spielertyp, bei dem defensive Sicherheit an erster Stelle steht. „Früher war die Abwehrarbeit eher meine Schwäche. Die habe ich mir mit dem Sprung vom Jugend- in den Erwachsenenbereich erarbeitet. Im Nachwuchs kannst du nach vorne rennen, bei den Senioren wird das hingegen vom Gegner eiskalt ausgenutzt“, erzählt er. Nach vorne zu rennen, das war auch Stings Ding zu Iserlohner Zeiten mit teilweise über zwei Punkten im Schnitt pro Spiel und schließlich der Meisterschaft, die zehn Jahre zurückliegt, wenn im Frühjahr 2018 die Regionalliga-Play-offs beginnen. Dann würde René Sting das Warten auf einen Titel gerne beenden. Für sich selbst, für die Mannschaft und für die Bären-Fans.

Neubert: Das gesamte Paket passt

Zurück in der Bärenhöhle: Karl Neubert verstärkt zur Saison 2017/18 die Abwehr der Bären.

Es gibt solche und solche Verteidiger im Eishockey. Diejenigen mit dem ausgeprägten Drang nach vorne, die fürs Spektakel zuständig sind, und diejenigen, die dem Namen ihrer Position im eigentlichen Sinne gerecht werden und den Fokus auf die Abwehrarbeit richten. Karl Neubert gehört zweifelsfrei in die zweite Kategorie. Er fällt nicht durch spektakuläre Punktausbeuten auf, ist mit seiner zuverlässigen Art auf dem Eis aber ein Spieler, der dem Trainer kaum einmal die Schweißperlen auf die Stirn treibt. „Er ist ein sehr solider Regionalliga-Verteidiger“, sagt Carsten Billigmann, der Manager des EHC „Die Bären“ 2016.
Der 26-Jährige hat das bereits zwischen 2012 und 2015 auf Neuwieder Eis bewiesen und wird es auch ab September wieder tun. Der Verteidiger, der einst aus der Oberliga Ost von den „Wild Boys“ Chemnitz in die West-Staffel zu den Bären wechselte und nach der Spielzeit 2013/14 erkennen musste, dass Beruf und Oberliga-Eishockey nur schwierig unter einen Hut zu bekommen sind, kehrt von der EG Diez-Limburg an den Rhein zurück. 108 Ligapartien absolvierte „Kalle“ bislang im Bären-Dress, nun werden einige weitere hinzukommen. „Ich habe 2014 aus zeitlichen Gründen zwischenzeitlich ganz mit dem Eishockey aufgehört und bin dann ab Dezember für Diez aufs Eis gegangen“, wirft der gebürtige Bad Muskauer einen Blick zurück. Mit dem Aufstieg der EGDL aus der Hessen- in die Regionalliga war klar, dass Neubert eine neue Erfahrung macht: gegen die Bären auf dem Eis stehen. „In Neuwied gegen Neuwied zu spielen, ist für jeden Gegner unglaublich schwer, wenn die Bären von 700 bis 1000 Fans nach vorne getragen werden. Für die Gäste ist das heftig, für den EHC einfach nur Fun. Dieses Gefühl will ich wieder genießen. Die Fans sind ein Grund dafür, dass ich zurückkehre.“
Für Neubert passt in der Deichstadt das komplette Paket: Die zeitliche Entlastung durch die Nähe zur Arbeit und den eigenen vier Wänden, die sportlichen Perspektiven („Ich denke wir haben eine sehr schlagkräftige Mannschaft, mit der wir einiges reißen können“) und im Wesentlichen die Strukturen, die der Verein bietet: „In Neuwied befindet sich das komplette Umfeld auf einem ganz anderen Niveau. Die ganze Organisation ist für die Regionalliga super aufgestellt.“

Zwei weitere Derbys gegen die EGDL

In der Eishockey-Saison 2017/18 wird es zusätzlich zum Spielbetrieb in der Regionalliga West zwei weitere Derbys zwischen dem EHC „Die Bären“ 2016 und der EG Diez-Limburg geben. Das hat die rheinland-pfälzische Ligatagung ergeben. Eine Rheinland-Pfalz-Liga wird es im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit nicht geben, dafür allerdings einen Rheinland-Pfalz-Pokal, an dem Neuwied, Diez-Limburg, der EHC Zweibrücken und der EV Bitburg teilnehmen. Die Bären und die Rockets treffen bereits im Halbfinale aufeinander, wobei das entscheidende Rückspiel in der Bärenhöhle steigt. Das Endspiel wird in Zweibrücken oder Bitburg ausgetragen. Die Spieltermine stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Etzel: Neuwied, nirgendwo anders

Spieler wie Tobias Etzel, die sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellen, stehen bei jedem Trainer hoch im Kurs. Jens Hergt hat ihn in Neuwied weiterhin zur Verfügung.

Was machen Eishockeyspieler eigentlich in der Sommerpause? Tobias Etzel nennt als erstes ein Betätigungsfeld, das nicht im Geringsten an Erholung bei Sonnenschein erinnert. „Muckibude“, sagt der Angreifer. „Ich will richtig fit sein für die neue Saison.“ Es wird die erste komplette für Etzel im Trikot des EHC „Die Bären“ 2016. „Super Fans, geile Stimmung – in Neuwied passt das ganze Umfeld, wo man einfach gerne hinkommt. Es ist mir nicht schwer gefallen, mich zu entscheiden, was ich in der nächsten Saison mache. Mir war klar, dass ich momentan nirgendwo anders Eishockey spielen möchte“, sagt der Bad Nauheimer zu seiner Vertragsverlängerung beim Regionalligisten.
Als Nachverpflichtung holte EHC-Manager Carsten Billigmann den 25-Jährigen Anfang des Jahres von der Bad Nauheimer Reserve, für die Bären sammelte in elf Partien sechs Scorerpunkte. Billigmann bewies ein glückliches Händchen. „Tobi hat sich sofort integriert. Er ist ein Arbeiter vor dem Herrn, der dort hingeht, wo es wehtut, und auch spielerisch einiges drauf hat – einfach ein runder Regionalligaspieler. Solche Typen sind für eine Mannschaft unverzichtbar.“
Etzel schont auf dem Eis weder sich noch den Gegner, ist bei weitem nicht nur ein „Emotional Leader“. Billigmann erinnert sich ganz genau an das Derby bei der EG Diez-Limburg. „Seine beiden Tore in diesem Spiel waren nicht von schlechten Eltern.“ „In Neuwied klappte es mit dem Scoren besser als zuvor in Bad Nauheim“, unterstreicht der Stürmer. Alleine beim 6:4-Derbysieg über die EGDL war er an vier Treffern beteiligt. Tobias Etzel ist eben ein Mann für die besonderen Spiele. Für die Play-offs zum Beispiel. „Ich will mit dem EHC in der nächsten Saison weit kommen“, sagt er. Ein Ziel, für das sich Tobias Etzel schon jetzt in der Sommerpause hart arbeitet.

Schug: Play-off-Sehnsucht in Neuwied stillen

Moritz Schug spielte im vergangenen Jahr für die Rostock Piranhas in der Oberliga und kehrt nun zu den Bären zurück.

Was für kleine Kinder Weihnachten ist, das sind für Eishockey-Spieler die Play-offs. Ihnen glänzen die Augen alleine schon, wenn sie das Wort hören. Moritz Schug hat in seiner Laufbahn davon noch nicht viel mitbekommen. Mit dem Kölner Nachwuchs schaffte er es zweimal, vor einem Jahr war die Endrunde für den Angreifer mit dem EHC Neuwied bereits nach drei Partien gegen die Hannover Indians beendet ehe er zu den Piranhas nach Rostock wechselte. Aber Piranhas und Play-offs – die hatten in der Oberliga-Spielzeit 2016/17 nur den Anfangsbuchstaben gemeinsam, für Schug war die Saison nach der Hauptrunde beendet. „Ich will es wieder in die Endrunde schaffen“, sagt der 20-Jährige. Und das versucht er ab Herbst dort zu schaffen, wo er sich im Frühjahr verabschiedete – allerdings nur für ein paar Monate. Moritz Schug kehrt nach Neuwied zurück und wird den Kader des EHC „Die Bären“ 2016 weiter verstärken.
In Rostock hat sich Schug weiterentwickelt, aber er spürte auch eine gewisse Sehnsucht. „Neuwied ist für mich ein Zuhause geworden, und die tollen Erfahrungen hier werden mich jetzt wieder zurückverschlagen“, sagt er. Der Angreifer ist als vielversprechender Spieler in Richtung Ostsee aufgebrochen und kehrt nun noch ein Stück reifer zurück. „Ich habe mich in Rostock weiterentwickelt, einiges dazu gelernt, kann jetzt eine Reihe besser führen, das Zepter in die Hand nehmen. Wenn es gilt, kann man sich auf mich verlassen“, charakterisiert sich der Rechtsschütze, der in Mecklenburg-Vorpommern eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begonnen hat, die er nun bei Fahrrad XXL Franz fortsetzt.
Sein Kontakt in die Deichstadt ist nie abgerissen. Indem er sich mit Felix Köbele, Robin Schütz, Stephan Fröhlich und Felix Köllejan regelmäßig austauschte, war Schug immer bestens informiert über die aktuelle Situation bei den Bären. Das, was seine ehemaligen Mitspieler am Telefon erzählten, trug dazu bei, dass Moritz Schug nun wieder am Rhein angreift.

Senkrechtstarter Schütz verlängert

Bleibt eine feste Stütze in der EHC-Abwehr: Robin Schütz.

Der EHC „Die Bären“ 2016 kann auch künftig auf seinen Top-Verteidiger bauen. Robin Schütz hat seinen Vertrag beim Eishockey-Regionalligisten verlängert.
Förderlizenz der Kölner Haie, drei Oberligaspiele in der Saison 2015/16 für die Neuwieder Bären – Schütz gewann in seinem aus 180 Pflichtspielminuten bestehenden Premierenjahr in der Deichstadt zunächst nur einen ersten Eindruck vom EHC. Es war ein guter Eindruck, denn der Verteidiger blieb und steckte sich für die Regionalliga-Spielzeit ein persönliches Ziel. „Ich will meine Rolle im Team festigen“, sagte der gebürtige Kasseler im Sommer. „Gelungen – und wie“, sagen wir jetzt ein knappes Dreivierteljahr später. „Robin hat sich in seinem ersten richtigen Seniorenjahr super entwickelt. Er hat sich innerhalb von kürzester Zeit zu einer ganz wichtigen Stütze in unserer Defensive gemausert. Ich bin sehr glücklich, dass er auch in der nächsten Saison wieder für uns aufläuft“, bilanziert Teammanager Carsten Billigmann die Leistungen des Senkrechtstarters mit nordhessischen Wurzeln. Schütz gehört mit seinen erst 21 Jahren bereits zu den Leistungsträgern der Mannschaft, war zuletzt an der Seite von Mike Trimboli in der ersten Verteidigungsreihe gesetzt. „Ich habe in Neuwied von unserem Trainer Jens Hergt und Manager Carsten Billigmann sofort viel Vertrauen geschenkt bekommen“, erklärt Schütz einen Aspekt, der hinter seiner positiven Entwicklung steckt. „Und jetzt“, so kündigt er an, „wollen wir in der nächsten Saison richtig angreifen. Wir hatten uns mehr ausgerechnet als das Viertelfinale, wobei man bei der Bewertung natürlich auch beachten muss, wie wenig Zeit im Sommer blieb, um den Kader zusammenzustellen. Jetzt versuchen wir auf jeden Fall ins Halbfinale zu kommen. Mindestens.“

Brabec: Neuwied hatte das größte Interesse

Hier noch gegen, ab Sommer für die Bären auf dem Eis: Torjäger Martin Brabec kommt von der EG Diez-Limburg.

„Wir wollten das letzte Drittel geduldig angehen. Aber dann stimmte direkt beim ersten Wechsel ausgerechnet gegen einen der besten Spieler der Liga die Zuordnung nicht.“ Ein Satz, den Jens Hergt am 27. Januar sprach, nachdem der EHC „Die Bären“ 2016 das Derby in der Eishockey-Regionalliga West gegen die EG Diez-Limburg mit 3:4 verloren hatte. Hergt sprach von dem Spieler, der damals den entscheidenden Treffer gegen den EHC erzielte, er sprach von Martin Brabec. Der wird Hergts Bären in der kommenden Saison keine Sorgen mehr bereiten. Im Gegenteil: Der Tscheche ist der erste Neuzugang der Deichstädter für die Spielzeit 2017/18 und soll sie nach vorne schießen.
Der 24-Jährige wurde zuletzt nicht nur auf dem Eis (meistens vergebens) gejagt, sondern auch von etlichen Vereinen. Kein Wunder, hatte er doch in seinem ersten Jahr in Deutschland in 31 Regionalliga-Partien für die EGDL 36 Tore erzielt und 37 Vorlagen gegeben und belegte somit Position vier in der Scorerwertung. Brabec hatte die freie Wahl und sagte alle Angebote ab – außer Neuwied, obwohl ihm in finanzieller Hinsicht bessere Offerten vorgelegen haben sollen. Der 1,82 Meter große Torjäger ist ein Spieler, der großen Wert darauf legt, sich in seinem Umfeld wohl zu fühlen. Das Drumherum muss passen. Und das überzeugte ihn in Neuwied schon nach wenigen Gesprächen mit den EHC-Verantwortlichen. „Neuwied hat das größte Interesse an mir gezeigt. Deshalb ist meine persönliche Entscheidung so ausgefallen“, erklärt der Linksschütze, der in den vier Partien gegen die Bären acht Scorerpunkte sammelte und das Neuwieder Publikum als beeindruckend erlebte: „Es war großartig, in einer solchen Atmosphäre zu spielen.“
Für Carsten Billigmann, Teammanager der Bären, war es ein Tag wie Weihnachten und Ostern zusammen, als der von Brabec unterschriebene Vertrag in Neuwied eintraf: „Mit Martin haben wir einen für die Regionalliga absoluten Ausnahmespieler bekommen. Er ist nicht nur auf dem Eis eine immense Verstärkung, sondern auch menschlich ein ganz feiner Kerl.“ Voller Ehrgeiz antwortet er auf die Frage nach seinen Zielen am Rhein: „Ich möchte das Höchstmögliche erreichen.“ Dafür will Brabec weiterhin das beweisen, was Jens Hergt schon am 27. Januar sagte: Dass er einer der besten Spieler der Liga ist.

Zwillinge verlängern in ihrer zweiten Heimat

Zwei zuverlässige Stützen, die dem EHC auch für die Saison 2017/18 das Ja-Wort gegeben haben: Sven (links) und Dennis Schlicht.

Sie kamen im Dezember 2014 gemeinsam aus Bad Nauheim, sie haben den Bären im Sommer 2016 die Treue gehalten, und sie werden auch in der Spielzeit 2017/18 für den EHC „Die Bären“ 2016 die Schlittschuhe schnüren: Die Zwillinge Sven und Dennis Schlicht haben ihre Verträge in der Deichstadt verlängert – eine Nachricht, die bereits bei der Saisonabschlussfeier für reichlich Applaus der Fans sorgte. Manager Carsten Billigmann freut sich, zwei zuverlässige Leistungsträger weiterhin in den Reihen seines Teams zu haben: „Sie haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie wichtig sie für die Mannschaft sind. Zwei unverzichtbare Stützen.“
Herford, Play-off-Viertelfinale, Spiel Nummer zwei. Die Bären sind in Ostwestfalen soeben ausgeschieden. Leer sind die Gesichter, zwei wirken besonders fassungslos. Die Schlicht-Zwillinge stehen an diesem Abend des 19. Februar nach der 2:5-Niederlage, die das Saison-Aus bedeutet, maßlos enttäuscht vor der EHC-Mannschaftskabine. Die beiden 25-Jährigen sind der Ehrgeiz in der Person, man merkt ihnen schon in diesen Minuten an, dass die Gedanken bereits um die Zeit nach der Sommerpause kreisen. Neu angreifen, dann deutlich weiter kommen, wieder mit den Bären. „Für meinen Bruder und mich war es immer klar, dass wir bleiben. Für uns ist Neuwied eine zweite Heimat geworden. Wir fühlen uns hier super wohl und haben sehr viel Spaß. Das liegt zu einem Großteil auch an den Fans, die uns so zahlreich unterstützen und es ermöglichen hier zu spielen – danke hierfür“, schwärmt Sven Schlicht, der in Herford die letzten beiden EHC-Saisontore erzielte und in der kompletten Runde 23 Scorerpunkte (13 Tore, 10 Assists) verbuchte.
Sein Bruder Dennis traf fünfmal ins Schwarze und bereitete acht Treffer vor. Es werden für beide nicht die letzten Punkte als Neuwieder gewesen sein. Denn nach der Sommerpause ruft wieder die zweite Heimat. „Neuwied ist uns in den vergangenen Jahren richtig ans Herz gewachsen. Uns liegt so viel an diesem Verein, für den der Vorstand gerade nach dem schwierigen Sommer 2016 so viel getan hat“, hebt Dennis Schlicht hervor. „Und auch deshalb wollen wir in der nächsten Saison in den Play-offs unbedingt auch weiter kommen.“

Bombers retten den Sonntag nach Hornets-Absage

Einen Eishockey-Abend mit der Extra-Portion Spaß zum Saisonausklang erwartet Robin Schütz und die anderen Bären am Sonntag gegen die Deichstadtbombers

Eigentlich hätte sich am kommenden Sonntag ab 19 Uhr zwischen dem EHC „Die Bären“ 2016 und dem EHC Zweibrücken II die Eishockey-Rheinland-Pfalz-Meisterschaft entscheiden sollen – eigentlich. Seit Montagnachmittag steht fest, dass der Pokal in die Deichstadt geht, weil die „Hornets“ die Partie kurzerhand absagten. Die offizielle Begründung: Zweibrücken bekäme keine spielfähige Mannschaft zusammen. Aber ohne Abschlussspiel eine Saison beenden? Das kommt nicht in Frage. Die „Deichstadtbombers“, die Neuwieder Hobbymannschaft, springen kurzfristig ein und werden ab 19 Uhr das zweite „Benefizspiel“, dessen Einnahmen dem Neuwieder Nachwuchs zugutekommen, retten. „Wir sind den Bombers sehr dankbar und freuen uns auf einen tollen Eishockeyabend mit viel Spaß sowie der einen oder anderen Überraschung“, kündigt Carsten Billigmann zum Beispiel ein paar Spieler an, die sonst nicht auf dem Eis zu sehen sind­. Nach Zweibrückens Rückzieher fragte der EHC-Teammanager bei „seinem“ Hallensprecher Fabian Illigens an, der zum Team der Bombers zählt, ob dessen Team einspringen möchte. Illigens ließ die Drähte glühen, fragte seine Mannschaftskollegen und gab kurze Zeit später Antwort: „Klar, machen wir.“
Ein entscheidendes Spiel um den Meistertitel abzusagen, steht sinnbildlich für das traurige Bild, das der rheinland-pfälzische Ligaspielbetrieb derzeit abgibt. „Auf der Tagung vor der Saison, als unser neuer Verein noch nicht gegründet war, meinte man ursprünglich, dass es voraussichtlich keine Rheinland-Pfalz-Liga geben wird. Weil diese Information nicht bis nach Neuwied vordrang, haben wir für die Rheinland-Pfalz-Liga gemeldet – so wie es in den vergangenen Jahren immer Pflicht war, wen­n wir mit der ersten Mannschaft in einem anderen Landesverband gespielt haben. Und dann hieß es seitens des Verbandes plötzlich: ,wenn die Neuwieder wieder dabei sind, wird es auch eine Rheinland-Pfalz-Liga geben'“, erklärt Billigmann die kuriosen Hintergründe. Entstanden war eine „Dreier-Liga“ mit Neuwied sowie den Reserven aus Bitburg und Zweibrücken, deren sportlicher Wert sich auf Hobby-Eishockey-Niveau befindet. Das wurde am Sonntag auch hinter den Kulissen des Bitburg-Spiels deutlich: Die Eifelaner drohten während der Partie mehrfach, das Spiel abzubrechen, weil Neuwied „zu hart“ spiele und darauf aus sei den Gegner vorführen zu wollen. Billigmann: „Wenn unsere Mannschaft es darauf angelegt hätte, hätten wir nach dem ersten Drittel schon 20 Tore erzielt.“
Als letzte Saison-Erinnerung wird  den Fans aber ein anderer Eishockeyabend bleiben: ein harmonischer mit der Partie gegen die „Deichstadtbombers“. „Für uns wird der Sonntag nach einer tollen Saison das Sahnehäubchen auf der Torte. Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir die tolle Nachwuchsarbeit des EHC unterstützen können. Dieses Spiel sollte sich keiner entgehen lassen“, können Fabian Illigens und seine Kollegen schon jetzt das Eröffnungsbully kaum abwarten.