Drei Brabec-Tore führen EHC zum Sieg

Martin Brabec erzielte gegen die Bördeindianer drei der fünf EHC-Buden.

Zwei Regionalliga-Niederlagen in Folge? Bislang nicht mit dem EHC „Die Bären“ 2016. Zwei Tage nach der ernüchternden 1:3-Heimniederlage gegen die Ice Aliens aus Ratingen rehabilitierten sich die Neuwieder am Sonntagabend vor offiziell 164 Zuschauern in Soest, behielten mit 5:4 die Oberhand und kehrten mit nun 26 Punkten aus 13 Partien auf Tabellenplatz drei der Eishockey-Regionalliga West zurück. Für die Gäste begann die Partie ideal. Bereits nach etwas mehr als acht Minuten führte der EHC nach Treffern von Martin Brabec und Sven Schlicht mit 2:0, während Soest zunächst nur selten in die Nähe des Tores von Lukas Schaffrath kam. Das änderte sich im abwechslungsreichen zweiten Drittel, in dem die Bördeindianer zulegten. „Sie haben uns in dieser Phase Probleme bereitet, und der Anschlusstreffer kündigte sich schon vorher an“, erklärte EHC-Trainer Jens Hergt. Er kündigte sich an und fiel in der 31. Minute auch. Marc Polter läutete neun Minuten ein, in denen es munter hoch und runter ging. Dreimal egalisierten die Gastgeber, zweimal antworteten die Deichstädter postwendend mit der erneuten Führung – jeweils durch Martin Brabec in den Minuten 34 und 37. Die Karten für das Schlussdrittel komplett neu mischte Simon Tambosi. Sieben Sekunden vor der Pause markierte er das 4:4. Es war Soests zweites von Erfolg gekröntes Powerplay an diesem Abend.
Dass die Endphase der nach diesen torreichen Minuten nur noch einen weiteren Einschuss bereithielt, gefiel den Gästen. Denn mit Stephan Fröhlich war es einer aus ihren Reihen, der in der 47. Minute eine starke Einzelaktion krönte. Auf den Prüfstand stellte eine Soester 5:3-Überzahl den EHC. „Die Mannschaft hat sich da aber gut durchgekämpft“, atmete Hergt auf, der in den letzten Minuten auf seinen US-Import Michael Jamieson verzichten musste. Der Angreifer zog sich eine Leistenverletzung zu und musste vorzeitig das Eis verlassen. Eine genaue Diagnose wird eine Untersuchung zu Wochenbeginn hervorbringen.

Soest: Nickel (Fleischer) – Ross, Mörschler, Klinge, Schutzeigel, Hilgenberg – Juricek, Tambosi, Reschetnikow, Polter, Furda, Sedivy, Peschke, Cicigin.
Neuwied: Schaffrath (Köllejan) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Schiedsrichter: Stefan Wentingmann.
Zuschauer: 164.
Strafminuten: 4:12.
Tore: 0:1 Martin Brabec (Fröhlich, Schug) 5′, 0:2 Sven Schlicht (Müller) 9′, 1:2 Marc Polter (Cicigin, Furda) 31′, 2:2 Niels Hilgenberg (Sedivy, Reschetnikow) 33′, 2:3 Martin Brabec (D. Schlicht, Schug) 34′, 3:3 Martin Juricek (Reschetnikow, Klinge) 34′, 3:4 Martin Brabec 37′, 4:4 Simon Tambosi (Juricek, Furda) 40′, 4:5 Stephan Fröhlich 47′.

Kuchynka trifft ins Neuwieder Herz

Martin Brabec entwischt in dieser Szene Ratingens Simon Migas und erzielt kurz später das zwischenzeitliche 1:0 für die Bären. Es blieb der einzige Neuwieder Treffer des Abends.

Der EHC „Die Bären“ 2016 hat am Freitagabend zum ersten Mal in dieser Saison ein Regionalliga-Heimspiel verloren. Die Neuwieder unterlagen den Ratinger Ice Aliens mit 1:3. Martin Brabec, Michael Jamieson, Moritz Schug, Dennis Schlicht, Sven Schlicht und Stephan Fröhlich – mehr Offensive und potenzielle Torgefahr als in der letzten Minute für die Bären auf dem Eis stand, ging kaum. Aber irgendwie kam den Gastgebern der Killerinstinkt abhanden, und das nicht nur in den letzten 60 Sekunden, sondern in den gesamtem 60 Minuten der Partie gegen den amtierenden Vizemeister, der nach zuletzt vier Niederlagen am Stück den ersten Sieg unter seinem neuen Trainer Achim Johnigk feierte. „Unsere Mannschaft hat heute Moral gezeigt und gegen eine gute Neuwieder Mannschaft auch etwas glücklich gewonnen“, ordnete der Nachfolger von Alexander Jacobs, der bis vor kurzem noch die U19-Mannschaft der Ice Aliens trainierte, den Dreier ein.
Nach einem an Höhepunkten armen, zerfahrenen ersten Drittel, in dem die Bären eine frühe vierminütige Überzahl nicht nutzen konnten, weil einige Schüsse von gegnerischen Verteidigern geblockt wurden und Martin Brabec eine von wenigen herausgespielten Aktionen nicht vergolden konnte, legte der EHC im Mittelabschnitt einen Zahn zu und kam besser in Fahrt. Die Schlicht-Zwillinge, Brabec, Tobias Etzel und Deion Müller sorgten für mehr Körperlichkeit in den Zweikämpfen und versuchten ihre Mannschaftskameraden mitzureißen. Dass sich mehr Einsatz und Kampfkraft auszahlt, spiegelte sich in einer Neuwieder Drangphase ab der 25. Minute wider. Ratingens starker Schlussmann Christoph Oster rückte nun in den Mittelpunkt und zeigte wiederholt seine ganze Klasse. Auch in Unterzahl machten die Deichstädter Druck – der Führungstreffer lag in der Luft und fiel durch Martin Brabec in der 29. Minute. „Insgesamt haben wir aber zu viele gute Möglichkeiten ausgelassen, wir hatten das Schussglück nicht“, stellte Trainer Jens Hergt fest. Später musste er sich darüber ärgern, weil Ratingen aus deutlich weniger Gelegenheiten mehr machte. Pascal Behlau (32.) und Milan Vanek (38.) drehten das Ergebnis zu Gunsten ihres Teams. Am Schussverhältnis gemessen schmeichelhaft, am Willen, den die Gäste vom Sandbach aufs Neuwieder Eis brachten, hingegen nicht. „Ratingen wollte den Sieg mehr, zeigte mehr Leidenschaft“, kommentierte EHC-Manager Carsten Billigmann.
Ein Tor Rückstand ist im Eishockey zwar ruckzuck aufgeholt, am Freitagabend jedoch nicht für die Bären. Häufig genug tauchte die Scheibe vor Oster definitiv auf, aber Kapital schlugen die Hausherren daraus nicht. Am nähesten war man dem 2:2 in der 52. Minute, als Andreas Wichterich den Pfosten traf. Das Anrennen der Hergt-Truppe hielt an, aber auch das Abgeschmettertwerden von der Ice-Aliens-Abwehr, und so kam es wie es fast schon kommen musste: Stepan Kuchynka klärte die Scheibe in der Schlussminute aus der eigenen Zone, um mit einem Abpraller von der Seitenbande ins leere Tor den 1:3-Endstand zu erzielen. Ein Treffer mitten ins Neuwieder Eishockey-Herz.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Ratingen: Oster (Steffen) – Pompino, Maas, Migas, Schumacher, Scharfenort – Meissner, Behlau, Moch, Schneider, Hanke, Dreischer, Schiefner, Kuchynka, Fischbuch, Tim Brazda, Vanek.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 609.
Strafminuten: 8:8.
Tore: 1:0 Martin Brabec (Wichterich, Fröhlich) 29′, 1:1 Pascal Behlau (Pompino) 32′, 1:2 Milan Vanek (Fischbuch, Pompino) 38′, 1:3 Stepan Kuchynka (Fischbuch, Schumacher) 60′.

Die Außerirdischen kommen zum Topspiel

Neuwied gegen Ratingen (hier eine Spielszene aus der Vorsaison) – das sind immer knappe, spannende Begegnungen auf hohem Regionalliga-Level. Am Freitag kommt der Vizemeister zum nächsten Spitzenspiel nach Neuwied.

Sie haben durchgeschnauft, die Beine ein wenig hochgelegt, die eine oder andere Blessur und Erkältung auskuriert, die Akkus aufgeladen – die Neuwieder Bären nutzten das spielfreie Wochenende, um jetzt frisch gestärkt wieder ans Werk zu gehen und sich den nächsten beiden Aufgaben zu stellen. Ratingen (Heimspiel am Freitagabend ab 20 Uhr im Icehouse) und Soest (am Sonntag auswärts ab 19 Uhr) heißen die beiden Gegner in der Eishockey-Regionalliga West an diesem Wochenende.
„Die fünf Spiele in zehn Tagen haben ein paar Spuren hinterlassen. Wir haben gemerkt, dass am Ende dieser zwei intensiven Wochen die Beine der Spieler schwer waren“, kommentiert Trainer Jens Hergt. Schwer vielleicht, aber nicht zu schwer, um den Neusser EV in die Schranken zu verweisen (5:0) und so die Position unter den Top-Teams der Liga zu festigen. „Wir haben von elf Partien acht für uns entschieden und sind absolut bei der Musik dabei“, so Hergts Zwischenfazit, nachdem rund ein Drittel der Hauptrunde absolviert ist.
An den Auswärtsleistungen, daraus macht der Trainer keinen Hehl, müsse man noch etwas arbeiten, aber die Ergebnisse im heimischen Icehouse können dafür nicht besser sein. Fünf Siege in fünf Spielen, immer mit mindestens drei Toren Unterschied – das hinterlässt Eindruck, zumal Spitzenteams wie Hamm (6:0) und Diez-Limburg (6:3) keine Chance hatten. Das soll nun auch nach der Partie gegen Ratingen so bleiben. „Die Woche nach dem Neuss-Spiel haben wir genutzt, um auch im Training den Spaßfaktor vermehrt mit einzubringen. Die Mannschaft hat dadurch an Lockerheit dazugewonnen, und seit Dienstag stand mit Vollgas die intensive Vorbereitung auf die Ice Aliens an“, erklärt Hergt, welche Schwerpunkte er im Training setzte. Seine Erkenntnis: „Die Mannschaft ist gut drauf und gut aufgestellt, um den nächsten Sieg einzufahren. Wir wollen auch gegen Ratingen zeigen, dass in der Bärenhöhle für niemanden etwas zu holen ist.“
Wenn Regionalliga-Top-Adressen, zu denen Neuwied und Ratingen zweifelsfrei zählen, aufeinandertreffen, entscheiden Kleinigkeiten. Das haben auch die bisherigen Duelle gezeigt: 2016/17 endeten drei von vier Aufeinandertreffen mit einem Treffer Differenz. Ratingens 6:3-Erfolg vor einem Monat am Sandbach war zwar etwas deutlicher, aber auch da begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe.
Der EHC erwartet für Freitagabend eine Ratinger Mannschaft, die nach den jüngsten Ergebnissen angefixt ist. Gegen Herford (5:7), Hamm (2:6), Diez-Limburg (3:4) und Neuss (2:4) gingen die Außerirdischen viermal in Folge leer aus. Das ist ungewohnt für die vom Niederländer Alexander Jacobs trainierten Aliens. „Die werden angefressen zu uns kommen und aus diesem kleinen Tief herauskommen wollen. Ratingen muss abliefern, wir aber auch“, rechnet Jens Hergt mit einer umkämpften Partie.
Die Ergebniskrise des Vizemeisters, der neben Hamm den ausgeglichsten Mannschaftskader ins Rennen schickt, zeigt einmal mehr, dass es in der Weststaffel der vierthöchsten deutschen Spielklasse keinen Alleingang geben wird. „Das ist keine Partyliga, in der jemand alle anderen abschießt“, weiß Hergt. Das gilt für Hamm, Herford und Ratingen genauso wie für Diez-Limburg und den EHC.
„Und die Mannschaften“, fügt der Neuwieder Coach hinzu, „die in der Tabelle weiter unten stehen, geben gegen die Spitzenteams immer doppelt so viel Gas.“ Das wird am Sonntagabend wohl auch bei der Soester EG gelten. Die Bördeindianer zeigten nicht nur in Neuwied (4:7), dass sie in der Offensive mit Martin Juricek und Ernst Reschetnikow über gute Qualität verfügen, auch den starken Herfordern machten die Schützlinge von Dieter Brüggemann das Leben schwer. Nach zwischenzeitlicher 5:2-Führung mussten sie sich den Ice Dragons noch mit 6:9 beugen. Im Eisstadion am Soester Möhnesee ist die Eisfläche zwar genauso groß wie andernorst, aber dort haben Spiele immer einen eigenen Touch. „Da haben wir uns schon immer schwer getan – auch als ich selbst noch aktiv war“, erinnert sich Hergt. In Ermangelung einer Plexiglasumrandung sorgen hohe Schüsse und abgefälschte Pucks häufiger als in anderen Hallen für Unterbrechungen. „Es geht nur mit Konzentration und einer geschlossenen Teamleistung“, betont der EHC-Trainer.

Bären brauchen eure Stimmen!

Liebe Bärenfans, die Tage ab dem 15. November und bis zum Monatsende müsst ihr euch rot im Kalender markieren. Der EHC hat bei der Aktion „Verein des Monats“ von vereinsleben.de die Macher der Kampagne mit seiner Bewerbung überzeugt, wurde aus allen eingegangenen Vorstellungen ausgewählt und nimmt als einer von 10 Vereinen nun an der Abstimmung teil.
Um dem Eishockeystandort Neuwied eine rosige Zukunft zu gewährleisten, braucht man Nachwuchs. Und aus diesem Grund will der EHC noch intensiver in seine Jugendarbeit investieren. Genau hier würden wir das Preisgeld (immerhin ein Gesamtwert von 15 000 Euro!) einsetzen.
Dafür brauchen wir euch, Bärenfamilie. Schon mit ganz wenigen Mausklicks, vor allem kostenfrei und mit etwas Glück noch einem schicken Weber-Grill als Gewinn, der unter allen Abstimmern verlost wird, könnt ihr eure Stimme für die Bären abgeben.
So funktioniert’s: Einfach am besten schon jetzt unter www.vereinsleben.de registrieren und ab dem 15. November täglich einmal unter https://www.vereinsleben.de/verein-des-monats für den EHC abstimmen. Fairness ist dabei oberstes Gebot: Mehrfachregistrierungen einer Person sind strengstens tabu, werden von vereinsleben.de sorgfältig überprüft und führen zum Ausschluss des Vereins aus dem Wettbewerb. Unter https://www.vereinsleben.de/vereine/ehc-die-baeren-2016 findet ihr zudem das Vereinsprofil der Bären. Hier könnt ihr als Mitglieder oder Fan durch Anklicken des entsprechenden Buttons eure Verbundenheit zum EHC ausdrücken. Auch das soll nicht unbelohnt bleiben: Wir verlosen unter allen, die uns als Mitglied/Fan beitreten, ein handsigniertes Trikot unserer Regionalliga-Mannschaft.

Diszipliniert und stabil: Bären ohne Strafen und Gegentor

Robin Schütz (ganz links) rahmte den Abend gegen Neuss ein. Der Verteidiger erzielte das erste und fünfte Tor für die Bären.

Wie man nach einer Niederlage postwendend in die Erfolgsspur zurückfindet, wissen die Neuwieder Bären ganz genau. Das bewiesen sie bereits vor einer Woche mit dem 6:0-Sieg gegen Meister Hamm, das bestätigten sie nun auch am Sonntagabend im Icehouse gegen den Neusser EV. Wieder souverän, wieder diszipliniert, wieder ohne Gegentor. Und das gegen eine Mannschaft, die sich unlängst ebenfalls gegen Hamm durchgesetzt hatte. Die Gastgeber setzten sich mit 5:0 durch und verbesserten sich auf den zweiten Tabellenplatz.
Ein Blick auf das statistische Werk: Dieser Eishockeyabend lieferte einige bemerkenswerte Zahlen, die alle Bären-Anhänger überzeugten. Der EHC kassierte keine einzige Hinausstellung und hielt bereits zum zweiten Mal in dieser Saison seinen Kasten sauber. Das gelang noch keiner anderen Mannschaft in der Regionalliga West. Über einen Shutout freuen durfte sich diesmal Lucas Schaffrath, der es seinem vor Wochenfrist nicht zu bezwingenden Torhüterkollegen Felix Köllejan gleichtat. „Lucas hat einen super Job gemacht. Wir hatten eine starke Torhüterleistung“, freute sich Trainer Jens Hergt. Der Keeper bekam große Unterstützung seiner Vorderleute, die vom Tor weghielten, was möglich war. „Der Sieg war das Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung. So etwas brauchst du, um in dieser Liga erfolgreich zu sein“, nannte Hergt den Schlüssel zum Erfolg.
Wenn auf dem Spielberichtsbogen im Bereich der Torerfolge alle Spalten ausgefüllt, sprich pro Treffer zwei Assistpunkte vergeben sind, dann spricht das dafür, dass die Scheibe gut läuft. „Wir haben die Tore zum Teil sehenswert herausgespielt, Auge für den Nebenmann bewiesen und viele Scheiben aufs Tor gebracht“, schilderte Hergt. Robin Schütz (9.), Michael Jamieson (13.) und Tobias Etzel (19.) brachten die Bären im ersten Abschnitt auf den Weg. „Ab dem zweiten Drittel waren wir dann etwas inkonsequent, aber das hatte auch etwas mit dem Pensum von fünf Begegnungen innerhalb von zehn Tagen zu tun“, ergänzte der EHC-Coach. Andreas Wichterich (29.) und erneut Robin Schütz (58.) legten im zweiten und dritten Abschnitt jeweils noch ein Powerplaytor nach. Dass die Bären nicht noch höher gewannen, lag in erster Linie an Ken Passmann. Der Neusser Schlussmann vereitelte einige gute Neuwieder Möglichkeiten und wurde nicht von ungefähr zum besten Spieler seiner Mannschaft ausgezeichnet. Fünf Regionalliga-Heimspiele, fünf glatte Siege – das Icehouse bleibt eine Festung.

Neuwied: Schaffrath (Köllejan) – Hellmann, Schütz, Neubert, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Neuss: Passmann (Matuschik) – Zaslavski, Richter, Baum, Wolf, Lahmer, Busse – Dohmen, Rüwald, Thum, Bleyer, Stein, Lindt, Schwehr, Schroll.
Schiedsrichter: Marc Stromberg.
Zuschauer: 503.
Strafminuten: 0 – 14.
Tore: 1:0 Robin Schütz (Schug, Fröhlich) 9’, 2:0 Michael Jamieson (Brabec, Etzel) 13‘, 3:0 Tobias Etzel (Jamieson, Brabec) 19‘, 4:0 Andreas Wichterich (Müller, Hellmann) 29‘, 5:0 Robin Schütz (Schug, Brabec) 58‘.

Hergt: „Über diese Leistung müssen wir reden“

Felix Köllejan, Robin Schütz und Stephan Fröhlich kommen zu spät: Matt Fischer bringt die EGDL mit 1:0 in Führung.

Ganz so einfach kann Jens Hergt nach dem Derby am Freitagabend bei der EG Diez-Limburg nicht zum Alltag übergehen. „Über diese Leistung müssen und werden wir vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den Neusser EV noch reden. Dann müssen wir wieder als geschlossenes Team auftreten“, redete der Trainer des EHC „Die Bären“ 2016 nach der 2:7-Niederlage am Diezer Heckenweg Klartext. „Uns hat die taktische Disziplin gefehlt, einige Spieler haben sich nicht an den Matchplan gehalten.“
Im vierten Nachbarschaftsduell in dieser Saison trat der bislang deutlichste Leistungsunterschied zwischen beiden Teams zu Tage. Die Rockets fanden von Anfang besser in die Partie, auch begünstigt durch drei Hinausstellungen gegen Neuwied bis zur sechsten Minute. Ein Überzahlspiel aus diesem frühen Powerplay-Reigen nutzte Torjäger Matt Fischer zum verdienten 1:0 (4.). Eine 3:5-Situation überstanden, fand der EHC erstmals den Weg in die Offensive und glich prompt aus. Martin Brabec überwand Constantin Schönfelder nach Vorlage von Marco Herbel und Karl Neubert (8.). „Wir haben nach dieser Überzahl-Euphorie für einen Moment nicht aufgepasst“, analysierte EGDL-Trainer Arno Lörsch. Gleichstand auf dem Eis, aber die Hausherren blieben die aggressivere Mannschaft und hatten bei Fischers Pfostentreffer (10.) die erneute Führung auf der Kelle. „Wir waren körperlich überhaupt nicht anwesend“, monierte Jens Hergt. Checks? Fehlanzeige.
Und dann kam es nach der ersten Pause knüppeldick für die Bären: Alles lief gegen sie, was gegen einen laufen kann. Fischers Hereingabe sprang von einer Neuwieder Verteidiger-Kufe ins eigene Netz (20.), Marc Hemmerich (23.) und André Bruch (24.) legten nach. 2:1, 3:1, 4:1 – Ofen aus für Neuwied. „Unser 2:1 war ein Wake-up-Effekt. Danach klappten Dinge, die normalerweise nicht passieren. Das war ähnlich wie im Neuwieder Spiel gegen Hamm. Wir hatten das Momentum“, freute sich Arno Lörsch. Wenn die Bären nun einmal den Körper einsetzten, wurde schnell deutlich, dass mit Marc Stromberg ein Hauptschiedsrichter auf dem Eis stand, der in etlichen Situationen ein ganz schlechtes Händchen für das geeignete Strafmaß hatte beziehungsweise eine angemessene Linie durchzuziehen. Checks wie der von Dennis Schlicht gegen Pierre Wex gehören im Eishockey dazu. Der Unparteiische sah’s komplett anders und schickte den Neuwieder Angreifer zum Duschen (27.). Eine von einigen Entscheidungen, die pro Diez-Limburg ausfielen bevor das Ergebnis deutlich wurde. Entsprechend echauffierte sich EHC-Manager Carsten Billigmann, der im Mitteldrittel seinem Unmut Luft machte und der Bank verwiesen wurde: „Natürlich haben wir heute schlecht gespielt, da gibt es keine Ausrede und keine zwei Meinungen. Aber es war jetzt schon das wiederholte Mal in dieser Saison, dass wir von Marc Stromberg benachteiligt wurden.“ Eine Einschätzung, die er noch am Freitagabend auch dem rheinland-pfälzischen Schiedsrichterobmann Marcus Brill mitteilte. Die lange Überzahl, zwei Minuten lang sogar erneut fünf gegen drei, nutzte Florian Böhm zum 5:1 (31.). „Damit war die Messe gelesen“, musste Jens Hergt einsehen.
Als der Unparteiische im letzten Abschnitt begann beim Zeitstrafenverhältnis entgegensteuern, wo die Partie entschieden zu sein schien, ergab sich doch noch einmal die Chance für die Deichstädter auf ein episches Comeback. Marijus Maier erhielt nach einem Check gegen Sven Schlicht eine ebenso maßlos überzoge Große Strafe, und nach Böhms Haken stand der EHC für zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Nachdem Willi Hamann verkürzt hatte (44.), war das die Gelegenheit noch einmal für Spannung zu sorgen. Die Rockets hielten sich schadlos, und so monierte Hergt: „Da wurde ein Problem mit der taktischen und spielerischen Disziplin deutlich. Manche Spieler dachten, sie müssen jetzt etwas Besonderes machen.“ Kein weiser Entschluss. Konstantin Firsanov düpierte die Bären sogar mit einem Shorthander (51.), und das bessere Powerplay gehörte an diesem Abend ohnehin den Raketen. Fischers drittes Tor war der vierte in Überzahl und bedeutete den verdienten 7:2-Endstand.

Diez-Limburg: Themm (Schönfelder) – Schophuis, Ansink, Kärkäs, Stroeks, Krämer, Hemmerich – Langer, Niestroj, Davies, Fischer, Firsanov, Wex, Flemming, Bauscher, Mainzer, Kail, Bruch, Böhm, Maier.
Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Wichterich, Neumann – Fröhlich, Sting, Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Hamann, Schug.
Schiedsrichter: Marc Stromberg.
Zuschauer: 583.
Strafminuten: 15 + Disziplinarstrafe gegen Böhm + Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Maier : 21 + Spieldauerdisziplinarstrafen gegen D. Schlicht und die Bank.
Tore: 1:0 Matt Fischer (Davies, Schophuis) 4′, 1:1 Martin Brabec (Neubert, Herbel) 8′, 2:1 Matt Fischer (Firsanov) 21′, 3:1 Marc Hemmerich (Davies, Fischer) 23′, 4:1 André Bruch (Wex, Böhm) 24′, 5:1 Florian Böhm (Firsanov) 31′, 5:2 Willi Hamann (Sting) 44′, 6:2 Konstantin Firsanov (Fischer, Wex) 51′, 7:2 Matt Fischer (Firsanov, Hemmerich) 58′.

EHC-Aufgaben: Derby und „kreuz und quer“ stören

Drei Tage nach dem Pokal-Halbfinale spielen der EHC „Die Bären“ 2016 (links: Robin Schütz) und die EG Diez-Limburg um den Ex-Neuwieder André Bruch (rechts) erneut gegeneinander. Zweiter EHC-Gegner des Wochenendes ist am Sonntag ab 19 Uhr im heimischen Icehouse der Neusser EV.

Zwei Siege waren es für jedes Team in der abgelaufenen Spielzeit. In der aktuellen Saison ist die Bilanz nach drei Aufeinandertreffen ebenfalls ausgeglichen – es reift immer mehr die Erkenntnis, dass in den Eishockey-Partien zwischen dem EHC „Die Bären“ 2016 und der EG Diez-Limburg die Tagesform und Nuancen über Sieger und Verlierer entscheiden. „Das ist doch gut für die Spannung, wenn im Vorfeld niemand eine Voraussage treffen kann“, sagt EGDL-Trainer Arno Lörsch. Ein Neuwieder Liga-Sieg daheim, einen Limburger Erfolg sowie ein Remis im Halbfinale des Rheinland-Pfalz-Pokals hat es bislang gegeben. „Es waren dreimal Partien absolut auf Augenhöhe“, resümiert EHC-Coach Jens Hergt. Das galt auch für das Pokalspiel am Dienstag, das im Neuwieder Icehouse 3:3 endete und nach dem die Rockets den Finaleinzug bejubeln konnten, weil sie daheim als 6:5-Sieger das Eis verlassen hatten.
„Und am Freitag werden wieder Kleinigkeiten den Ausschlag geben“, ist sich Hergt sicher. Dann kommt es ab 20.30 Uhr am Diezer Heckenweg zum nächsten Aufeinandertreffen, dann wieder in der Regionalliga West. „Wir konnten aus dem Pokalspiel auf jeden Fall noch ein paar neue Erkenntnisse mitnehmen, die wir am Freitag zu unserem Vorteil nutzen möchten“, analysiert Hergt. Neu hinzugekommen im Rockets-Spiel scheint die entdeckte Hingabe für die eigene Defensivarbeit. „Wir haben bisher teilweise zu offensiv gespielt, uns aber auch einige individuelle Fehler geleistet, was zu vielen Gegentoren in der Liga führte. Am Dienstag war das deutlich disziplinierter, und es haben sich auch andere Spieler als sonst in der Abwehr in die Schüsse geworfen“, sah Lörsch in der Hintermannschaft deutliche Fortschritte. Die Bären vermissten indes an diesem Abend nicht viel, dafür aber Entscheidendes. Hergt: „Das Momentun, das wir im Spiel gegen Hamm hatten, fehlte. Aber am Freitag beginnt alles wieder bei 0:0, und wir werden alles geben, um die nächsten drei Punkte einzusammeln.“
Spiel Nummer fünf in dann zehn Tagen bestreiten die Bären am Sonntagabend ab 19 Uhr im Icehouse. Dann ist der Neusser EV zu Gast. Ein Gegner, gegen den Spiele manchmal etwas von spektakulärem Wildwest-Eishockey ohne großes Federlesen haben. „In der letzten Saison haben wir mit 8:10 verloren“, erinnert sich Hergt mit süß-saurer Miene. Ein Ergebnis, das klarmacht, wie es gegen Neuss gerne einmal zugehen kann. „Damals kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten, und ich denke, dass wir am Sonntag wieder eine sehr interessante Partie erwarten können. Neuss spielt ein wenig kreuz und quer, etwas unorthodox. Gegen diese Mannschaft kommt es darauf an, sich nicht von der eigenen Linie abbringen zu lassen.“ Der NEV startete zwar durchwachsen in die Saison, hat jetzt aber allmählich seinen Rhythmus gefunden. Zufall ist es nicht, wenn du Meister Hamm mit 4:0 besiegst oder zwischenzeitlich mit 2:1 gegen Diez-Limburg führst. Hergt: „In der Regionalliga kann man vor keinem Spiel davon ausgehen, dass ein Sieg herausspringt. Es gibt keine großen Leistungsunterschiede, und auf dem Eis stehen immerhin noch Menschen und keine Maschinen“, gibt der EHC-Coach zu bedenken, dass nicht jeder Tag sein kann wie der andere. Die beiden Seiten der Medaille erlebte der EHC jüngst innerhalb kürzester Zeit: Sonntags fand der Puck fast wie ferngesteuert den Weg ins Hammer Tor, dienstags schien das Gehäuse der EGDL in der Anfangsphase hingegen wie vernagelt zu sein.

Bären fehlt nach 120 Minuten ein Tor

Kommt der Ausgleich gefolgen: Deion Müller erzielte mit diesem Schuss das zwischenzeitliche 2:2 gegen EGDL-Schlussmann Constantin Schönfelder. Auch Rockets-Verteidiger Kevin Schophuis kann nur zusehen.

120 Minuten lang begegneten sich der EHC „Die Bären“ 2016 und die EG Diez-Limburg im Halbfinale des Rheinland-Pfalz-Pokals auf Augenhöhe, und am Ende machte ein Tor den Unterschied. Nach der 5:6-Niederlage im Hinspiel reichte den Neuwiedern im zweiten Vergleich auf eigenem Eis ein 3:3-Unentschieden nicht aus, um den Einzug ins Endspiel zu schaffen. „Es war ein Spiel auf gutem Niveau zwischen zwei Mannschaften, die sich kaum etwas nehmen“, fasste EGDL-Trainer Arno Lörsch zusammen. „Insgesamt“, so Lörsch weiter, „haben wir uns aber nicht unverdient durchgesetzt.“
Vorwerfen konnten sich die Bären nichts. „Wir haben bis zum Schluss alles versucht, gemacht und getan“, versicherte Coach Jens Hergt. Der Ausgleich zum 3:3 durch Martin Brabec (56.) ließ die Gastgeber noch einmal hoffen, aber auch die letzte Maßnahme, das Ziehen des Torhüters für einen sechsten Feldspieler, verpuffte. Lörsch teilte die Meinung seines Trainerkollegen: „Neuwied hat kämpferisch alles gegeben, aber wir haben heute sehr diszipliniert verteidigt. Das geht in die Richtung, wie ich es mir vorstelle. Und wir konnten uns auf einen überragenden Torhüter verlassen. Constantin Schönfelder hat mich wie schon in Neuss positiv überrascht.“
Gut möglich, dass die Bären in Führung gegangen wären, wenn nicht der junge Bayer zwischen den EGDL-Pfosten gestanden hätte. Neuwied suchte und fand nämlich vom Eröffnungsbully an den Weg in die Offensive. Ähnlich wie am Sonntag im Regionalliga-Heimspiel gegen Hamm. Der kleine, aber feine Unterschied: Diesmal wollte der Puck nicht ins Netz huschen. „Das Scheiben- und Schussglück vom Sonntag hatten wir heute nicht“, haderte Hergt ein wenig mit den ausgelassenen Tormöglichkeiten. Die Diezer und Limburger brauchten ein paar Minuten, bis sie ihre Ordnung fanden. Dass die Raketen nicht von ungefähr den torgefährlichsten Angriff der Regionalliga West stellen, blitzte zum ersten Mal in der fünften Minute auf. Konstantin Firsanov lief alleine auf Felix Köllejan zu, ließ diese Großchance jedoch noch liegen. Der Paradeblock der Gäste sorgte für das 0:1 und stellte den Spielverlauf bis dahin auf den Kopf. Matt Fischer traf nach Vorlage von Joey Davies und Konstantin Firsanov (8.). „Wir haben in die Neuwieder Anfangsoffensive hineingekrätscht. Der Führungstreffer gab unserem Spiel mehr Ruhe“, beschrieb Lörsch.
Beide Teams begegneten sich danach mit offenem Visier, versteckten sich nicht, erspielten sich hüben wie drüben gute Einschussgelegenheiten, hatten mit Köllejan und Schönfelder jedoch auch zwei starke Schlussmänner.
Wenn zwischen zwei Mannschaften nur Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen, spielt häufig das Powerplay eine entscheidende Rolle. Auch in dieser Partie. Zwei Powerplaytore für den EHC durch Willi Hamann (18.) und Deion Müller (29.) glichen sich mit den Treffern von Konstantin Firsanov (23.) und Joey Davies (35.) in nummerischer Überlegenheit aus. „Es war ein Vorteil für uns, dass wir im zweiten Drittel das Ergebnis zweimal auf unsere Seite gebracht haben“, sagte Lörsch. Limburg legte vor, die Bären zogen nach. Mit der heruntertickenden Uhr im Nacken und gegen defensiv stabile Rockets war es für die Deichstädter schwierig, im Spielaufbau etwas Zielführendes auf die Beine zu stellen. In der 56. Minute gelang es Martin Brabec, die Vorarbeit von Moritz Schug und Stephan Fröhlich zu vergolden, aber um zumindest in ein Penaltyschießen zu einzuziehen, hätte Neuwied eine Führung gebraucht. Und die ließen Constantin Schönfelder und seine Vorderleute an diesem Abend nicht zu.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Diez-Limburg: Schönfelder (N. Flemming) – Schophuis, Kärkäs, Stroeks, Krämer, Hemmerich – Niestroj, Davies, Fischer, Firsanov, Wex, Bauscher, Mainzer, Kail, Grund, Bruch, Böhm, F. Flemming, Langer, Maier.
Schiedsrichter: Daniel Melcher.
Zuschauer: 650.
Strafminuten: 8:10 + Disziplinarstrafen gegen Wex und Bauscher.
Tore: 0:1 Matt Fischer (Davies, Firsanov) 8′, 1:1 Willi Hamann (Brabec, Schug) 18′, 1:2 Konstantin Firsanov (Davies) 23′, 2:2 Deion Müller (Jamieson, Wichterich) 29′, 2:3 Joey Davies (Schophuis) 35′, 3:3 Martin Brabec (Schug, Fröhlich) 56′.

Denkwürdiger Start ebnet den Weg

Kein Vorbeikommen: EHC-Keeper Felix Köllejan blieb gegen Hamm zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.

Zunächst einmal Sicherheit finden, nach Möglichkeit direkt ein paar Zeichen setzen und im Idealfall die Scheibe ins gegnerische Tor zwingen – so wünschen sich eine Mannschaft, ihre Fans und nicht zuletzt ihr Trainer den Start in eine Partie, nachdem sie keine 48 Stunden zuvor eine empfindliche Niederlage erlitten hatte. Das, was der EHC „Die Bären“ 2016 am Sonntagabend im Heimspiel gegen die Eisbären aus Hamm aufs Neuwieder Eis brachte, entsprach nicht nur diesen Wunschvorstellungen, das erste Drittel verlief besser als man es sich hätte wünschen können und übertraf alle Erwartungen. Nicht einmal schlüpfte der Puck ins gegnerische Netz, auch nicht zwei- oder dreimal – nach 7:27 Minuten lagen die Deichstädter gegen den amtierenden Meister der Regionalliga West bereits mit 4:0 in Front. Es war mehr als die Basis für den unangefochtenen 6:0-Erfolg und eine Anfangsphase, an die man sich noch in Jahren zurückerinnern dürfte.
Die EHCler, egal ob auf der Bank, dem Eis oder der Tribüne des Icehouses, kamen aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Sven Schlicht (1.), Moritz Schug (7.), Martin Brabec (7.) und Deion Müller (8.) trafen für die entfesselt loslegenden Bären. „Nach acht Minuten war alles gegessen“, stellte Hamms Trainer Ralf Hoja fest. „Neuwied hat gut gespielt, aber wir waren auch überhaupt nicht da. Jeder Schuss war ein Treffer.“ Müllers 4:0 – das dritte Neuwieder Tor innerhalb von 47 Sekunden – war für Hoja das Signal, die Notbremse reinzuhauen und die Auszeit in Anspruch zu nehmen. „Ich habe meinen Spielern gesagt, sie sollten mal hochrechnen, was nachher auf der Anzeigetafel steht, wenn es so weitergeht“, berichtete Hoja später. Der Titelverteidiger zeigte sich danach zwar etwas besser als zuvor, was anders aber auch kaum möglich war. Das reichte jedoch nicht, um den Bären Einhalt zu gebieten. Nachdem die Gastgeber das erste Unterzahlspiel des Abends überstanden hatten, setzte Willi Hamann mit dem 5:0 (15.) den Schlusspunkt unter diesen denkwürdigen Abschnitt. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die Wiedergutmachung für Freitag betrieben hat. Vielleicht hat ihr die 2:9-Niederlage in Herford noch einen Extraschub gegeben“, atmete EHC-Coach Jens Hergt bei der Pressekonferenz auf.
Hamm fehlten unter anderem mit Kevin Thau und Import-Verteidiger Michal Spacek zwar zwei Leistungsträger, was Hoja jedoch nicht als Ausrede gelten ließ. „Ab dem zweiten Drittel haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten dann ganz in Ordnung gespielt, aber vor dem gegnerischen Tor sind wir momentan schlecht.“ Dort ließ Neuwied insgesamt aber auch weniger zu als in den vergangenen Partien. Hergt hätte sich zwar hier und da noch schnörkellosere Klärungsaktionen gewünscht, insgesamt arbeitete die komplette Mannschaft aber gut zurück. Und je näher die Schlusssirene rückte, desto mehr stand die Defensive auch in der Pflicht von Schlussmann Felix Köllejan, der seinen ersten Shut-out dieser Saison haben wollte und ihn schließlich auch bekam.
Tor Nummer sechs erzielte der sechste unterschiedliche Bärenspieler: Michael Jamieson beförderte die Scheibe in der 40. Minute in Überzahl unter die Latte und machte sowohl das halbe Dutzend als auch den Endstand perfekt in einer Partie, die Lust auf mehr machte. „Wir haben uns mit einer super Teamleistung aus dem kleinen Formtief herausgearbeitet“, kommentierte Hergt. So soll es am Dienstagabend ab 18 Uhr erneut im Icehouse im Halbfinal-Rückspiel des Rheinland-Pfalz-Pokals gegen den Derbynachbarn EG Diez-Limburg weitergehen.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Hamm: May (Dräger) – Schäfer, Köchling, Hemeier, Ortwein, Kuchnia – Demuth, Ehlert, Trapp, Cohut, Rosier, Benes, Kraft, Loecke.
Schiedsrichter: Marc Stromberg.
Zuschauer: 728.
Strafminuten: 12-16.
Tore: 1:0 Sven Schlicht (Schug, Jamieson) 1‘, 2:0 Moritz Schug (Brabec, Wichterich) 7‘, 3:0 Martin Brabec (Schug, Fröhlich) 7‘, 4:0 Deion Müller (Jamieson) 8‘, 5:0 Willi Hamann (Wichterich, Etzel) 15‘, 6:0 Michael Jamieson (S. Schlicht, Wichterich) 40‘.

In 69 Sekunden geht alles dahin

Lukas Schaffrath stand in Herford unter Beschuss und musste sich neunmal geschlagen geben.

Der Herforder EV ist alles andere als ein Lieblingsgegner für den EHC „Die Bären“ 2016. Nach dem Aus im Play-off-Viertelfinale in der Vorsaison kassierten die Neuwieder Eishockeyspieler am Freitag nördlich von Bielefeld eine 2:9-Abreibung. Zum ersten Mal in dieser Saison herrscht bei der Mannschaft von Jens Hergt Ernüchterung, zum ersten Mal musste sie einsehen, dass sie an diesem Tag chancenlos war. „Herford war läuferisch und körperlich überlegen“, musste der Trainer neidlos anerkennen. „Außerdem haben wir zu viele Strafen kassiert. Das kostete Kraft.“
35:46 Minuten sind in der Eissporthalle im Kleinen Feld in Herford am Freitagabend gespielt, als bei den Neuwieder Bären Hoffnung aufkeimt. Kurz nachdem Deion Müller auf 1:4 verkürzt hatte, legt Stephan Fröhlich nach. Die Neuwieder haben Rückenwind, wollen mehr und ähnlich wie am Sonntag zuvor in Dinslaken den Fehlstart ausmerzen. Im Eishockey kann es schnell gehen, jetzt noch den Anschlusstreffer und im Spitzenspiel der Regionalliga West ist wieder alles drin für die Gäste. Es dauert auch nicht lange, bis der Puck das nächste Mal im Netz zappelt – einmal, zweimal sogar. Aus Neuwieder Sicht allerdings auf der falschen Seite. 69 Sekunden nach Fröhlichs Treffer liegen die Dragons mit 6:2 vorne. Ross John Reed und Nils Bohle haben getroffen, und die Neuwieder Hoffnung verwandelt sich in Enttäuschung. „Vielleicht sind wir nach dem 2:4 etwas zu euphorisch geworden, anstatt zunächst einmal die Defensive zu stärken. Die beiden Gegentreffer innerhalb einer Minute waren dann die Entscheidung“, so Hergt. Die Deichstädter mussten sich somit schon vor der zweiten Pause damit anfreunden, dass die Revanche für die Play-offs im Frühjahr nicht gelingen wird. Und zu allem Überfluss wurde das Resultat am Ende auch noch deutlich, weil der kanadische Paradesturm der Gastgeber in der zweiten Hälfte des Spiels in den Rausch kam, den Neuwied verhindern wollte. Killian Hutt hatte am Ende zwei-, RJ Reed dreimal eingeschenkt. In den letzten drei Minuten machten sie aus dem 6:2 den 9:2-Endstand. Aus einer Niederlage entwickelte sich eine Klatsche. 15 Minuten lang verlief das Schlussdrittel ausgeglichen, ehe Herford in der Schlussphase noch einmal das Tempo erhöhte.
„Wir haben keine Zeit den Kopf in den Sand zu stecken. Schon am Sonntag geht es mit dem Heimspiel gegen Hamm weiter, und dann wollen wir zurückkommen. Bis dann werden wie dieses Ergebnis aufgearbeitet haben“, erklärte Hergt, was am Samstag im Icehouse ansteht.

Herford: Vogel (Rusche) – Domula, Gehring, Reckers, Brinkmann, Kiel, Derksen, Rumpel – Reed, Nasebandt, Reiner, Linnenbrügger, Bohle, Berezovskij, Staudt, Hutt, Klein.
Neuwied: Schaffrath (Köllejan) – Hellmann, Schütz, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Schiedsrichterin: Ramona Weiss.
Zuschauer: 667.
Strafminuten: 8:18 + Disziplinarstrafe gegen Müller.
Tore: 1:0 Lukas Derksen (Klein, Domula) 6′, 2:0 Philipp Brinkmann (Staudt, Bohle) 14′, 3:0 Fabian Staudt(Kiel, Berezovskij) 22′, 4:0 Killian Hutt (Reed, Gehring) 32′, 4:1 Deion Müller (Fröhlich, Schug) 34′, 4:2 Stephan Fröhlich 35′, 5:2 Ross John Reed (Reckers, Gehring) 37′, 6:2 Nils Bohle (Reckers, Hutt) 37′, 7:2 Ross John Reed (Bohle, Hutt) 57′, 8:2 Killian Hutt 59′, 9:2 Ross John Reed (Hutt, Klein) 60′.