Bären verteilen neun Tore auf acht Spieler

Vier Tore waren es in, zwei nun daheim gegen Eppelheim: Neuzugang Michael Jamieson (rechts) zeigt in der Vorbereitung, dass er über Torinstinkt verfügt.

Ausgeglichener besetzt sein, Torgefahr auf mehr Schultern verteilen, der Mannschaft mehr Tiefe verleihen – darauf legten Manager Carsten Billigmann und Trainer Jens Hergt in der Sommerpause großen Wert bei der Kaderzusammenstellung des EHC „Die Bären“ 2016. Das Testspiel gegen die Eisbären aus Eppelheim lässt darauf schließen, dass dies gut gelungen ist. Beim 9:4-Heimsieg im Icehouse verteilten sich die Tore auf nicht weniger als acht Spieler. Trainer Hergt hatte die Zügel in der vergangenen Woche noch einmal angezogen. Die Bären standen den achten Tag in Folge auf dem Eis und befinden sich eine Woche dem Saisonauftakt in Hamm auf einem guten Weg. „Wir sind absolut im Zeitplan und gut dabei“, sagte der Trainer zum Formaufbau seines Teams.
Es erinnerten am Freitagabend mehrere Sachen an den Test gegen die Lüttich Bulldogs. Wieder begannen die Bären druckvoll und schossen durch Moritz Schug (4.) sowie Stephan Fröhlich (9.) flott eine 2:0-Führung heraus. Genauso wie gegen die Belgier marschierten die Neuwieder dann aber zu häufig auf die Strafbank (Hergt: „Wir müssen noch mehr Disziplin an den Tag legen“) und trugen somit dazu bei, dass Eppelheim besser ins Spiel und zum Anschlusstreffer kam. Im Mitteldrittel knüpfte die Hergt-Sieben an den guten Beginn an und nahm das Gästetor unter Beschuss. Willi Hamann (28.), Michael Jamieson (35.), Frederic Hellmann mit seinem ersten Treffer für die Bären (36.) und Dennis Schlicht (39.) bauten die Führung auf 6:1 aus. „Dass danach die Konzentration etwas verloren ging, mag daran liegen, dass eine harte Trainingswoche hinter der Mannschaft liegt. Wir haben zwischen der 40. und 55. Minute nicht mehr gut gespielt“, musste Hergt beobachten, dass Eppelheim den Neuwieder Schlussmann Lukas Schaffrath drei weitere Male überlistete, während Sven Asbach (43.), Robin Schütz (58.) und Michael Jamieson (60.), der einzige EHC-Doppeltorschütze des Abends, den Abstand gleich hielten.
Dass sich auch in der Vorbereitung nichts geschenkt wird, sahen die 362 Zuschauer in der 56. Minute. Philipp Dieser und Max Khim lieferten sich einen rassigen Fight.
Ihre Generalprobe bestreiten die Bären am Sonntagabend ab 19 Uhr im Icehouse gegen die starken Eindhoven Kemphanen aus der belgisch-niederländischen BeNeLeague. „Wir sind froh noch einmal gegen einen starken Gegner testen und Erkenntnisse sammeln können, woran wir in den drei Trainingseinheiten bis zum ersten Punktspiel gegen Hamm noch arbeiten müssen“, so Jens Hergt.

Neuwied: Schaffrath (Köllejan) – Hellmann, Schütz, D. Schlicht, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Jamieson, Müller, Brabec, B. Asbach, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Eppelheim: Kappes (31. Weller) – Pister, Patschull, Brenner, Ott – Khim, Balke, Dorfner, Sawicki, Striepeke, Bohr, Breier, Becker, Korte, Gottschalk.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 362.
Strafminuten: Neuwied: 30 + Disziplinarstrafen gegen Schug und D. Schlicht – Eppelheim: 22 + Disziplinarstrafe gegen Bohr.
Tore: 1:0 Moritz Schug (Brabec) 4‘, 2:0 Stephan Fröhlich (Brabec) 9‘, 2:1 Patrick Patschull (Korte) 14‘, 3:1 Willi Hamann (Schütz) 28‘, 4:1 Michael Jamieson (Herbel) 35‘, 5:1 Frederic Hellmann (S. Asbach, Hamann) 36‘, 6:1 Dennis Schlicht (Müller, Jamieson) 39‘, 6:2 Colin Balke (Gottschalk) 41‘, 7:2 Sven Asbach (D. Schlicht, Hamann) 43‘, 7:3 Colin Balke 48‘, 7:4 Michael Dorfer 55‘, 8:4 Robin Schütz (Hamann, Schug) 58‘, 9:4 Michael Jamieson (Müller, Neumann) 60‘.

Bären kümmern sich jetzt ums Taktische

Sven Schlicht (im Hintergrund) und Keeper Felix Köllejan hindern Akim Ramoul in dieser Szene erfolgreich am Torabschluss.

Ein Eishockeyspieler möchte natürlich immer gewinnen, aber zum jetzigen Zeitpunkt tun Niederlagen bei weitem noch nicht so weh wie während der Saison. Es war eine 2:4-Testspielniederlage, die der EHC „Die Bären“ 2016 am Sonntagabend im Icehouse vor 463 Zuschauern gegen die Lüttich Bulldogs kassierte – nicht mehr. Trainer Jens Hergt ordnete die Begegnung nicht nur vor dem Ergebnishintergrund ein: „Es war ein guter Test mit hohem Tempo gegen einen starken Gegner. Wir standen erst bei fünf Trainingseinheiten auf dem Eis, dafür war das absolut in Ordnung.“
Die Bären, bei denen Tobias Etzel und Frederic Hellmann erkältungsgeschwächt fehlten, fanden gut in die Partie, besaßen eingangs ein Übergewicht und machten den Gegner durch zwei Hinausstellungen stärker. Leon Pieper erzielte das 0:1 für die Bulldogs (14.). Dass Neuwied dem Halbfinalisten der BeNe-League-Vorsaison (Hergt: „Lüttich könnte sicherlich im unteren Bereich der Oberliga mithalten“) Paroli bieten kann, zeigten die Tore von US-Boy Michael Jamieson (17.) und Dennis Schlicht (25.) zum 2:1. Quasi mit der zweiten Pausensirene glich Lars Engwegen aus (40.), und nur 23 Sekunden nach Wiederbeginn bereitete Cheyne Matheson den Belgiern einen Blitzstart ins dritte Drittel. „Wir haben uns durch individuelle Fehler ein Stück weit selbst geschlagen“, kommentierte Hergt. „Uns fehlte in der Defensive und im Mitteldrittel noch die Abstimmung. Am Taktischen arbeiten wir ab Montag.“ Den Deckel auf die Partie machte Loris Darques in der 46. Minute mit dem Tor zum 2:4-Endstand.
Am kommenden Wochenende sollen die Bären dann den nächsten Schritt weiter sein. Am Freitag ist der ERC Eppelheim zu Gast, und am Sonntag kommen die Eindhoven Kemphanen, genauso wie Lüttich aus der BeNe-League, zur Generalprobe vor dem ersten Punktspiel ins Icehouse.

Neuwied: Köllejan (33. – 46. Schaffrath) – Schütz, Neubert, D. Schlicht, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, Jamieson, Müller, Brabec, B. Asbach, Herbel, S. Schlicht, Hamann, Schug, S. Asbach.
Lüttich: Prodi (Gubbels) – Distate, Paulus, Neven, Nicholas, Darques – Pieper, Matheson, de Vriendt, Bremer, Engwegen, de Smet, Henin, Ramoul, Milpas, Henry.
Schiedsrichter: Marc Stromberg.
Zuschauer: 463.
Strafminuten: 10:6.
Tore: 0:1 Leon Pieper (Nicholas) 14′, 1:1 Michael Jamieson 17′, 2:1 Dennis Schlicht (Müller, Sting) 25′, 2:2 Lars Engwegen 40′, 2:3 Cheyne Matheson (Henry) 41′, 2:4 Loris Darques (de Smet) 46′.

Janne Kujala verlässt die Bühne

Erinnerungsfoto an einen großen Eishockey-Abend: Janne Kujala (vorne, Vierter von links) inmitten der Allstars und Neuwieder Spieler.

Zum Abschluss gehörte die Bühne ganz alleine ihm. Noch einmal die „Humba“ anstimmen, noch einmal die La-Ola-Welle initiieren, noch einmal voller Dankbarkeit in Richtung Fans applaudieren und winken. Und dann dreht der Mann des Abends nach mehreren Ehrenrunden schweren Herzens ab, um im leichten Nebel, der sich über das Neuwieder Eis gelegt hat, und unter „Kujala“-Sprechchören in der Kabine zu verschwinden. Die Nummer zehn sagt „Danke“ für einen unvergesslichen Abend – und „Tschüss“. Eine Nummer, die im Neuwieder Eishockey nie wieder ein Spieler auf dem Trikot tragen wird. „Ich weiß nicht, ob ich es verdient habe, dass man diese Nummer in Erinnerung an mich hier nicht mehr vergibt“, sagt er später im Vip-Raum des Icehouses. Janne Kujala wird an diesem Abend in der Deichstadt endgültig in den Legendenstatus der schnellsten Mannschaftssport der Welt gehoben. Sein Jersey hängt nun an der Hallenwand in Erinnerung an einen großen Spieler, der nach 197 Einsätzen für den SC Mittelrhein und den EHC Neuwied einen denkwürdigen Abschied bereitet bekommt. „Es bleibt mein ganzes Leben lang ein besonderer Abend für mich, den ich nie vergessen werde“, versichert der 35-Jährige.
Sie waren alle gekommen, um einen großen Sportsmann und tollen Menschen vom aktiven Sport zu verabschieden: Neuwieder Eishockey-Helden wie Mario Naster, Jedrzej Kasperczyk oder Ladislav Strompf, seine „Suomi-Gang“ mit Janne Ruohola, Sami Leinonen, Miikka Jäske und Antti-Jussi Miettinen sowie unzählige Fans, die beim Abschiedsspiel nicht nur zum ersten Mal nach der Sommerpause ihren EHC, sondern auch die Ikonen von früher auf dem Neuwieder Eis sehen wollten. Und die haben das Eishockeyspielen auch nach ihrer aktiven Laufbahn, die sie vor mehr oder weniger kurzer Zeit beendeten, nicht verlernt. „Sie brauchten eine zehnminütige Warm-up-Phase, aber dann erinnerte vieles an früher. Eishockey ist wie Fahrradfahren – wenn du das einmal kannst, bleibt das für immer“, sagte Daniel Walther, der die Allstars als Trainer betreute. „Ich habe in der Kabine bisschen die Reihen aufgestellt, der Rest war ein Selbstläufer, weil alle nach wie vor Eishockey spielen können. Diese Mannschaft betreuen zu dürfen, war eine Ehre für mich. Das hatte etwas von einem Legenden-Team, das du dir an der Play Station zusammenstellst.“
Die Vorbereitungen, die der Vorstand des EHC „Die Bären“ 2016 und Manager Carsten Billigmann getroffen hatten, zahlten sich aus. „Ich glaube es war ein runder, gelungener Abend, den niemand so schnell vergessen wird“, war sich Billigmann sicher. So sahen es auch die Spieler selbst. „Dieser Tag hat mich sprachlos gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Fans kommen und bin mehr als glücklich, das Gefühl Bärenhöhle noch einmal erlebt haben zu dürfen“, sagte Kujala.
„Erfahrung schlägt heute Jugend“, hatten sich die Allstars vor dem Spiel in der Kabine geschworen. Genauso kam es. Mit 5:10 (1:2, 2:3, 2:5) unterlagen die Regionalliga-Bären dem Kujala-Team. Aber so bierernst sahen die Beteiligten dieses Ergebnis natürlich nicht. „Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, dass sie Spaß haben und die Allstars knapp gewinnen lassen sollen“, berichtete Billigmann, der für Jens Hergt als Trainer einsprang, weil dieser auf der Gegenseite die Verteidigung zusammenhielt, augenzwinkernd. Ein Abschiedsspiel hat als einen Programmpunkt natürlich auch Tore der Hauptprotagonisten: Kujala traf zweimal und bereitete einen Treffer vor, auch Marc Blumenhofen trug sich in die Torschützenliste ein. Der Kölner wird die Schlittschuhe genauso wie Andreas Halfmann an den Nagel hängen. Die abgelaufene Regionalligasaison war ihre letzte, auch sie verabschiedeten sich von ihren treuen Fans. „Blumi und Halfi haben über Jahre hinweg Besonderes für den EHC geleistet, und wir sind ihnen extrem dankbar dafür, dass sie uns in der vergangenen Saison noch einmal geholfen haben, als wir innerhalb kurzer Zeit eine Mannschaft aufbauen mussten. Sie werden immer Bestandteil der Bärenfamilie bleiben“, bedankte sich Manager Billigmann. „Ich finde es toll, dass der Verein es mir ermöglicht hat, mich so von den Zuschauern verabschieden zu können. Man hat heute noch einmal gemerkt, dass Eishockey in Neuwied etwas ganz Besonderes ist“, schwärmte Blumenhofen.
Das Trikot von Janne Kujala bleibt nicht der einzige Zuwachs in der Ahnengalerie: Auch das Dress von Stephan Petry mit der Nummer 13 hängt nun eingerahmt in der Halle. Billigmann: „Stephan, der immer nur in Neuwied gespielt hat, hat das schon lange verdient. Sein Trikot gehört hier an die Wand – das war überfällig.“ Auch er brachte den Puck im EHC-Tor unter und bestätigte das, was Daniel Walther sagte: „Vieles erinnerte an die Zeit von vor einigen Jahren.“ Einmal griff der während des Spiels größtenteils beschäftigungslose Allstar-Trainer dann aber doch ein, als er 58 Sekunden vor der Schlusssirene sein Team zur Auszeit um sich scharte. Man hatte sich in der zweiten Drittelpause über etwas Besonderes für Janne Gedanken gemacht – die Bierdusche, die er inmitten seiner Kameraden empfing, war das Ergebnis und nahm das später versteigerte Trikot als Dufterinnerung mit. Als Erinnerung an den letzten aktiven Eishockey-Abend des Janne Kujala.

Neuwied: Köllejan (ab 30. Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Wichterich, Morys – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Dieser, Jamieson, Müller, Brabec, B. Asbach, Herbel, S. Schlicht, Neumann, Hamann, Schug.
Allstars: Gronau (21. – 51. Neurath) – Leinonen, Strompf, Havlik, Petry, Hergt, Kopitz, Halfmann, Kasperczyk, Strauch, Jäske, Miettinen, Blumenhofen, Fritzmeier, Naster, Ruohola, Kujala, Franz, Engel.

Das Spiel der Legenden

 

Es war wie ein Märchen, das eigentlich zu romantisch wirkte, um wahr zu sein, und in ganz Eishockey-Deutschland für Schlagzeilen sorgte. Im Januar 2016 spendeten die Fans des EHC Neuwied in einer unvergessenen Aktion rund 6000 Euro und ermöglichten so nach zehn Jahren die Rückkehr von Janne Kujala nach Neuwied. Es hätten ein paar Partien mehr werden sollen als derer 19, aber im Play-off-Viertelfinale erlitten die Bären damals einen „0:3-Sweep“ gegen die Hannover Indians. Jetzt, gut anderthalb Jahre später, bekommt Kujala einen Nachschlag vom Gefühl „Bärenhöhle“. Ein letztes Mal. Der 35-Jährige absolviert am Freitagabend ab 19.30 Uhr sein Abschiedsspiel vor seinem selbsternannten Lieblingspublikum. „Neuwied ist für mich in Deutschland mein Zuhause geworden“, schwärmt er. „Ich habe über die Jahre sehr viele gute Freunde in Neuwied gefunden, wo die Eishockeyfans etwas ganz Besonderes sind.“ Freunde, die der Stürmer in seiner langen Laufbahn auf dem Eis kennenlernte, kommen aus allen Ecken Deutschlands (und teilweise aus dem Ausland) nach Neuwied, um in Kujalas Allstar-Mannschaft dabei zu sein und gegen die aktuelle Regionalliga-Mannschaft der Bären anzutreten.
„Die Neuwieder Fans können sich auf viele Ex-Bären freuen, die noch einmal die Schlittschuhe schnüren. Wir erwarten einen unvergesslichen Abend“, macht EHC-Manager Carsten Billigmann Appetit auf die Partie. Billigmann wird an diesem Abend die Neuwieder Mannschaft coachen, weil Trainer Jens Hergt selbst als Aktiver mitwirkt und auf frühere Weggefährten wie zum Beispiel Marc Gronau, Ladislav Strompf, Jedrzey Kasperczyk, Mario Naster, Stephan Petry oder Ole Kopitz trifft. Auch Marc Blumenhofen und Andreas Halfmann werden den Abend nutzen, um sich von der Icehouse-Bühne zu verabschieden. Die beiden Routiniers hängen genauso wie Kujala die Schlittschuhe an den Nagel.
Janne Kujalas Allstar-Team im Überblick: Marc Gronau, Alexander Neurath, Sami Leinonen, Alexander Baum, Andreas Halfmann, Ladislav Strompf, Georg Havlik, Stephan Petry, Jens Hergt, Ole Kopitz, Patrick Strauch, Miikka Jäske, Antti-Jussi Miettinen, Marc Blumenhofen, Franz Fritzmeier, Mario Naster, Janne Ruohola, Janne Kujala, Christian Franz, Alexander Engel. Trainer: Daniel Walther.

Und am Sonntag geht’s im Icehouse direkt weiter: Ab 19 Uhr spielen die Bären gegen die Bulldogs aus Lüttich, die in der BeNeLeague beheimatet sind.

Neuzugänge sind schon gut in Schuss

Erstes Testspiel, erster Sieg: Der EHC „Die Bären“ 2016 hat am Freitagabend beim Südwest-Regionalligisten ERC Eppelheim seine Serie der Vorbereitungspartien mit einem 6:1-Erfolg eingeläutet. „Es war ein guter erster Test, mit einem ordentlichen Ergebnis“, resümierte Jens Hergt nach zuvor erst zwei absolvierten Einheiten auf dem Eis sowie zwei harten Off-Ice-Trainings unter der Woche. „Dafür, dass wir taktisch noch gar nichts gemacht haben, passte das“, so der Neuwieder Trainer weiter.
Die Bären traten im Rhein-Neckar-Kreis mit nur vier gelernten Verteidigern an. Dennis Schlicht musste krankheitsbedingt passen, Christian Neumann aufgrund seiner Arbeit und Karl Neubert wegen einer bevorstehenden Klausur. Dafür standen mit den Brüdern Sven und Björn Asbach sowie Philipp Dieser alle drei Kräfte aus dem eigenen Nachwuchs im Aufgebot, die langsam an die Regionalliga herangeführt werden sollen. Bereits im Vorfeld der Partie hatte Hergt festgelegt, dass sich die beiden Torhüter die Spielzeit teilen werden. Neuzugang Lukas Schaffrath begann und machte nach 30 Minuten Platz für Felix Köllejan.
Die stürmenden Verpflichtungen zeigten sich bereits gut in Schuss. Fünf der sechs EHC-Treffer erzielten die Neu-Bären. Den Anfang machte in der 19. Minute Deion Müller zum 0:1-Pausenstand. Die Gastgeber glichen in der 26. Minute aus, aber das ließ Kapitän Stephan Fröhlich nicht lange auf sich sitzen und holte nur 15 Sekunden später nach Vorarbeit von Martin Brabec sowie Robin Schütz die Führung zurück. „Im zweiten Drittel war etwas Sand im Getriebe“, beobachtete Jens Hergt. Doch den spielten sich die Deichstädter in den letzten 20 Minuten immer mehr heraus. Es begann die Gala des Michael Jamieson: Der US-Boy erzielte kurz vor der zweiten Pause das 1:3, legte im Schlussdrittel seine Treffer Nummer zwei bis vier des Abends nach und sicherte sich den inoffiziellen Titel „Mann des Abends“. „Wir wussten, dass wir mit Michael einen sehr guten Griff getan haben. Ich freue mich für ihn, wie er heute getroffen hat. Aber das ist natürlich nur Vorbereitung. Hoffentlicht schlägt er in der Liga genauso ein“, kommentierte  EHC-Manager Carsten Billigmann den Auftritt des Import-Angreifers.

Eppelheim: Wagner (Kappes) – Artmann, Ackermann, Jochim, White, Pister, Patschull, T. Brenner – Khim, Tobola, Baumann, Semlow, Dorfner, Sawicki, Striepeke, Bohr, Jacobaschke, Wasserthal, Gottschalk, M. Brenner, Becker.
Neuwied: Schaffrath (ab 31. Köllejan) – Hellmann, Schütz, Wichterich – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Dieser, Brabec, B. Asbach, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Zuschauer: 235.
Strafminuten: 20:26.
Tore: 0:1 Deion Müller (S. Schlicht) 19′, 1:1 Dominik Tobola 26′, 1:2 Stephan Fröhlich (Brabec, Schütz) 26′, 1:3 Michael Jamieson (Schütz) 39′, 1:4 Michael Jamieson (Müller, S. Schlicht) 45′, 1:5 Michael Jamieson (Wichterich) 49′, 1:6 Michael Jamieson (Hamann, Dieser) 55′.

Trikot-Patenaktion: Sichert euch euren Lieblingsspieler

Auf diesen Warmup-Trikots werden in der Saison 2017/18 wieder Logos der Spielerpaten verewigt.

„Natürlich machen wir das wieder“, sagten sich Management und Vorstand des EHC „Die Bären“ 2016, als die Entscheidungsträger über die Neuauflage der „Warmup-Trikot-Aktion“ nachdachten. Zahlreiche Unternehmen aus der Region nutzten ab der Meisterrunde 2016/17 genauso wie EHC-Fans und -Fanclubs die Möglichkeit, ihren persönlichen Lieblingsspieler zu präsentieren. Das individuelle Logo oder der Schriftzug auf dem Aufwärmjersey und die Nennung beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung machten allen in der Halle deutlich, wer die Paten der Bären-Kufencracks sind. Jetzt haben alle Anhänger und Unterstützer des Eishockey-Regionalligisten erneut die Möglichkeit, sich „ihren“ Spieler zu sichern. Und sie werden noch mehr davon haben als in der Vorsaison: Diesmal läuft die Aktion bereits ab dem ersten Hauptrundenspieltag, wobei der Preis (500 Euro) der gleiche bleibt. „Wir hatten zuletzt mit dieser Aktion einen riesigen Erfolg. Sie zeigt uns, wie sehr sich die Region mit unserem Verein identifiziert“, freut sich Manager Carsten Billigmann und erklärt weiter: „Wer sich beteiligt, tut zudem unserem Nachwuchs etwas Gutes. Jeder Euro, der über diese Aktion eingenommen wird, kommt als Spende unserer Jugendabteilung zugute.“ Nach dem letzten Saisonspiel werden die Trikots als Andenken an eine hoffentlich erfolgreiche Spielzeit unterschrieben an die Partner überreicht.
Weitere Infos und Bestellungen sind sofort per E-Mail möglich an: management@diebaeren2016.de

Sandra Fischer ist die neue EHC-Vorsitzende

Die neue Führungscrew des EHC, von links: Stephan Bähren, Carsten Fischer, Sandra Fischer, Dennis Bach und Anke Schiemann.

Diese Faustregel stimmt fast immer: Je besser der Alltag in einem Verein verläuft, desto weniger Zeit wird benötigt, um die Jahreshauptversammlung durchzuführen. Die Verantwortlichen des vor einem Jahr aus der Wiege gehobenen EHC „Die Bären“ 2016 konnten daran gemessen am Donnerstag mit dem Verlauf der ersten Jahreshauptversammlung sehr zufrieden sein. „So schnell waren wir glaube ich noch nie. Alles verlief reibungslos und sehr harmonisch“, beschreibt Versammlungsleiter Carsten Billigmann. 50 Minuten nachdem der EHC-Manager die Sitzung eröffnet hatte, wurde sie durch Sandra Fischer geschlossen. Und wer auf solch einer Versammlung die abschließenden Worte spricht, spielt künftig eine zentrale Rolle im Vereinsleben. Sandra Fischer wurde einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt und übernimmt somit die Nachfolge von Roy Flechtner-Meyer. Nach dessen Ausscheiden und ausgiebigen Überlegungen kam der Vorstand zu dem Ergebnis, dass sie diejenige sein soll, die das Ruder übernimmt. Das klare Votum der Wahlberechtigten bestätigte diese Meinung. Fischer zur Seite stehen ihr Ehemann Carsten als Sponsoring-Verantwortlicher, Anke Schiemann in der Funktion der Schriftführerin und Kassiererin (Nachfolgerin von Petra Preißing), Nachwuchsobmann Dennis Bach sowie Stephan Bähren als zusätzliche Unterstützung bei den anfallenden Aufgaben. Die Führungsmannschaft bedankte sich ausdrücklich bei den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Roy Flechtner-Meyer, Elisabeth Meyer und Petra Preißing für ihre geleistete Arbeit.
Erfreuliches brachten die Berichte zum ersten Vereinsjahr hervor: Der EHC erwirtschaftete insbesondere dank der Zuschauereinnahmen bei den Heimspielen der ersten Mannschaft ein Plus. Um den wichtigen Nachwuchsspielbetrieb, der den Bären besonders am Herzen liegt, auch in Zukunft sicherstellen zu können, wurde für die aktiven Mitglieder eine Beitragserhöhung beschlossen. Auch die im September beginnende Spielzeit 2017/18 wirft positive Schatten voraus. Der EHC hat bereits jetzt zehn Prozent mehr Dauerkarten an den Mann gebracht als vor einem Jahr in der Endabrechnung, und mit einem Plus von 20 Prozent auf Seiten der Sponsoring-Einnahmen kann die Führungscrew um Sandra Fischer ebenfalls zuversichtlich nach vorne schauen.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ gab man einen Termin bekannt, den sich alle Bären-Fans im Kalender eintragen sollten: Am Samstag, 2. September, findet ab 18 Uhr auf dem Melsbacher Sportplatz die Saisoneröffnung mit bewährtem Angebot (Speis und Trank, Tombola, Musik) statt.

Sting: Schwere Gesichtsverletzungen nach Prügelattacke

Schockmoment für den EHC „Die Bären“ 2016: Stürmer René Sting wurde am Wochenende Opfer eines gewalttätigen Angriffs, bei dem ihm ein junger Mann schwere Gesichtsverletzungen zufügte. An ein Mitwirken in der derzeit laufenden Sommervorbereitung und möglicherweise auch in den ersten Wochen der neuen Saison ist für „Stinger“, der unvermittelt von hinten attackiert wurde, nicht zu denken, was die lange Liste an Verletzungen deutlich macht: Gehirnerschütterung, Nasenbeinbruch, dreifacher Bruch der Augenhöhle, vier geprellte Rippen – so fällt das erste, niederschmetternde ärztliche Bulletin aus. Eine MRT-Untersuchung am Donnerstag wird zudem Aufschluss darüber geben, ob der Bären-Angreifer möglicherweise sogar eine Platte zur Fixierung der Knochen eingesetzt bekommt. Das würde einen rund dreimonatigen Ausfall bedeuten. Mutige Zeugen konnten durch ihr beherztes Eingreifen sowie das Alamieren der Polizei möglicherweise noch Schlimmeres verhindern. Eine Strafanzeige ist bereits gestellt, auch der EHC hält sich vor, rechtliche Schritte einzuleiten. Wir wünschen René Sting gute Besserung und baldige Genesung.

Wichterich wieder auf der anderen Seite der Bande

Andreas Wichterich verließ die Bären in der Saison 2014/15. Jetzt kehrt er zum EHC zurück.

Im Neuwieder Icehouse hat man Andreas Wichterich auch in der vergangenen Saison regelmäßig gesehen. Als Zuschauer. In der Regionalliga-Spielzeit 2017/18 verlässt er den Platz hinter Plexiglasbande und steht für den EHC „Die Bären“ 2016 wieder mit Schlittschuhen, Ausrüstung und Schläger auf dem Eis. Nachdem „Wichtel“ und die EG Diez-Limburg getrennte Wege gegangen waren, legte der Verteidiger eine kleine Eishockey-Pause ein, um jetzt wieder Vollgas zu geben. „Es hat beim Zuschauen richtig in den Fingern gekribbelt. Jetzt feue mich wieder dabei zu sein“, sagt der 30-Jährige, der sich im Winter 2014 aus der geliebten Bärenhöhle verabschiedete und nun hier wieder seine Eishockey-Zelte aufschlägt. Beruf und Oberliga-Eishockey waren damals nicht mehr zu verknüpfen, zudem verschoben sich nach der Geburt seines Sohnes Luca die Prioritäten ein wenig. Inzwischen ist der kleine Luca gar nicht mehr so klein und beginnt mit seinem Vater und dessen Team zu fiebern, wenn er auf dem Eis steht. „Er war auch schon mit in der Halle, hat teilweise aber auch gejubelt, wenn die andere Mannschaft ein Tor geschossen hat. Daran müssen wir noch arbeiten“, schmunzelt der Papa.
Andreas Wichterich verfügt über reichlich Regionalliga-Erfahrung und kann die Leistungsentwicklung der vierthöchsten deutschen Spielklasse gut einschätzen. „Die Liga ist deutlich ausgeglichener geworden. Früher konnte man ziemlich gut voraussagen, welche Teams die Meisterschaft unter sich ausmachen. Diesmal würde ich keine Prognose treffen. Die Liga ist sehr ausgeglichen, jeder kann jeder schlagen.“ Möglichst häufig ihre Gegner schlagen wollen natürlich auch die Bären. Wichterich traut seinem Team ein gutes Abschneiden zu und schätzt das ganze Drumherum: „Wenn man die Arbeit im Hintergrund und die ganze Eishockey-Begeisterung in Neuwied betrachtet, gehört der Titel eigentlich nach Neuwied. Das wollen wir auch schaffen, aber mit diesem Ziel gehen alle Teams in die Saison.“
„Wir wissen in Neuwied alle, dass Andy ein guter, mannschaftsdienlicher Offensivverteidiger mit einem starken Schuss ist, der gut auf den Körper spielen und auch in Überzahl Akzente setzen kann“, nennt Neuwieds Manager Carsten Billigmann die Vorzüge des gebürtigen Kölners, der inzwischen in Herschbach im Unterwesterwald wohnt. Zur Eishalle sind es 20 Minuten, und diesen kurzen Weg wird Wichterich künftig wieder als Spieler und nicht mehr als Zuschauer antreten.

Bären testen im halben Dutzend

Noch zwei Monate, dann zischen die Pucks wieder durch das Neuwieder Icehouse, dann setzt es wieder krachende Checks an die Plexiglasbande. In sechs Testspielen (inklusive des Abschiedsspiels für Janne Kujala am 15. September in Neuwied) arbeiten die Mannen von Trainer Jens Hergt im Wettkampfmodus an der Feinabstimmung für die Eishockey-Regionalligasaison 2017/18. Viermal treten die Bären dabei vor heimischem Publikum und zweimal auswärts an. Den Anfang macht der EHC am 8. September, 20 Uhr, beim Südwest-Regionalligisten ERC Eppelheim, zwei Tage später geht’s in die Niederlande zu den Eindhoven Kemphanen (10. September, 19 Uhr).
In heimischen Gefilden präsentieren sich die Neuwieder erstmals beim Kujala-Abschiedsspiel am 15. September ab 19.30 Uhr. Weitere Heim-Testspiele sind die Partien gegen die Bulldogs Lüttich (17. September, 19 Uhr), sowie die „Rückspiele“ gegen Eppelheim (22. September, 20 Uhr) und Eindhoven (24. September, 19 Uhr).
In diesem Zusammenhang weisen die Bären noch einmal auf die Dauerkarten-Frühbuchervorteile hin: Wer sich bis zum 31. Juli sein Saisonticket sichert, spart inklusive der Testspiele (das Abschiedsspiel ist nicht in der Dauerkarte enthalten) bis zu 50 Euro gegenüber einem Kauf ab dem 1. August oder dem Erwerb von Spieltagkarten. Alle Infos zu den Dauerkartenkonditionen unter: http://diebaeren2016.de/los-gehts-dauerkartenvorverkauf-ab-1-juli/

Die Vorbereitungsspiele im Überblick:
Freitag, 8. September, 20 Uhr: ERC Eppelheim – EHC „Die Bären“ 2016
Sonntag, 10. September, 19 Uhr: Eindhoven Kemphanen – EHC „Die Bären“ 2016
Freitag, 15. September, 19.30 Uhr: EHC „Die Bären“ 2016 – Janne Kujala Allstars
Sonntag, 17. September, 19 Uhr: EHC „Die Bären“ 2016 – Bulldogs Lüttich
Freitag, 22. September, 20 Uhr: EHC „Die Bären“ 2016 – ERC Eppelheim
Sonntag, 24. September, 19 Uhr: EHC „Die Bären“ 2016 – Eindhoven Kemphanen