Ehemaliger U18-Nationalkeeper kommt zu den Bären

Der EHC ist Tim Lehwalds erster Verein außerhalb seines Heimatvereins Krefeld.

Der EHC „Die Bären“ 2016 hat nach dem Wechsel von Lukas Schaffrath zum Herner EV die Lücke auf der Torhüterposition geschlossen. Der Eishockey-Regionalligist konnte mit Tim Lehwald einen talentierten Keeper für die Saison 2018/19 verpflichten.
Kiian Aaltonen, Felix Köllejan, Leon Frensel, Michael Güßbacher, Lukas Schaffrath – die Neuwieder haben ein Faible für junge Schlussmänner und bewiesen in der Vergangenheit bei der Auswahl für diese wichtige Position immer ein gutes Händchen. In diese Reihe soll sich nun auch Felix Lehwald einreihen. Der 19-Jährige verbrachte die komplette Nachwuchszeit beim Krefelder EV, spielte für die Pinguine in der Schüler-Bundesliga, DNL2 und DNL. Neuwied wird nun seine erste Station weg vom Heimatverein des gebürtigen Willichers. „Kein Problem für mich. Ich habe schon bei der U18-Nationalmannschaft gemerkt, dass ich mich schnell in einem neuen Umfeld zurechtfinde. Ich erwarte eine weitere sportliche Weiterentwicklung von mir, denn bei den Senioren zu spielen, ist schon etwas Anderes als Jugend-Eishockey“, blickt Lehwald dem Schritt zu den „Großen“ gespannt entgegen.
EHC-Trainer Daniel Benske hat zwei, drei DNL-Einsätze Lehwalds gesehen und ist überzeugt von dessen Potenzial: „Da hat er jeweils eine gute Figur abgegeben. Er ist ein talentierter Torhüter mit einem starken Stellungsspiel.“ So talentiert, dass er im vergangenen Jahr sogar Einladungen zur DEB-Jugend-Auswahl erhielt.

Skinner geht den Bären unter die Haut

Ständiger Unruheherd vor Felix Köllejan: Benjamin Skinner erzielte drei Tore und ließ die EHC-Abwehr einige Male schlecht aussehen.

Der EHC „Die Bären“ 2016 braucht in der Eishockey-Regionalliga West eine besondere Auferstehung, um den Traum vom Finale am Leben zu halten. Nach der 3:5-Niederlage am Freitag beim Herforder EV mussten sich die Neuwieder im zweiten Spiel der Halbfinalserie vor 1174 Zuschauern mit 2:7 geschlagen geben und spielen am Freitag auswärts bereits darum, die Sommerpause hinauszögern. Dafür braucht es aber eine 180-Grad-Wende nach der enttäuschenden Vorstellung vor eigenem Publikum.
Eishockey-Talent kann offensichtlich doch in der Familie liegen. Jeff Skinner wurde in der Saison 2010/11 als bester Neuprofi der Nordamerikanischen Profiliga NHL ausgezeichnet, und was sein zwei Jahre älterer Bruder Benjamin seit ein paar Wochen für den Herforder EV aufs Eis zaubert, hat ebenfalls Potenzial für mehr als „nur“ Regionalliga-Eishockey. Der 27-jährige Kanadier ist ein Spieler, der dem Gegner unter die Haut gehen kann. Mit Stockschlägen und Checks, die ihm am Sonntagabend im Icehouse in den ersten elf Minuten gleich sechs Strafminuten einbrachten, aber eben auch mit einer stocktechnischen Qualität, die es dem Gegner schwer macht. Wenn Skinner nach vorne stürmt, fährt er wie auf Schienen, ist kaum von der Scheibe zu trennen. Zum Leidwesen der Bären. Zweimal kam Herfords Import von der Strafbank zurück, zweimal konterte er die EHC-Defensive aus. Es waren die Tore zum 0:2 und 0:3 (7., 10.), nachdem im ersten HEV-Überzahlspiel bereits der zweite Nordamerika-Import der Ice Dragons, Killian Hutt getroffen hatte (2.). Frühe Knackpunkte, die Wirkung zeigten bei den Gastgebern. Nachlässigkeiten, die bereits am Freitag den möglichen, diesmal sich jedoch in weiter Ferne befindenden Sieg kosteten. Und als Skinner dann von hinter dem Tor Ulib Berezovskij bediente (15.), drohte es für die Bären ein ganz bitterer Abend zu werden. Vier Herforder Tore in 15 Minuten, viel häufiger hatten die Rot-Weißen bis dahin nicht auf den Kasten von Felix Köllejan geschossen – ein ganz bitterer Auftakt. Das Positivste aus EHC-Sicht im ersten Abschnitt: Der 1:4-Anschluss durch Sven Schlicht sechs Sekunden vor der Sirene zum psychologisch vermeintlich günstigen Zeitpunkt.

Ein Signal oder nur ein Strohfeuer? Eher Letzteres. Denn auch nach Wiederbeginn ließ Herford die Deichstädter kaum zur Entfaltung kommen, verteidigte immer nah am Mann und ließ kaum noch klare Chancen zu. Ganz selten einmal setzte sich die Mannschaft von Daniel Benske in der Angriffszone so fest wie zum Beispiel in der 35. Minute, da stand es jedoch bereits 1:5, weil Fabian Staudt einen Penalty unter den Giebel des Tores gehoben hatte (26.). Der Rest war Zerfahrenes mit vielen Strafzeiten und einer Gästemannschaft, die im Powerplay mit Seelenruhe den Vorteil ausnutzte. In der 40. Minute war es erneut Skinner, der das halbe Dutzend voll machte.

Immerhin schaffte Michael Jamieson im Powerplay noch ein Erfolgserlebnis (52.), aber das letzte Wort hatten – passend zum einseitigen Verlauf der Partie – die Gäste. Maurice Pascal Becker (55.) besiegelte Neuwieds höchste Heimniederlage in dieser Saison. Und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

„Wir hatten heute keine Chance, weil Herford in allen Belangen die deutlich bessere Mannschaft war. Vor allem für die Fans tut es mir persönlich leid, dass wir nicht das abrufen konnten, wozu wir eigentlich in der Lage sind. Es waren zu viele dumme Fehler dabei, auch von unseren Führungsspielern, von denen ich nun am Freitag eine Reaktion erwarte“, so der enttäuschte EHC-Trainer Daniel Benske.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, Schütz, Dennis Schlicht, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sven Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, Herbel, Sven Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Herford: Vogel (Stenger) – Schinke, Gehring, Reckers, Brinkmann, Kiel, Rempel – Nasebandt, Johannhardt, Skinner, Linnenbrügger, Berezovskij, Staudt, Becker, Lindt, Hutt.
Zuschauer: 1172.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder/Markus Eberl.
Strafminuten: 32:16 + Disziplinarstrafe gegen Hutt.
Tore: 0:1 Killian Hutt (Reckers, Berezovskij) 2′, 0:2 Benjamin Skinner (Staudt) 7′, 0:3 Benjamin Skinner (Brinkmann) 10′, 0:4 Ulib Gleb Berezovskij (Skinner, Hutt) 15′, 1:4 Sven Schlicht (Brabec) 20′, 1:5 Fabian Staudt 26′ (Penalty), 1:6 Benjamin Skinner (Berezovskij, Reckers) 40′, 2:6 Michael Jamieson (Brabec, D. Schlicht) 52′, 2:7 Maurice Pascal Becker (Staudt, Johannhardt) 55′.

Bären bezwingen den Viertelfinal-Fluch

Halbfinale wir kommen: Die EHC-Spieler feierten in der Dinslakener Kabine ausgelassen den dritten Sieg über die Kobras.

Helmut Kohl verliert nach 16-jähriger Kanzlerschaft die Bundestagswahl gegen Gerhard Schröder, in Nordamerika sorgt die Lewinsky-Affäre für Schlagzeilen, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft scheidet bei der Weltmeisterschaft in Frankreich unter Bundestrainer Berti Vogts im Viertelfinale mit 0:3 gegen Kroatien aus – lange her. 20 Jahre um genau zu sein. Es war das Jahr 1998, das Jahr in dem eine Neuwieder Eishockey-Mannschaft zum letzten Mal in einem Play-off-Halbfinale stand. 20 Jahre später haben die Bären diese schier endlose Zeit des Wartens beendet und den „Viertelfinal-Fluch“ zur Seite geräumt. Damals war’s ein 6:5-Sieg im entscheidenden dritten Spiel über Grefrath in der 1. Bundesliga, diesmal öffneten die Bären in Dinslaken die Tür zur Runde der letzten vier mit weniger Risiko, es mit den Nerven zu tun bekommen. Mit 7:3 ging das vierte Viertelfinale gegen die Kobras an den EHC. „Hochverdient“, wie Trainer Daniel Benske urteilte. „Wir haben sehr souverän gespielt, Dinslaken hatte diesmal nicht den Hauch einer Chance.“ Und das, obwohl dem einen oder anderen Bären noch die Reste der Grippe in den Knochen steckten.
Die Neuwieder Mannschaft war hochkonzentriert, als es galt. Wer am Sonntag am Niederrhein unter den Zuschauern weilte, fragte sich, wie die Deichstädter hier eine Woche zuvor mit 0:7 verlieren konnten. Dieses Ergebnis kam rückblickend betrachtet vielleicht sogar zur rechten Zeit, denn die Bären hatten schon am Freitag im Icehouse die passende Antwort gegeben und beim 6:4 ihre Überlegenheit zum Ausdruck gebracht, um in diesem wichtigen vierten Vergleich noch eine weitere Schippe draufzulegen. „Das war eine super Teamleistung. Alle Spieler haben hervorragende Arbeit geleistet“, schwärmte Benske. „Wir waren in allen Bereich die überlegene Mannschaft.“
Die Zahlen auf der Anzeigetafel pflichteten dieser Einschätzung bei. Kapitän Stephan Fröhlich (8.), Christian Neumann mit seinem ersten Saisontor (26.) und der nach vier Toren am Freitag noch immer nicht satte Moritz Schug (31.) legten für Neuwied vor. Der EHC behielt zwar die Kontrolle, aber die Giftschlangen kamen trotzdem näher. Sven Linda (32.) und Tom Giesen (35.) verkürzten. Ob Trainer Benske da nervös wurde? „Eigentlich nicht.“ Ein abgefälschter Schuss Lindas und ein kurzer Moment mit zu viel EHC-Offensivdrang ließen Dinslaken aufkommen. So etwas beeindruckt Neuwied in diesen Tagen allerdings nicht. Am Freitag hatte man zwei frühe Gegentore hervorragend weggesteckt, auch diesmal fingen sich die Bären schnell. Deion Müller legte nur zwei Minuten später das 2:4 nach – Prädikat wichtig. Genauso wie Dennis Schlichts 2:5 in Minute 44. Der am Freitag noch gesperrte Verteidiger machte Dinslaken klar, dass der EHC das dritte Drittel genauso fortsetzen wollte (und es schließlich auch tat) wie er zuvor 40 Minuten lang aufgetreten war. Kevin Wilson betrieb noch einmal Ergebniskosmetik (46.), ins Spiel zurück brachte dieses Tor die Einheimischen aber nicht mehr. Da stand eine Neuwieder Mannschaft auf der anderen Seite, die zu deutlich überlegen agierte und mit Überzahltoren von Martin Brabec (49.) sowie Stephan Fröhlich (53.) die Feierlichkeiten in die Wege leitete.
Die Botschaft des dritten Neuwieder Siegs in der Serie hatten auch die Dinslakener verstanden, bei ihnen machte sich Frust breit. Mark Alexander Essery wurde von Schiedsrichter Eugen Berger nach zwei Disziplinarstrafen zum Duschen und in die vorzeitige Sommerpause geschickt.
Die lässt für Neuwied noch auf sich warten. Ab Freitag geht es für die Bären im Halbfinale gegen den Herforder EV weiter. Die erste Partie gegen die Ice Dragons muss das Benske-Team auswärts bestreiten. Spiel Nummer zwei steigt dann am Sonntag, 11. März, ab 19 Uhr im heimischen Icehouse. Herford, Neuwieds Viertelfinal-Besieger aus der Vorsaison, verpasste im Viertelfinale der Soester EG einen „3:0-Sweep“. Genauso deutlich setzte sich die EG Diez-Limburg gegen die Luchse aus Lauterbach durch. Die Rockets müssen sich unterdessen noch gedulden, bis sie ihren Halbfinalgegner kennen, weil die Ratinger Ice Aliens die Neuauflage des Vorjahres-Endspiels gegen die Hammer Eisbären ausglichen. Am Dienstagabend fällt im fünften Spiel die Entscheidung, ob die Außerirdischen oder Titelverteidiger weiter im Rennen um die Meisterschaft bleibt.

Dinslaken: Frenzel (Zerbe) – Linda, Hüsken, Hofschen, Cornelißen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Menzel, Essery, Dreyer, Wilson, Spazier, Tanke, Brinkmann, Schöche.
Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, Schütz, D. Schlicht, Wichterich, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, Herbel, Etzel, Hamann, Schug.
Schiedsrichter: Eugen Berger.
Strafminuten: 10 + doppelte Disziplinarstrafe und damit automatische Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Essery : 6.
Tore: 0:1 Stephan Fröhlich (Jamieson) 8‘, 0:2 Christian Neumann (Fröhlich) 26‘, 0:3 Moritz Schug (Jamieson, Fröhlich) 31’, 1:3 Sven Linda (Wilson) 32‘, 2:3 Tom Giesen (Wilson) 35‘, 2:4 Deion Müller (Hellmann, Hamann) 37‘, 2:5 Dennis Schlicht (Jamieson, Brabec) 44‘, 3:5 Kevin Wilson 46‘, 3:6 Martin Brabec (Jamieson, D. Schlicht) 49‘, 3:7 Stephan Fröhlich (Jamieson, Brabec) 53‘.

Moritz Schug zieht den Kobras den Zahn

Nicht zu bändigen: Der vierfache Neuwieder Torschütze Moritz Schug kann bei diesem Alleingang, den er zum zwischenzeitlichen 4:2 vollendet, von Nikolai Tsvetkov und Marvin Linse nicht gestoppt werden.

Treffen sich der Trainer und einer seiner Stürmer nach erledigter Eishockey-Arbeit im Vip-Raum des Eisstadions am Büffet. Da können Coach und Spieler zum Beispiel das gerade beendete Spiel analysieren, oder es gibt Szenen, die das widerspiegeln, was zuvor auf dem Eis passiert war. Daniel Benske, der Übungsleiter des EHC „Die Bären“ 2016, gibt Moritz Schug zwischen Pizza, Baguette und Dessert mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht einen Klaps mit, der offensichtlich macht, dass dieser Moritz Schug seinem Trainer an diesem Abend viel Freude bereitet hat. Vier Tore erzielte der Neuwieder Angreifer im dritten Play-off-Viertelfinale zwischen den Bären und den Dinslakener Kobras in der Eishockey-Regionalliga West. Vier Mal Schug, das machte zwei Drittel des 6:4-Erfolgs der Deichstädter aus, die die 0:7-Niederlage aus Spiel zwei am vergangenen Wochenende ausblendeten und am Sonntag ab 19 Uhr – dann wieder Dinslaken – mit einem dritten Sieg den Einzug ins Halbfinale perfekt machen können. „Jetzt wollen wir das Ding schnell klarmachen“, formuliert Benske das Ziel für den zweiten Teil des Wochenendes. Die Bären bewiesen vor 861 Zuschauern ein dickes Fell. Denn nach der fünf Tage zuvor erlebten Enttäuschung und einem frühen 0:2-Rückstand muss man erst einmal zurückkommen in so einer wichtigen Partie wie dieser. „Wir haben in den ersten zehn Minuten nicht gut reingefunden und besaßen kein Schussglück“, analysierte Benske. Weil Dinslaken eine Mannschaft ist, die nicht viele Torchancen braucht, führten die Kobras schnell mit 2:0. Kevin Wilson von der linken (7.) und Michal Plichta von der rechten Seite (10.) ließen die EHC-Fans kurzzeitig ins Grübeln kommen, ob es noch etwas werden würde mit dem zweiten Sieg der Bären. Ja, es sollte etwas werden. Weil der Fehlstart die Deichstädter nicht schockte, sondern sie viel mehr aufweckte. Schlagartig war das Benske-Team präsent, setzte sich mit der Brabec-Reihe erstmals in dieser Partie in der Dinslakener Zone fest. Der Bereich der Eisfläche, auf dem sich der Großteil der verbleibenden Zeit im ersten Drittel abspielen sollte. Moritz Schug verkürzte aus dem Zentrum (13.), und der Angreifer mit der Rückennummer 96 legte im Powerplay nach (18.), nachdem zuvor der vermeintliche Ausgleich von Willi Hamann wegen Torraumabseits keine Anerkennung gefunden hatte (15.). Die Uhren waren auf null gestellt. „Wir kamen nach zehn Minuten deutlich besser in die Zweikämpfe und konnten die neutrale Zone besser kontrollieren“, erkannte der Bären-Coach, was sich zugunsten seines Teams änderte. Das blieb auch im zweiten Drittel am Drücker und drehte das Ergebnis durch Martin Brabec (25.) und Schugs dritten Streich (26.). Brabec war nach überstandener Grippe aufs Eis zurückgekehrt, biss trotz der krankheitsbedingten Schwächung auf die Zähne, stellte sich in den Dienst des Teams und belohnte sich selbst. Andere waren nicht einsatzfähig: Sven Schlicht von der Grippewelle niedergerafft flach, auch sein gesperrter Zwillingsbruder Dennis, Patrik Morys und Karl Neubert fehlten vom Neuwieder Stammaufgebot. Die Deichstädter rückten noch näher zusammen und fanden im Teamgeist den Schlüssel zum Sieg. „Nach dem 2:2 haben wir das Spiel bestimmt und am Ende auch mit einer souveränen, guten Leistung verdient gewonnen“, lobte Benske. Die Giftschlangen blieben, wie man sie kennt, auch im siebten Saisonspiel gegen den EHC ein unangenehmer Gegner, der nicht locker lässt. So verkürzte Kevin Wilson (28.) genauso wie Michal Plichta (52.) nachdem Schug zum vierten Mal Felix Zerbe überwunden hatte (44.). Die Partie stand wieder Spitz‘ auf Knopf. Die Einheimischen konnten mehrere Überzahlsituationen nicht nutzen, um den Erfolg in trockene Tücher zu wickeln, sodass die Dramatik andauerte. Felix Köllejan verhinderte mit einer starken Parade gegen Alexander Brinkmann den Ausgleich (56.) – eine ganz wichtige Tat des Neuwieder Schlussmanns. Und dann kam dieser Play-off-Mythos zur Geltung, dass Spieler, die sich häufig im Schatten anderer bewegen und unter Wert wegkommen, in ganz wichtigen Situationen wie Kalle aus der Kiste in Rampenlicht treten: Unzählige Zweikämpfe hat Daniel Pering seit seinem Wechsel im Januar aus Neuss nach Neuwied für sich entschieden, genauso häufig stand er in der Abwehr genau an der richtigen Stelle, nur ein Scorerpunkt war dem 33-jährigen Defensivstrategen in sieben Begegnungen noch nicht vergönnt – bis zu dieser 58. Minute, als Pering von der rechten Seite abzog und das Icehouse in Ekstase versetzte. Das Tor zum 6:4-Endstand brachte dem EHC das Halbfinale einen großen Schritt näher. Den letzten Schritt, will man am Sonntag gehen.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Pering, Hellmann, Schütz, Wichterich, Neumann – Fröhlich, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Hohmann, Brabec, B. Asbach, Herbel, Etzel, Hamann, Schug.
Dinslaken: Zerbe (Frenzel) – Linda, Hüsken, Hofschen, Linse, Giesen, Tsvetkov – Heffler, Menzel, Essery, Dreyer, Wilson, Spazier, Tanke, Plichta, Brinkmann, Schöche.
Schiedsrichter: Markus Eberl.
Zuschauer: 861.
Strafminuten: 12:20.
Tore: 0:1 Kevin Wilson (Essery) 7‘, 0:2 Michal Plichta (Heffler) 10‘, 1:2 Moritz Schug (Fröhlich, Hohmann) 13‘, 2:2 Moritz Schug (Jamieson, Etzel) 18‘, 3:2 Martin Brabec (Jamieson, Fröhlich) 25‘, 4:2 Moritz Schug (Jamieson, Fröhlich) 26‘, 4:3 Kevin Wilson (Giesen, Essery) 28‘, 5:3 Moritz Schug 44‘, 5:4 Michal Plichta (Schöche) 52‘, 6:4 Daniel Pering (Hohmann) 58′.

Kostenloses Kinder-Schnuppertraining am 03. März 2018

Kinder und Youngster aufgepasst!

Am 03.03.2018 ab 08.45 – 09.45 Uhr findet in der Eishalle Neuwied eine Schnupperstunde statt. Ausrüstung und Schläger werden gestellt. Trainer werden euch anleiten und erklären. Wenn Ihr Lust und Zeit habt meldet euch bei Herrn Daniel Walther unter d.walther2@me.com an damit entsprechend geplant werden kann. Vielen Dank.

Wann: 03. März 2018
Uhrzeit: 08:45 – 09:45 Uhr
Wo: Eishalle Neuwied
Kontakt: Daniel Walther
E-Mail: d.walther2@me.com

 

Pering kommt: Bären legen in der Defensive nach

Shakehands am Sonntagabend: EHC-Manager Carsten Billigmann (links) begrüßt Neuzugang Daniel Pering.

Je näher in einer Eishockey-Saison die entscheidende Phase kommt, desto umkämpfter werden die Spiele. Die Intensität steigt, die Verbissenheit der Zweikämpft nimmt zu – Spieler, die vor nichts zurückschrecken sind gefordert. „So einen kenne ich gut“, dachte sich Daniel Benske, Trainer des EHC „Die Bären“ 2016, und sprach bei Manager Carsten Billigmann vor. Daniel Pering, 33-jähriger Verteidiger mit Wurzeln bei den Kölner Haien, war so etwas wie ein Wunschspieler des neuen Neuwieder Coaches. Billigmann und der EHC-Vorstand erfüllten den Wunsch, und so wird der erfahrene Abwehrrecke am kommenden Freitag im Derby bei der EG Diez-Limburg erstmals das Neuwieder Trikot überstreifen. „Ich habe mich danach gesehnt, auch einmal für ein Spitzenteam in der Regionalliga zu spielen“, sagt Pering, der in den vergangenen Jahren aus gesundheitlichen Gründen längere Zeit pausieren musste. Jetzt ist der dreifache Familienvater, der sich als „emotionaler und körperbetonter Spieler“ beschreibt, wieder fit und will mit den Bären angreifen. „Daniel ist ein Kämpfertyp, der unserem Team noch mehr Stabilität in der Hintermannschaft geben wird“, ist sich Trainer Benske sicher.

Bären feiern fünften Sieg in Serie

Trainerposten: Kein Schnellschuss

Interimstrainer 1 (und weiterhin wie gewohnt Manager des EHC): Carsten Billigmann.

Interimstrainer 2: Andreas Halfmann

Das erste Dezemberwochenende mit den Regionalligapartien gegen die Hammer Eisbären (Freitag, 20 Uhr in Hamm) und die EG Diez-Limburg (Sonntag, 19 Uhr in Neuwied) wird für den EHC „Die Bären“ 2016 das zweite unter der sportlichen Verantwortung des Interimstrainer-Duos Carsten Billigmann/Andreas Halfmann. Stellt sich die Frage, wie lange diese Interimslösung im Amt bleibt. „Natürlich halten wir Augen und Ohren offen. Anfragen liegen uns bereits vor, aber wir werden uns die gegebene Zeit lassen. Momentan gibt es keinen Grund zu handeln“, sagt die EHC-Vorsitzende Sandra Fischer. Die Eindrücke, die die Mannschaft in den Partien gegen Dinslaken (5:2) und Herford (4:7) hinterließ, seien ohnehin kein Grund, in Aktionismus zu verfallen. Die Stimmung im Team sei sehr gut, die Mannschaft physisch und psychisch bestens drauf.
„Carsten Billigmann und Andreas Halfmann, denen wir extrem dankbar sind, dass sie die Aufgabe übernommen haben, genießen unser vollstes Vertrauen. Sie kennen das Neuwieder Eishockey wie ihre eigene Westentasche, sind Bären durch und durch und verfügen über langjährige Erfahrung“, unterstreicht die „Vereins-Chefin“. Einen Schnellschuss, schließt Fischer kategorisch aus und nennt mehrere Gründe hierfür: „Wir legen großen Wert auf eine ruhige, solide Basis. Wenn wir jetzt übereilig einen neuen Trainer verpflichten würden, würde das sicherlich nicht zur Ruhe beitragen. Außerdem müssen wir natürlich schauen, was der Markt hergibt, und es muss sich alles in einem finanziell machbaren Rahmen bewegen. Der Vorstand will etwas Solides, Langfristiges aufbauen. Deshalb werden wir auch die Trainerpersonalie in aller Ruhe überlegen.“

Kommentar: Schatten über tollem Derby

Wir hätten uns gerne aufs sportliche beschränkt, aber nach dem Derby in Diez muss der EHC „Die Bären” 2016 zu gewissen, traurigen Vorfällen eine Stellungnahme abgeben:
586 Zuschauer wollten am Dienstagabend in der Eissporthalle am Diezer Heckenweg Eishockey schauen. Zum Abschluss des Feiertags noch rasanten Sport zu sehen bekommen – eine schicke Sache, der Fans aus beiden Lagern schon seit der Schlusssirene der Regionalliga-Partie am Sonntag entgegenfieberten. Sportlich richtig unterhaltsam, abwechslungsreich, elf Tore, eine spannende Ausgangslage für das Rückspiel am 31. Oktober in Neuwied – so weit, so hervorragend im Sinne des Sports. Und doch hängt über diesem Eishockeyabend an der Lahn ein Schatten, weil in und an der Halle schlichtweg Sachen vorfielen, die dort nichts verloren und rein gar nichts mit der wohltuend friedlichen Stimmung auf der Tribüne zu tun hatten. Gemeinsame, tolle Gespräche zwischen EGDL- und EHC-Fans samt weiterer Verabredungen – so soll es sein. Ganz nach dem Motto „in den Farben getrennt, im Sport vereint“. Aber überall ist anscheinend nicht angekommen, dass es um ein friedliches Miteinander geht, anstatt aus heiterem Himmel Aggressionen zu schüren. Und wenn die dann noch zum wiederholten Male in Diez eine Person aus Kreisen derer initiiert, die eigentlich dafür zuständig sind, zu einem gesitteten Ablauf beizutragen, löst das Schockmomente aus. Rassistische Äußerungen haben auf diesem Planeten nichts verloren, schon gar nicht von Ordnern und Sicherheitsbeauftragten. Und dann noch an den Haaren herbeizuziehen, die verbal aufs Übelste attackierte Person, ein Neuwieder Ehrenamtlicher, habe einen beleidigt und eine Gegenanzeige zu stellen, schlägt dem Fass den Boden, oder der Eissporthalle das Spielfeld aus. Die EGDL hat auf ihrer Facebookseite dazu klar Stellung bezogen und sich von Verbalrüpel aus ihren eigenen Reihen distanziert. Die einzig richtige Reaktion, wenn auch erst mit Verspätung. Dass Amtsträger aus dem Vereinsvorstand mit diesem Rassismus-Vorfall konfrontiert, mit Ignoranz reagieren und die „Links-liegen-lassen-Schiene“ fahren, ist beängstigend. 586 Zuschauer in der Halle, rund ein Dutzend Neuwieder Anhänger blieben außen vor. Gegen einige von ihnen war von der EGDL ein Hallenverbot erteilt worden, ohne dass der EHC davon Kenntnis hatte. Andere kamen nicht rein, weil sie am Eingang direkt vor oder hinter den Unerwünschten standen. Stichwort: Alle über einen Kamm scheren. Die EHC-Verantwortlichen haben sich bereits mit dem Verband in Verbindung gesetzt und streben ein gemeinsames Gespräch mit den EGDL-Machern sowie EHV-Repräsentanten in Mediatorfunktion an, um zur Normalität zurückkehren zu können. Als weitere Maßnahme werden die Verantwortlichen für das Desaster in Diez Hallenverbot im Icehouse erhalten. Um den Austausch unter den Bären-Fans noch einmal zu intensivieren wurde für kommenden Mittwoch, 11. Oktober, 19 Uhr, in Fanstammtisch im VIP-Arena des Icehouses einberufen.
Die Fans beider Vereine sehen sich am 31. Oktober wieder. Dann zum Pokal-Rückspiel in Neuwied. Die beiden Treffen der vergangenen Tage haben in fast allen Bereichen gezeigt, dass Derbys etwas Schönes und vor allem Friedvolles sein können. Wir sind uns sicher, dass wir das auch in ein paar Wochen wieder hinbekommen. Dann in einem besonderen Rahmen, wenn der Abend unter dem Motto eines bunten Miteinanders stehen und im Auftrag und Vertrauen des Innenministeriums ein klares Statement gegen Rassismus gesetzt wird. Die Partie sollte nach den Ereignissen vom Dienstag die geeignete Bühne sein.
Ach ja, am 3. November und 19. Januar spielen die Bären wieder am Heckenweg. Zwei Tage für die sich rassistische Pöbler, Vereinsmeier, die der Realität nicht in die Augen schauen möchten, und Co. gerne etwas Anderes vornehmen können. Oder: Vielleicht sich einfach diese Zeilen noch einmal durch den Kopf gehen lassen.

Mit vereinten Kräften für die Fans

Die neuen Fanbeauftragten des EHC: Pascal Fischer (links) und Kevin Klöwer.

Es ist eine von vielen Freundschaften, die beim Eishockey entstanden sind. Pascal Fischer und Kevin Klöwer lernten sich vor fünf Jahre im Neuwieder Icehouse kennen, und werden in Diensten des EHC „Die Bären“ 2016 ab der neuen Saison eine wichtige Aufgabe übernehmen. Die beiden 17- und 21-Jährigen sind die neuen Fanbeauftragten des Vereins. Sie treten in die Fußstapfen von Michaela Laux und Anke Schiemann, die von nun an einen größeren Posten im Vorstand übernimmt. Kevin und Pascal sind im positiven Sinne eishockeyverrückt und wollen mit vereinten Kräften für ein gutes Miteinander sorgen. „Es gelten weiterhin viele alte Regeln, aber es soll auch eine Entwicklung mit der Zeit geben“, haben sich die beiden, die man in der Halle an ihren Jacken mit der Aufschrift „Fanbeauftragter“ erkennt, auf die Fahnen geschrieben. Pläne haben sie bereits in den ersten Tagen in ihrer neuen Funktion entwickelt: So soll der A-Block wieder zu einem Familienblock werden. Das heißt, die kleinen Bärenfans können das Spiel von der Tribüne aus besser verfolgen als von hinter Plexiglasscheibe am Spielfeldrand. Auch wird ein kleiner Bereich im Mittelblock für den Vorsänger und die Trommler abgesperrt werden. Ein großes Anliegen der beiden ist es, das Miteinander der Fans untereinander zu fördern. Die vergangenen Jahrzehnte haben es gezeigt, dass die Bärenhöhle beben kann, wenn die Fans die Mannschaft von den Rängen aus anpeitscht. „Wir sind die Ansprechpartner für jeden Fan, denn jeder einzelne Fan ist wichtig. Es werden auch keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppierungen gemacht. Es geht darum, als Einheit hinter dem Team zu stehen und nicht um ein Wetteifern, wer die beste Fangruppe ist“, betonen sie.
EHC-Manager Carsten Billigmann hat im Rahmen des Fannstammtisches dem Duo mit Nachdruck nochmals alles Gute gewünscht, schenkt ihnen trotz ihres jungen Alters das vollste Vertrauen und die anwesenden Fans aufgefordert das selbige zu tun, um den Jungs eine faire Chance zu geben, damit die Fluktuation auf dieser Position endlich aufhört.
Bei Fragen, Wünschen und Vorschlägen sind die beiden neuen EHC-Fanbeauftragten erreichbar auf ihrer Facebookseite (Fanbeauftragten EHC Die Bären 2016) oder per E-Mail: fanbeauftragte@diebaeren2016.de