Allendorf komplettiert Torhüter-Trio

Legt den Pinguin-Dress ab und trägt künftig Bären-Outfit: Torwart Jendrik Allendorf.

Seine Reginonalliga-Feuertaufe liegt gut anderthalb Jahre zurück. Der Neusser EV muss Mitte Januar 2017 bei der EG Diez-Limburg spielen, ohne seine etatmäßige Nummer eins Ken Passmann. Das Trainerduo Andrej Fuchs/Daniel Benske vertraut dem 18-jährigen Jendrik Allendorf, und der läuft in seinem ersten Regionalligaspiel zur Höchstform auf. Neuss gewinnt mit 4:3 am Heckenweg, woran der gebürtige Essener einen großen Anteil hat. „An diesem Abend hat er gezeigt, was er kann“, erinnert sich Benske, der den jungen Schlussmann künftig wieder unter seinen Fittichen hat. Der 1,86-Meter-Mann wechselt aus dem Krefelder Nachwuchs zum EHC „Die Bären“ 2016. Allendorf ist neben Felix Köllejan und Tim Lehwald, den er aus seiner Zeit bei den Pinguinen kennt, der dritte Neuwieder Torhüter in der Spielzeit 2018/19. „Wir wollen einen hohen Konkurrenzkampf auf allen Positionen. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, mit drei Keepern in die Saison zu gehen“, sagt EHC-Manager Carsten Billigmann. Allendorf hat sich trotz seines jungen Alters schon hinreichend bewiesen – nicht nur bei seinem Regionalliga-Einstand in Diez. „Wer in der Oberliga bei Herne eine Förderlizenz hatte, für Krefeld DNL spielte, häufig mit der DEL-Mannschaft der Pinguine trainierte und ein paarmal in der DEL auf der Bank saß, der kann etwas“, weiß Benske. Das alles trifft auf den 20-Jährigen zu. „Ich freue mich auf das neue Team, neue Leute kennenzulernen und will die Mannschaft so gut unterstützen, wie es mir möglich ist“, sagt der Keeper. Und was er von seinen neuen Mannschaftskameraden auf dem Eis erwartet? „Zum Beispiel gutes Zusammenspiel im eigenen Drittel.“ Worte, aus denen der Torhüter spricht.

1,64 Meter voller Energie kehren zurück

April 2014. Ein 17-jähriger Wirbelwind besucht das Try-out-Training der Neuwieder Bären. Ein Spieler, der körperlich zu den Kleineren auf dem Eis gehört, dafür aber ein umso größeres Eishockey-Herz besitzt. Max Wasser kommt mit seiner unbekümmerten Spielweise direkt gut an, bei Manager Carsten Billigmann genauso wie bei den Fans. Zwei Jahre lang spielt der Angreifer in der Oberliga für den EHC, ehe aufgrund der Insolvenz die Wege auseinander gehen. Aber nur vorübergehend. Jetzt, gut vier Jahre nach seinem ersten Auftritt im Icehouse kehrt der gebürtige Mannheimer in die Deichstadt zurück und erklärt warum: „Ich kenne das Umfeld, die Leute, bei meinem Arbeitgeber Intersport Krumholz, wo ich schon meine Ausbildung absolvieren konnte, bekomme ich eine Stelle und ich weiß wie in Neuwied alles abläuft. Dieses Paket war für mich ausschlaggebend.“
Dieser Max Wasser ist ein Frühstarter. Träumen andere ein Leben lang vergebens davon, einmal Deutscher Meister zu werden, hatte er diesen Titel schon als Jugendlicher dreimal in seiner Vita stehen. 2010, 2011 und 2012 gehörter er in Mannheim zum besten Schüler-Team Deutschlands. Und mit nun 21 Lenzen schon 166 Oberliga-Einsätze angesammelt zu haben, ist auch nicht von Pappe. 2014/15 und 2015/16 beim EHC, anschließend jeweils eine Saison bei den Hannover Indians und am Timmendorfer Strand machen ihn zu dem Mann im EHC-Kader mit den meisten Drittliga-Einsätzen. „Das waren gute Erfahrungen mich in einem professionellen Umfeld wie in Hannover ins Team gekämpft zu haben und in Timmendorf, wo ich viel Eiszeit erhielt“, blickt Wasser zurück.
„Vor einer Woche haben wir gesagt, dass es im Angriff noch eine Schlüsselposition zu besetzen gilt. Das ist uns mit Max nun so gelungen, wie wir es uns gewünscht hatten“, freut sich Carsten Billigmann über Wassers Unterschrift, die bei einigen Vereinen heiß begehrt war. „Max ist nicht umsonst ein wahrer Publikumsliebling. Mit seiner Spielweise hat er sich in seinen ersten beiden Jahren bei uns einen festen Platz im Herzen der Fans gesichert. Und er wird wieder zeigen, warum das so ist.“
Als „einer, der die Drecksarbeit macht“ bezeichnete sich der Rückkehrer vor seinem ersten EHC-Intermezzo. Hat er seine Spielweise nun geändert? 20 Punkte in 44 Saisonspielen am Timmendorfer Strand zeigen zumindest, dass der 21-Jährige offensiv mit zunehmender Erfahrung noch eine Schippe draufgelegt hat. Wie viele Zähler es in der Regionalliga werden, ist schwierig zu sagen. „Ich habe in dieser Klasse noch nie gespielt. Das ist völliges Neuland für mich“, sagt Wasser. Aber eines verspricht er: „Meine Spielweise hat sich gegenüber der Vergangenheit nicht verändert. Das ist in mir drin, das bekomme ich auch so schnell nicht raus.“ Die Neuwieder Fans werden das gerne hören.

Appelhans verstärkt EHC-Abwehr

Dass Dennis Appelhans in der Abwehr seinen Mann steht, bewies er in den letzten beiden Jahren im Trikot der Ratinger Ice Aliens. In dieser Situation verhindert er (Nummer 22) als „letzter Mann“ ein Tor von Andreas Wichterich.

Daniel Benske war zu seiner aktiven Eishockey-Zeit Torhüter und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine stabile Abwehr ist, die dem Schlussmann möglichst viel Arbeit abnimmt. Leute, die hart arbeiten, sich in Schüsse werfen, Erfahrung mitbringen und wenn es die Situation erlaubt auch im Angriff Akzente setzen können. Diese Attribute bringt nach Alexander Richter auch der zweite Abwehr-Neuzugang des EHC „Die Bären“ 2016 mit: Dennis Appelhans kommt von den Ratinger Ice Aliens zum Eishockey-Regionalligisten aus Neuwied. „Dennis ist ein zuverlässiger Spieler, der in Ratingen zuletzt seine Klasse gezeigt hat und in jedem Spiel 120 Prozent gibt“, sagt der EHC-Trainer, dem es mit seinen guten Kontakten in der nordrhein-westfälischen Eishockey-Szene gelungen ist, den gebürtigen Gummersbacher gemeinsam mit Manager Carsten Billigmann nach guten Gesprächen an den Rhein zu lotsen. „Wir haben in der nächsten Saison eine sehr starke Mannschaft, die oben mitspielen sollte. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass es ein erfolgreiches Jahr wird“, blickt Appelhans voraus.
Ratingen war in der vergangenen Saison die einzige Mannschaft, gegen die Neuwied in vier Partien keinen Punkt holte. Direkt im ersten Vergleich Mitte Oktober lagen die Bären zwischenzeitlich mit 2:1 vorne, aber dann schnürte Appelhans innerhalb von vier Minuten einen Doppelpack und wendete das Blatt, das bis zum Hauptrundenende auf dieser Seite liegen bleiben sollte. Für Appelhans waren es damals zwei von sechs Saisontoren (plus neun Assists). „Er kann auch offensiv in Erscheinung treten. Er ist ein Verteidiger für eine vordere Reihe“, sagt Billigmann über den 26-Jährigen, der im Nachwuchs für Köln, Iserlohn sowie Krefeld spielte und seit dem Jahr 2012 das Trikot von Ratingen, Grefrath und Neuss trug. Mit den Ice Aliens wurde er 2016/17 Regionalliga-Vizemeister. Ja, die eine oder andere Strafzeit gilt es noch zu reduzieren, aber auch hier ist Trainer Daniel Benske guter Dinge: „Das haben wir schon damals, als Dennis bei mir in Neuss gespielt hat, hinbekommen, und das werden wir auch jetzt wieder schaffen.“

Herne und Essen: Zwei Vorbereitungsknaller im Icehouse

Zu Oberliga-Zeiten lieferten sich die Bären und die Moskitos so manches heiße Duell.

Nein, Daniel Benske schont seine Mannschaft in der Vorbereitung auf die Eishockey-Saison 2018/19 wahrlich nicht. Gemeinsam mit Manager Carsten Billigmann stellt der Trainer des EHC „Die Bären“ 2016 schon zu den Vorbereitungsspielen ein anspruchsvolles und für die Zuschauer attraktives Programm zusammen. Nachdem der Herner EV um die beiden Ex-Bären Lukas Schaffrath und Moritz Schug für den 19. September, 19 Uhr, die Zusage gegeben haben, freut sich Neuwied nun, am 14. September, 20 Uhr, mit den Moskitos Essen einen weiteren Oberligisten im Icehouse begrüßen zu dürfen. „Das werden bereits zwei Knaller, die mit Sicherheit Lust auf die Saison machen“, sagt Billigmann. Die beiden übrigen geplanten Begegnungen müssen noch festgelegt werden.

Dauerkarten: Frühbucher bekommen sechs Spiele geschenkt

Der EHC „Die Bären“ 2016 richtet sich auf die Regionalliga-Saison 2018/19 aus. Der Mannschaftskader nimmt immer konkretere Züge an, und der Dauerkartenvorverkauf steht ebenfalls schon vor der Tür. Vom 4. bis 31. Juli können sich EHC-Fans ihre Saisonkarte in der Getränkerie (Stettiner Straße 2) zu den gängigen Öffnungszeiten sichern und dabei ein besonderes Frühbucherschnäppchen machen. Gegenüber einem späteren Dauerkartenkauf kann man in diesem Zeitraum bis zu 40 Euro sparen und im Vergleich zum Erwerb von Einzeltickets für jede Partie sogar derer 60. Die Dauerkarte gilt für alle 18 Hauptrundenspiele sowie die vier Vorbereitungsspiele im Icehouse. Preise im Überblick: Einzeltickets: 10 Euro regulär, 8 Euro ermäßigt (Studenten, Schüler ab 16 Jahre, Menschen mit Behinderung, Rentner, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger), 5 Euro Kinder bis 15 Jahre. Dauerkarten (4. bis 31. Juli): 160 Euro regulär, 128 Euro ermäßigt, 80 Euro Kinder. Dauerkarten (ab 1. August): 200 Euro regulär, 160 Euro ermäßigt, 100 Euro Kinder.

Früher WM, heute Bären: Niklas Solder kommt

Bären-Neuzugang Nummer drei gab EHC-Manager Carsten Billigmann seine Zusage für die Saison 2018/19: Niklas Solder kehrt nach einem halben Jahrzehnt zum EHC zurück. Damals war er Förderlizenzspieler.

Es war einmal die Saison 2011/12 in der Eishockey-Regionalliga, da bestritt ein gerade einmal 18 Jahre alter Nachwuchsmann acht Partien für den EHC Neuwied in der Relegation. Mit einer Förderlizenz sammelte der Teeanager, der den Kölner Haien gehörte, bei den Bären weitere Spielpraxis. Ein Mann mit Talent, dem es damals im Icehouse gefallen hat, und jetzt gut ein halbes Jahrzehnt später in die Deichstadt zurückkehrt. Förderlizenz-Zeiten sind für den inzwischen 24-Jährigen längst vorbei, er hat sich in Neuss als gestandener Regionalliga-Spieler behauptet und will das nun beim EHC auf dem Eis beweisen. „Neuwied ist etwas Besonderes in der Liga“, sagt Niklas Solder – nach Kevin Wilson und Alexander Richter Neuzugang Nummer drei der Deichstädter für die Spielzeit 2018/19.
Solders Eishockey-Vita ist interessant, vor allem weil da sechs Einsätze für die deutsche U18-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land auftauchen. „Das war ein großes Erlebnis“, erinnert sich der Angreifer an das Turnier, das im Viertelfinale durch eine 3:4-Niederlage gegen Kanada endete. Zum Team zählten mit Oliver Mebus, Frederik Tiffels und Sebastian Uvira unter anderem drei A-WM-Teilnehmer diesen Jahres, mit Leo Pföderl einer der Olympiahelden von Pyeongchang und ein gewisser Tobias Rieder, der in der NHL inzwischen den Durchbruch geschafft hat. „Irgendwann muss man sich in seiner Karriere dann entscheiden, wie es weitergeht“, blickt Solder heute zurück. Während es andere in DEL schafften, ging der gebürtige Neusser einen anderen Weg, holte sein Fachabitur nach und schloss daran eine Ausbildung an. Seine Augen glänzen, wenn er von den Erinnerungen aus 2011 berichtet. „Ich spreche noch gerne darüber“, sagt er. Und vielleicht spricht er irgendwann ja auch einmal gerne über die Saison 2018/19 bei den Neuwieder Bären. „Ich will mit der Mannschaft eine Runde weiter kommen als sie es zuletzt geschafft hat“, kündigt der Neuzugang an. Den Erfolgshunger bringt er auf jeden Fall schon einmal mit.

Die Oberliga ruft: Lukas Schaffrath verlässt den EHC

Leon Frensel nach Heilbronn, Michael Güßbacher nach Kaufbeuren – der EHC „Die Bären“ 2016 hat im zurückliegenden Jahr schon zweimal erfahren, wie es ist, einen Torhüter – um genau zu sein die eigentliche Nummer zwei – an höherklassige Vereine zu verlieren. Jetzt reiht sich bereits der dritte Keeper in diese Reihe ein: Lukas Schaffrath, der im Sommer 2017 von den Dinslakener Kobras zum Neuwieder Eishockey-Regionalligisten wechselte, hat ein Angebot eines Oberligisten erhalten und will diese Gelegenheit unbedingt wahrnehmen. „Wenn ein Spieler die Chance hat, sich höher zu beweisen, dann ist es das Normalste der Welt, dass er sich verabschiedet. Wir wünschen Lukas alles Gute bei seinem neuen Verein“, sagt EHC-Manager Carsten Billigmann, der auch anmerkt: „Torhüter gibt es nun einmal nicht so viele wie Verteidiger oder Stürmer. Deshalb ist dieser Bereich auf dem Spielermarkt eher dünn. Aber wir haben gute Kontakte und werden für die neue Saison einen guten Ersatz bekommen.“

Wilson: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Kevin Wilson jubelt: In der Saison 2017/18 erzielte er für Dinslaken sechs Treffer gegen die Bären, ab der Spielzeit 2018/19 geht er nun für den EHC auf Torejagd.

Kevin Wilson hat für Aufsehen gesorgt. In der Regionalliga West, aber auch unter den Fans des EHC „Die Bären“ 2016. Nach diversen Partien der Neuwieder Kufencracks gegen die Kobras aus Dinslaken äußerten sich EHC-Anhänger in den sozialen Medien begeistert über den Kapitän der Giftschlangen. Da wurde geschwärmt von einem Spieler, der die gegnerische Abwehr alleine austanze und obendrein ein guten Torriecher mitbringt. Sieben Mal hat Wilson in der Saison 2017/18 gegen die Bären gespielt, unter anderem in der Viertelfinalserie, und mit insgesamt sechs Toren sowie drei Assists war er einer der Gründe dafür, warum Trainer Daniel Benske regelmäßig von einem „unangenehmen Gegner“ sprach, wenn sein Team gegen die Kobras aufs Eis musste. Wesentlich angenehmer ist dem EHC-Coach die Nachricht, den 31-Jährigen in der kommenden Saison im eigenen Kader zu haben. „Kevin hat in den zurückliegenden Jahren gezeigt, dass er ein super Regionalliga-Torjäger ist, der sich aber noch weiterentwickeln kann – auch mit 31 Jahren. Das will er in Neuwied tun“, sagt Benske über die zweite Neuverpflichtung der Deichstädter nach Verteidiger Alexander Richter vom Neusser EV. „Es war für mich schon in der Vergangenheit immer etwas Besonderes in Neuwied zu spielen – auch als Gegner. Jetzt freue ich, Teil dieses Teams zu werden“, sagt der EHC-Neuzugang.
Der Stürmer gewann in der Saison 2015/16 mit den Ratinger Ice Aliens die Regionalliga-Meisterschaft und hat in 87 Viertliga-Partien ordentliche 106 Scorerpunkte verbucht. „Mit Kevin haben wir schnell qualitativ guten Ersatz für Moritz Schug gefunden, der nach Herne in die Oberliga wechselt. Wir sind froh, dass Kevin sich für uns entschieden hat, obwohl er ein anderes attraktives Angebot aus der Regionalliga vorliegen hatte“, freut sich EHC-Manager Carsten Billigmann.
Wilson hat sich bei den Bären einiges vorgenommen. „Mit 31 Jahren bin ich nicht mehr der Jüngste. Wenn ich die Chance jetzt nicht noch einmal ergreife, bei einem ambitionierten Regionalligisten zu spielen, wann dann?“, fragt der Familienvater im besten Eishockey-Alter. „Ich werde alles geben, um meine hohen Ziele mit der Mannschaft zu erreichen.“ Kevin Wilson, der sich selbst als Spieler bezeichnet, den auf dem Eis wenig aus der Ruhe bringt, hat dafür mit der individuellen Saisonvorbereitung mit im Fitnessstudio mit Joggingeinheiten schon begonnen.

Spaßvogel mit starkem Aufbaupass

Zweikämpfe gegen Deion Müller wird es für Alexander Richter künftig nur noch im Training geben. Der 22-jährige Verteidiger (hier noch im Trikot des Neusser EV) ist der erste Neuzugang des EHC „Die Bären“ 2016.

Die Fahrgemeinschaft aus Neuss in Richtung Neuwied bekommt ab der Eishockey-Saison 2018/19 Zuwachs. Gemeinsam mit Trainer Daniel Benske und Verteidiger Daniel Pering wird dann ein weiterer Abwehrspieler in den Wagen steigen, und der versichert schon jetzt: „Gute Laune ist auf der Fahrt definitiv garantiert.“ Derjenige, der das sagt, heißt Alexander Richter, ist 22 Jahre alt und schnürt die Schlittschuhe künftig für den EHC „Die Bären“ 2016 in der Regionalliga West – ein Typ Spaßvogel, für den auf dem Eis jedoch Schluss mit lustig ist. „Ein absoluter Wunschspieler von mir“, sagt Coach Benske, der ihn und seine Spielweise in Neuss in den vergangenen Jahren kennen- und schätzen gelernt hat. Alexander Richter ist kein Spieler, der für das große Offensivfeuerwerk verantwortlich ist, aber immer durch Standhaftigkeit auffällt, sich jederzeit in den Dienst der Mannschaft stellt. „Ein wenig wie Daniel Pering“, sagt Benske – und das nicht nur, weil auch er genau wie im Frühjahr sein Abwehrkollege vom NEV an den Deich wechselt. „Er hat seine Stärke in der Defensivarbeit, aber wenn er einen seiner maßgenauen Aufbaupässe spielt, dann kann es für jeden Gegner unangenehm werden.“ Und genau diese Qualität soll auch dem Neuwieder Spiel zugutekommen: „Ich will den Spielaufbau unterstützen“, sagt der Neu-Bär über sich selbst.
Richter verbrachte seine Nachwuchszeit mit Ausnahme eines kurzen Abstechers nach Iserlohn in Reihen der Düsseldorfer EG, kam unter anderem 63 Mal in der DNL zum Einsatz und wechselte vor vier Jahren zu seiner ersten Seniorensaison nach Neuss. „Auch wenn Alexander noch sehr jung ist, kennt er die Regionalliga bereits aus dem Effeff“, sagt Benske über den Rechtsschützen und ergänzt: „Ich habe ihm schon immer zugetraut, eine Klasse höher als in der Regionalliga spielen zu können, aber mit dem Beginn seines Studiums hat er andere Prioritäten gesetzt.“ So bleibt der Abwehrmann auch weiterhin der vierthöchsten Spielklasse treu. Nur das Trikot wechselt er – das weiß-schwarze Neusser gegen das blau-weiße Neuwieder. „Mit Neuss haben wir in der letzten Saison die Play-offs leider verpasst. Mit Neuwied will ich so weit wie möglich kommen. Diese Ambitionen und der Faktor, dass mich mit Daniel ein Trainer erwartet, mit dem ich mich sehr gut verstehe, waren zwei Gründe, warum ich mich für einen Wechsel nach Neuwied entschieden habe“, erzählt derjenige, der nicht nur auf der Fahrt nach Neuwied, sondern auch in der Kabine und mit Leistungen auf dem Eis für gute Stimmung beim EHC sorgen will.

Der Torjäger bleibt an Bord

Wenn ein Spieler neu in einer Liga ankommt, hat er den Vorteil, dass ihn die Gegner noch nicht kennen. Es dauert umso länger, bis sich die anderen Mannschaften auf ihn eingestellt haben, wenn er eine besondere Qualität mitbringt. Inzwischen wissen die Regionalligisten ganz genau Bescheid über die Qualitäten des Martin Brabec. Und somit ist es eine Herkulesaufgabe, die Leistung aus dem Premierenjahr in der zweiten Saison zu bestätigen. Brabec hat diese im Trikot des EHC „Die Bären“ 2016 bravourös gemeistert. 34 Punktspiele, 30 Tore, 42 Assists – der Tscheche, der im Sommer von der EG Diez-Limburg ins Icehouse wechselte, war gleichauf mit Michael Jamieson der Neuwieder Topscorer 2017/18. Da sagen sich Management und Trainer: „Solch ein Spieler muss bleiben.“ Und Brabec wird bleiben. Der EHC und der Torjäger mit der Rückennummer 64 haben den Vertrag bereits für eine weitere Spielzeit verlängert. „Martin hat in der abgelaufenen Runde gezeigt, dass er längst nicht nur eine reine Scoringmaschine ist, sondern auch ein Kämpfer und Arbeiter, der jeden noch so weiten Weg auf dem Eis geht und keine Scheibe verloren gibt“, schwärmt Bären-Manager Carsten Billigmann. Die erste Kontingentspielerstelle der Neuwieder für die Saison 2018/19 ist somit besetzt.