Pering kommt: Bären legen in der Defensive nach

Shakehands am Sonntagabend: EHC-Manager Carsten Billigmann (links) begrüßt Neuzugang Daniel Pering.

Je näher in einer Eishockey-Saison die entscheidende Phase kommt, desto umkämpfter werden die Spiele. Die Intensität steigt, die Verbissenheit der Zweikämpft nimmt zu – Spieler, die vor nichts zurückschrecken sind gefordert. „So einen kenne ich gut“, dachte sich Daniel Benske, Trainer des EHC „Die Bären“ 2016, und sprach bei Manager Carsten Billigmann vor. Daniel Pering, 33-jähriger Verteidiger mit Wurzeln bei den Kölner Haien, war so etwas wie ein Wunschspieler des neuen Neuwieder Coaches. Billigmann und der EHC-Vorstand erfüllten den Wunsch, und so wird der erfahrene Abwehrrecke am kommenden Freitag im Derby bei der EG Diez-Limburg erstmals das Neuwieder Trikot überstreifen. „Ich habe mich danach gesehnt, auch einmal für ein Spitzenteam in der Regionalliga zu spielen“, sagt Pering, der in den vergangenen Jahren aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit pausieren musste. Jetzt ist der dreifache Familienvater, der sich als „emotionaler und körperbetonter Spieler“ beschreibt, wieder fit und will mit den Bären angreifen. „Daniel ist ein Kämpfertyp, der unserem Team noch mehr Stabilität in der Hintermannschaft geben wird“, ist sich Trainer Benske sicher.

Bären feiern fünften Sieg in Serie

Trainerposten: Kein Schnellschuss

Interimstrainer 1 (und weiterhin wie gewohnt Manager des EHC): Carsten Billigmann.

Interimstrainer 2: Andreas Halfmann

Das erste Dezemberwochenende mit den Regionalligapartien gegen die Hammer Eisbären (Freitag, 20 Uhr in Hamm) und die EG Diez-Limburg (Sonntag, 19 Uhr in Neuwied) wird für den EHC „Die Bären“ 2016 das zweite unter der sportlichen Verantwortung des Interimstrainer-Duos Carsten Billigmann/Andreas Halfmann. Stellt sich die Frage, wie lange diese Interimslösung im Amt bleibt. „Natürlich halten wir Augen und Ohren offen. Anfragen liegen uns bereits vor, aber wir werden uns die gegebene Zeit lassen. Momentan gibt es keinen Grund zu handeln“, sagt die EHC-Vorsitzende Sandra Fischer. Die Eindrücke, die die Mannschaft in den Partien gegen Dinslaken (5:2) und Herford (4:7) hinterließ, seien ohnehin kein Grund, in Aktionismus zu verfallen. Die Stimmung im Team sei sehr gut, die Mannschaft physisch und psychisch bestens drauf.
„Carsten Billigmann und Andreas Halfmann, denen wir extrem dankbar sind, dass sie die Aufgabe übernommen haben, genießen unser vollstes Vertrauen. Sie kennen das Neuwieder Eishockey wie ihre eigene Westentasche, sind Bären durch und durch und verfügen über langjährige Erfahrung“, unterstreicht die „Vereins-Chefin“. Einen Schnellschuss, schließt Fischer kategorisch aus und nennt mehrere Gründe hierfür: „Wir legen großen Wert auf eine ruhige, solide Basis. Wenn wir jetzt übereilig einen neuen Trainer verpflichten würden, würde das sicherlich nicht zur Ruhe beitragen. Außerdem müssen wir natürlich schauen, was der Markt hergibt, und es muss sich alles in einem finanziell machbaren Rahmen bewegen. Der Vorstand will etwas Solides, Langfristiges aufbauen. Deshalb werden wir auch die Trainerpersonalie in aller Ruhe überlegen.“

Kommentar: Schatten über tollem Derby

Wir hätten uns gerne aufs sportliche beschränkt, aber nach dem Derby in Diez muss der EHC „Die Bären” 2016 zu gewissen, traurigen Vorfällen eine Stellungnahme abgeben:
586 Zuschauer wollten am Dienstagabend in der Eissporthalle am Diezer Heckenweg Eishockey schauen. Zum Abschluss des Feiertags noch rasanten Sport zu sehen bekommen – eine schicke Sache, der Fans aus beiden Lagern schon seit der Schlusssirene der Regionalliga-Partie am Sonntag entgegenfieberten. Sportlich richtig unterhaltsam, abwechslungsreich, elf Tore, eine spannende Ausgangslage für das Rückspiel am 31. Oktober in Neuwied – so weit, so hervorragend im Sinne des Sports. Und doch hängt über diesem Eishockeyabend an der Lahn ein Schatten, weil in und an der Halle schlichtweg Sachen vorfielen, die dort nichts verloren und rein gar nichts mit der wohltuend friedlichen Stimmung auf der Tribüne zu tun hatten. Gemeinsame, tolle Gespräche zwischen EGDL- und EHC-Fans samt weiterer Verabredungen – so soll es sein. Ganz nach dem Motto „in den Farben getrennt, im Sport vereint“. Aber überall ist anscheinend nicht angekommen, dass es um ein friedliches Miteinander geht, anstatt aus heiterem Himmel Aggressionen zu schüren. Und wenn die dann noch zum wiederholten Male in Diez eine Person aus Kreisen derer initiiert, die eigentlich dafür zuständig sind, zu einem gesitteten Ablauf beizutragen, löst das Schockmomente aus. Rassistische Äußerungen haben auf diesem Planeten nichts verloren, schon gar nicht von Ordnern und Sicherheitsbeauftragten. Und dann noch an den Haaren herbeizuziehen, die verbal aufs Übelste attackierte Person, ein Neuwieder Ehrenamtlicher, habe einen beleidigt und eine Gegenanzeige zu stellen, schlägt dem Fass den Boden, oder der Eissporthalle das Spielfeld aus. Die EGDL hat auf ihrer Facebookseite dazu klar Stellung bezogen und sich von Verbalrüpel aus ihren eigenen Reihen distanziert. Die einzig richtige Reaktion, wenn auch erst mit Verspätung. Dass Amtsträger aus dem Vereinsvorstand mit diesem Rassismus-Vorfall konfrontiert, mit Ignoranz reagieren und die „Links-liegen-lassen-Schiene“ fahren, ist beängstigend. 586 Zuschauer in der Halle, rund ein Dutzend Neuwieder Anhänger blieben außen vor. Gegen einige von ihnen war von der EGDL ein Hallenverbot erteilt worden, ohne dass der EHC davon Kenntnis hatte. Andere kamen nicht rein, weil sie am Eingang direkt vor oder hinter den Unerwünschten standen. Stichwort: Alle über einen Kamm scheren. Die EHC-Verantwortlichen haben sich bereits mit dem Verband in Verbindung gesetzt und streben ein gemeinsames Gespräch mit den EGDL-Machern sowie EHV-Repräsentanten in Mediatorfunktion an, um zur Normalität zurückkehren zu können. Als weitere Maßnahme werden die Verantwortlichen für das Desaster in Diez Hallenverbot im Icehouse erhalten. Um den Austausch unter den Bären-Fans noch einmal zu intensivieren wurde für kommenden Mittwoch, 11. Oktober, 19 Uhr, in Fanstammtisch im VIP-Arena des Icehouses einberufen.
Die Fans beider Vereine sehen sich am 31. Oktober wieder. Dann zum Pokal-Rückspiel in Neuwied. Die beiden Treffen der vergangenen Tage haben in fast allen Bereichen gezeigt, dass Derbys etwas Schönes und vor allem Friedvolles sein können. Wir sind uns sicher, dass wir das auch in ein paar Wochen wieder hinbekommen. Dann in einem besonderen Rahmen, wenn der Abend unter dem Motto eines bunten Miteinanders stehen und im Auftrag und Vertrauen des Innenministeriums ein klares Statement gegen Rassismus gesetzt wird. Die Partie sollte nach den Ereignissen vom Dienstag die geeignete Bühne sein.
Ach ja, am 3. November und 19. Januar spielen die Bären wieder am Heckenweg. Zwei Tage für die sich rassistische Pöbler, Vereinsmeier, die der Realität nicht in die Augen schauen möchten, und Co. gerne etwas Anderes vornehmen können. Oder: Vielleicht sich einfach diese Zeilen noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Mit vereinten Kräften für die Fans

Die neuen Fanbeauftragten des EHC: Pascal Fischer (links) und Kevin Klöwer.

Es ist eine von vielen Freundschaften, die beim Eishockey entstanden sind. Pascal Fischer und Kevin Klöwer lernten sich vor fünf Jahre im Neuwieder Icehouse kennen, und werden in Diensten des EHC „Die Bären“ 2016 ab der neuen Saison eine wichtige Aufgabe übernehmen. Die beiden 17- und 21-Jährigen sind die neuen Fanbeauftragten des Vereins. Sie treten in die Fußstapfen von Michaela Laux und Anke Schiemann, die von nun an einen größeren Posten im Vorstand übernimmt. Kevin und Pascal sind im positiven Sinne eishockeyverrückt und wollen mit vereinten Kräften für ein gutes Miteinander sorgen. „Es gelten weiterhin viele alte Regeln, aber es soll auch eine Entwicklung mit der Zeit geben“, haben sich die beiden, die man in der Halle an ihren Jacken mit der Aufschrift „Fanbeauftragter“ erkennt, auf die Fahnen geschrieben. Pläne haben sie bereits in den ersten Tagen in ihrer neuen Funktion entwickelt: So soll der A-Block wieder zu einem Familienblock werden. Das heißt, die kleinen Bärenfans können das Spiel von der Tribüne aus besser verfolgen als von hinter Plexiglasscheibe am Spielfeldrand. Auch wird ein kleiner Bereich im Mittelblock für den Vorsänger und die Trommler abgesperrt werden. Ein großes Anliegen der beiden ist es, das Miteinander der Fans untereinander zu fördern. Die vergangenen Jahrzehnte haben es gezeigt, dass die Bärenhöhle beben kann, wenn die Fans die Mannschaft von den Rängen aus anpeitscht. „Wir sind die Ansprechpartner für jeden Fan, denn jeder einzelne Fan ist wichtig. Es werden auch keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppierungen gemacht. Es geht darum, als Einheit hinter dem Team zu stehen und nicht um ein Wetteifern, wer die beste Fangruppe ist“, betonen sie.
EHC-Manager Carsten Billigmann hat im Rahmen des Fannstammtisches dem Duo mit Nachdruck nochmals alles Gute gewünscht, schenkt ihnen trotz ihres jungen Alters das vollste Vertrauen und die anwesenden Fans aufgefordert das selbige zu tun, um den Jungs eine faire Chance zu geben, damit die Fluktuation auf dieser Position endlich aufhört.
Bei Fragen, Wünschen und Vorschlägen sind die beiden neuen EHC-Fanbeauftragten erreichbar auf ihrer Facebookseite (Fanbeauftragten EHC Die Bären 2016) oder per E-Mail: fanbeauftragte@diebaeren2016.de

Bären liegen sehr gut im Zeitplan

Trainer Jens Hergt kann sich freuen: Die ersten Neuzugänge haben bereits beim EHC unterschrieben und Leistungsträger wie Robin Schütz (rechts) ihre Verträge verlängert.

Eishockeytrainer in der Regionalliga zu sein, verlangt einen nicht zu knappen Zeitaufwand. Trainingseinheiten vorbereiten, sich mit den Gegnern auseinandersetzen, freitags bei Auswärtsspielen früher als gewöhnlich den Arbeitsplatz räumen, dafür entsprechend vorarbeiten – man muss rechtzeitig Gespräche führen, um das alles gewährleisten zu können. Jens Hergt hat sie geführt und kann jetzt verkünden: „Mein Arbeitgeber und meine Familie haben grünes Licht gegeben.“ Der Berliner wird sich somit auch in der Saison 2017/18 beim EHC „Die Bären“ 2016 um die sportlichen Belange kümmern. Apropos Gespräche führen: Das galt (und gilt) es für Hergt sowie Manager Carsten Billigmann auch mit den Spielern, die ab Herbst im Neuwieder Trikot auf dem Eis stehen sollen. Bis der Puck wieder auf die Tore zuzischt, wird noch viel Wasser den Rhein herunterfließen, aber schon jetzt ist der Coach sehr zufrieden mit dem Bild des Kaders, das in der spielfreien Zeit bis dato gezeichnet wurde. „Dafür, dass der Sommer noch lang ist, befinden wir uns sehr gut im Zeitplan.“ Musste im turbulenten Sommer 2016 noch mit heißer Nadel eine Mannschaft gestrickt werden, können die Verantwortlichen nun deutlich entspannter nach vorne schauen und den zeitlichen Vorsprung nutzen.
„Wir wussten von Anfang an, dass wir unser Team breiter aufstellen und mit unseren Verpflichtungen auch die Qualität weiter aufpolieren müssen“, beschreibt der 43-Jährige die Zielsetzung für die Arbeit auf dem Transfermarkt. Das Zwischenergebnis kann sich sehen lassen. Einige Leistungsträger haben ihre Verträge bereits verlängert, die „qualitative Aufpolierung“ ist unter anderem mit Neuzugängen wie Frederic Hellmann (EHC Zweibrücken) und Martin Brabec (EG Diez-Limburg) gelungen. Der aus privaten Gründen nach Koblenz gezogene Hellmann fiel den Bären quasi in den Schoß, Brabec war Hergts und Billigmanns ausgemachter Wunschspieler. „Es gibt Spieler, die wollten wir nicht haben, und mit denen haben wir auch kein Wort gesprochen. Und dann gibt es Martin, den wir unbedingt haben wollten, und um den wir uns intensiv bemüht haben. Wir wissen ganz genau, welche Qualität wir mit ihm bekommen“, freut sich der Chef auf der EHC-Bank auf den tschechischen Torjäger. Hergt betont: „Wir sind ganz bestimmt nicht der FC Bayern der Regionalliga West. Es gibt andere Vereine, die mehr Geld in die Hand nehmen.“ „Wir gehen keine finanziellen Drahtseilakte ein“, unterstreicht Manager Billigmann. Entsprechend wird er auch bei der Besetzung der zweiten Kontingentspielerstelle handeln. „Momentan haben wir einige Kandidaten in Aussicht. Wir werden auch auf dieser Position gut aufgestellt sein“, ist Billigmann überzeugt. Schnellschüsse muss er in diesem Sommer keine machen. Ein starkes Gerüst der Mannschaft ist bereits gebaut und Grund zur Hektik besteht dank des weit vorangeschrittenen Ist-Zustandes nicht im Geringsten.

Derbysieg: Bären kämpfen den Lokalrivalen nieder

Das Plakat der EHC-Fans ist Programm: Die Neuwieder Bären feierten einen verdienten 9:4-Sieg im Derby bei der EG Diez-Limburg.

Das Plakat der EHC-Fans ist Programm: Die Neuwieder Bären feierten einen verdienten 9:4-Sieg im Derby bei der EG Diez-Limburg.

Erster Adventssonntag, aber für den EHC „Die Bären“ 2016 war bereits Bescherung. Die Neuwieder schlossen das Wochenende in der Eishockey-Regionalliga West mit dem perfekten Ertrag von sechs Punkten ab und reduzierten den Rückstand zu Spitzenreiter Ratingen auf drei Zähler. Aber der Blick auf die Tabelle sollte diesmal nur ein Beiwerk sein. So sehr strahlte dieses Sahnehäubchen des 9:4-Auswärtssieges im prestigeträchtigen Derby bei der EG Diez-Limburg.
Auswärtsspiel auf dem Papier, nicht aber auf den Rängen. Dort hatten die EHC-Anhänger sowohl zahlen- als auch stimmungsmäßig klar die Nase vorne – ungefähr so deutlich, wie sich die Mannschaft von Jens Hergt auch auf der Eisfläche durchsetzte. Sie musste in der Frühphase eines an Intensität schwierig zu überbietenden und sehr nickligen Anfangsdrittels zunächst jedoch einstecken. Nach noch nicht einmal fünf Minuten hatte EGDL-Kanadier Matt Fischer seine Farben mit 2:0 in Führung gebracht. „Aber wir sind positiv geblieben“, verriet Neuwieds Trainer Jens Hergt später. So bissen die Bären zurück. Felix Köbele (6.) und Lucas Leuschner mit seinem wohlverdienten ersten Saisontreffer (8.) glichen aus, und als Sven Schlichts knallharter Schuss ebenfalls hinter Rockets-Schlussmann Alexander Neurath einschlug (9.), hatten die Deichstädter das Ergebnis zunächst einmal gedreht. Alle drei Tore fielen im Powerplay. „Wir kassieren in Unterzahl zu viele Gegentore. Das müssen wir trainieren“, sah der erfahrene Diezer Trainer Anton Weißgerber nicht zum ersten Mal in dieser Runde Probleme im Penalty-Killing. Eine Disziplin, auf die es häufig ankam. Beide Teams schonten weder sich noch den Gegner, einige Akteure bewegten sich ständig an der Grenze des Erlaubten. Martin Brabec, der tschechische Top-Torjäger der Gastgeber, überschritt sie deutlich mit einem Check gegen den Kopf von Robin Schütz, hatte aber Glück, dass der Unparteiische dieses Vergehen nicht mit der fälligen Spieldauer-Disziplinarstrafe ahndete. Schütz musste benommen mit der Trage vom Eis transportiert werden, kam später noch einmal zurück, musste das Schlussdrittel mit einem „Cut“ aber von der Bank aus verfolgen.
Der Verband hatte gut getan, mit dem DEL-erfahrenen Felix Winnekens einen deutschen Spitzenschiedsrichter nach Diez zu schicken, denn hier verlief kaum ein Zweikampf ohne Haken und Ösen. Der Olympia-Linienrichter von 2010 versuchte die Partie laufen zu lassen, agierte in einer sehr schwer zu leitenden Partie phasenweise aber mit zu langer Leine. Brabec hätte für sein Foul gegen Schütz allerdings zeitig unter die Dusche gehört. Anstatt dort zu stehen, jubelte er in der 20 Minute und egalisierte das Ergebnis. Anton Weißgerber hätte sich mehr gewünscht: „Wir hätten die 2:0-Führung in die Pause schaukeln müssen. Dann hätten das Spiel anders ausgehen können.“
In den Kabinen kühlten die Gemüter ein wenig ab. Jetzt rückte Eishockey in den Mittelpunkt. „Als sich die anfängliche Hektik und Emotion gelegt hatten, waren wir besser“, beobachtete Jens Hergt. Das führte zu zwei Neuwieder Toren im Mittelabschnitt. Lucas Leuschner in Unterzahl (35.) und Rylee Orr in doppelter Überzahl (37.) verschafften den Bären den verdienten Vorteil. Die Rockets mussten offensiv nun Abstriche machen. „Wir haben zu viele Hinausstellungen kassiert, und auf der Strafbank kann man kein Spiel gewinnen“, ärgerte sich Weißgerber über die mangelnde Disziplin seiner Spieler. Die sammelten im zweiten Drittel alleine 24 Strafminuten. Gleichzeitig schaltete der EHC die Paradeformation der Lahnstädter aus, was sich als Schlüssel zum Sieg entpuppte. Denn hinter Ex-DEL-Mann Konstantin Firsanov, dem Kanadier Matt Fischer und dem Tschechen Martin Brabec hält sich die Diezer und Limburger Torgefahr in Grenzen. Als den Leistungsträgern der Hausherren nicht mehr viel einfiel, steuerten die Bären auf den Sieg zu. Rylee Orr baute die Führung in der 43. Minute auf 6:3 aus, Fischer verkürzte postwendend jedoch noch einmal. Ja, die EHC-Topreihe mit Felix Köbele, Rylee Orr, und Stephan Fröhlich erzielte vier Tore an diesem Abend, aber die Hergt-Truppe zeigte mehr Tiefe im Kader. Das hatte unter anderem Lucas Leuschner bereits deutlich gemacht, und als Eigengewächs Sven Asbach für Philipp Felföldys 4:7 vorbereite (43.), gingen die Köpfe bei der EGDL nach unten. Defensiv stabil stehende Neuwieder ließen danach kaum noch etwas zu gegen Rockets mit nun offensichtlich schweren Beinen. In den letzten Minuten wurde der Derbysieg des EHC noch richtig deutlich. Stephan Fröhlich (59.) und Marc Blumenhofen (60.) machten mit den Neuwieder Überzahltoren Nummer fünf und sechs an diesem Abend den Sieg perfekt. Einen besonderen Sieg.

Diez-Limburg: Neurath (Heyde) – Teljukin, Wichterich, Neubert, Krämer, Stroeks, Morys – Krieger, Niestroj, Homola, Fischer, Kley, Firsanov, Brabec, Mainzer.
Neuwied: Köllejan (Güßbacher) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Neumann – Fröhlich, Sting, Orr, Blumenhofen, Köbele, Felföldy, Reiner, Leuschner, Asbach, S. Schlicht.
Schiedsrichter: Felix Winnekens.
Zuschauer: 609 (offiziell).
Strafminuten: Diez-Limburg: 30 + Disziplinarstrafe gegen Wichterich – Neuwied: 18.
Tore: 1:0 Matt Fischer (Firsanov, Teljukin) 4‘, 2:0 Matt Fischer 5‘, 2:1 Felix Köbele (Fröhlich, Schütz) 6‘, 2:2 Lucas Leuschner (D. Schlicht) 9‘, 2:3 Sven Schlicht (Fröhlich) 18‘, 3:3 Martin Brabec (Fischer) 20‘, 3:4 Lucas Leuschner (S. Schlicht) 35‘, 3:5 Rylee Orr (Trimboli, Fröhlich) 37‘, 3:6 Rylee Orr (Köbele) 43‘, 4:6 Matt Fischer (Firsanov, Teljukin) 43‘, 4:7 Philipp Felföldy (Asbach) 44‘, 4:8 Stephan Fröhlich (Köbele, Trimboli) 59‘, 4:9 Marc Blumenhofen (S. Schlicht, D. Schlicht) 60‘.

Bad Nauheim: Alles auf Anfang

Was unsere Freunde aus Bad Nauheim vor dem Spiel schreiben? Das hier:
„Alles auf Anfang“ – das ist die Devise für die Seniorenmannschaft des Stammvereins „Rote Teufel Eishockey Nachwuchs Bad Nauheim“. In der neu gegründeten NRW-Liga, die nun vom neuen Eishockey-Verband NRW (EHV-NRW) organisiert und durchgeführt wird, gilt es sich zu behaupten. Dies ist in Anbetracht der zu erwartenden starken Gegner sicherlich kein leichtes Unterfangen.
Im Sommer wurden nun die Weichen für dieses Vorhaben gestellt. Ein Sponsoring-Programm wurde in Eigenregie ins Leben gerufen. Die DEL2-GmbH unterstützt die Mannschaft logistisch, um den Standort Bad Nauheim wettbewerbsfähig zu machen, da die Roten Teufel in dieser Saison nur noch gegen Mannschaften spielen, die in ihren jeweiligen Vereinen die erste Mannschaft darstellen.
So konnte Trainer Marcus Jehner und der sportliche Leiter des Nachwuchsabteilung, Martin Flemming, am ersten Trainingstag stolze 13 Neuzugänge begrüßen. „Wir haben nach der letzten Saison ein Fazit gezogen und festgestellt, dass der Kader in jeder Hinsicht unterbesetzt war, da uns zum einen die Föderlizenzen aus der DEL2 weggefallen sind und wir auf unsere DNL 2-Spieler nicht zurück greifen konnten. Zum anderen war die individuelle Klasse des Kaders zu niedrig gewesen, um gegen die Konkurrenz mithalten zu können“, so Marcus Jehner.

Kennt ihr mit Sicherheit noch: Kiian Aaltonen wechselte im Sommer nach Bad Nauheim.
Als Neuzugänge können Christophe Vermeersch (TuS Wiehl/NRW-Liga ), Titus Höß (ESC Darmstadt/Regionalliga Hessen), Kiian Aaltonen (EHC Neuwied/Oberliga), Magnar Aaltonen (Scorpions Wedemark/Oberliga), Frederik Gradl (Indians Hannover/Oberliga), Tim Ansink (Löwen Frankfurt), Sebastian Becker (Eisteufel Frankfurt/Regionalliga Hessen), Christian Unger und André Kreiling (Eintracht Frankfurt/Regionalliga Hessen ), Matthias Becker (Ice Devils Bad Nauheim/Regionalliga Hessen), Jens Mörschel (Limburger EG/Regionalliga Hessen), Markus Rost und Axel Wichter begrüßt werden.
Mit Matthias Baldys und Alexander Baum stehen darüber hinaus zwei Spieler zur Verfügung, die – sofern es zeitlich für beide machbar ist (Leiter Geschäftsstelle DEL2/ hauptamtlicher Nachwuchstrainer) – die Mannschaft unterstützen werden.
„Die neuen sowie die sich auch weiterhin im Kader befindlichen Spieler bringen uns natürlich einen großen Schritt weiter, da einige über Oberliga-Erfahrung und die dadurch erlangte, nötige Cleverness mitbringen“, so Marcus Jehner weiter.
Auch konnte mit Douglas Bovie erstmalig ein Co-Trainer für das NRW-Team gewonnen werden. „Dougi“ trainiert parallel hierzu die in der Hessenliga spielenden Ice Devils aus Bad Nauheim.
Weiterhin plant man natürlich mit den DNL-2 Spielern, die man nach und nach integrieren möchte. Florian Flemming, Nils Flemming, Jannik Langer, Travis Pruden, Tom Södler sowie Max Stark wurden am Ende der letzten Saison bereits in der Regionalliga eingesetzt.
Martin Flemming, Sportvorstand des Nachwuchsvereins, ergänzt: “Wir wollen dieses Jahr eine andere Rolle als in der letzten Saison spielen. Wichtig war es, sich ein Stück weit zu verjüngen und unsere DNL2-Spieler – soweit es der Spielplan zulässt – einzuplanen. Für mich persönlich bekommt der Satz ‚Ich spiele, wenn Not am Mann ist‘ nun eine ganz andere Bedeutung.“
Zum Saisonauftakt am Samstag und Sonntag 24/25.09.16 gegen Neuss und Neuwied (Spielbeginn jeweils 17.45 Uhr) erwartet die neuformierte erste Mannschaft der Nachwuchsabteilung zahlreiche Fans und Gönner. Das Team freut sich auf die Unterstützung von den Rängen, für das Catering sorgt wie im letzten Jahr der Fanclub „Rote Teufel“.