„#binheiss“: Charakterspieler Herbel wird ein Bär

Wenn Marco Herbel (hier noch im EGDL-Dress) nach vorne schaut, sieht er den EHC „Die Bären“ 2016. Der Angreifer wechselt nach Neuwied.

Wenn zwischen einer ersten Kontaktaufnahme und einer Vertragsunterschrift nur wenige Tage liegen, dann muss die Chemie zwischen beiden Seiten ganz offensichtlich stimmen. So braucht es keine ausschweifenden Beschreibungen, um das zu erklären, wie sich der EHC „Die Bären“ 2016 und Marco Herbel in der vergangenen Woche annäherten und nun den Handschlag erzielten, der den Vorstand des Neuwieder Eishockey-Regionalligisten genauso glücklich macht wie dessen stürmenden Neuzugang, der zwischen den Jahren 2007 und 2010 schon einmal drei Saisons lang für die Bären auf dem Eis stand.
Wir werfen den Zeitraffer an. Dienstag vergangener Woche: Die EG Diez-Limburg vermeldet die Trennung von Marco Herbel. Marco Herbel? Der Kapitän der Rockets? Ein gestandener, torgefährlicher, körperlich starker Charakterspieler, der jeder Regionalliga-Mannschaft gut zu Gesicht steht – da lohnt sich eine Kontaktaufnahme auf alle Fälle dachte sich Carsten Billigmann. Der Manager des EHC „Die Bären“ 2016 rief an, machte dem Stürmer klar, dass er ihn in der bevorstehenden Saison liebend gerne im Neuwieder Trikot sehen würde und hat jetzt eine weitere Verstärkung seiner Sturmreihen in trockenen Tüchern. „Ich hatte schon damals drei super Jahre in Neuwied, habe sehr gute Bekanntschaften gemacht, die noch bis heute bestehen. Das spielte bei meiner Entscheidung eine große Rolle. Ich hatte zwei Angebote aus der Regionalliga vorliegen, wofür ich mich bedanke und über die ich mich sehr gefreut habe, weil ich meine Schlittschuhe eigentlich an den Nagel hängen wollte. Es ist nicht mein Ding, mit zwei Vereinen gleichzeitig zu verhandeln und deshalb habe ich das zweite Angebot direkt abgesagt, als die Anfrage aus Neuwied kam. Außerdem bin ich in der Region häuslich und beruflich gebunden. Auch deshalb passt Neuwied ideal“, sagt der Stürmer. „Jetzt freue ich mich zurückzukehren und auf tolle Spiele vor dem großartigen Neuwieder Publikum. Wer vor dieser Kulisse nicht motiviert ist, hat den falschen Sport gewählt“, ist es für den 35-Jährigen selbstverständlich, bei seinem neuen Team das gleiche Herzblut aufs Eis zu bringen wie zuletzt für den Heimatverein an der Lahn, wo der das Kapitäns-C auf der Brust trug. Den passenden Hashtag hat der Routinier seiner Aufgabe beim EHC bereits selbst gegeben: „#binheiss“, so kündigte er sich in der Whatsapp-Gruppe der Bären an. Wenn ein Marco Herbel das sagt, dann ist das so. Ein Spieler, der geradeaus ist, eine Mannschaft führen kann und mit Leistung überzeugt. „Eigentlich stand unser Kader schon weitestgehend. Dann habe ich jedoch die Nachricht aus Diez gelesen. Wenn sich ein Spieler aus dem näheren Umfeld auf dem Markt befindet, den man bestens kennt, der einen überschaubaren Anfahrtsweg hat, in 33 Saisonspielen 34 Punkte sammelte und dazu noch Kampfgeist, Einstellung sowie Torriecher vereint, darf man nicht lange warten. Ich habe einfach mal den Hörer in die Hand genommen und angerufen. Marco wollte dabei sein und weiter Eishockey spielen. Ich bin froh, ein weiteres Puzzleteil für unseren Angriff gefunden zu haben“, sagt Carsten Billigmann zu der unkomplizierten und schnellen Einigung.
Der Neuwied-Rückkehrer ist nicht nur wegen seiner leidenschaftlichen Spielweise die Konstanz in der Person. In acht der zehn zurückliegenden Spielzeiten verbuchte er mehr Punkte als er Einsätze bestritt. „Daran will ich in Neuwied anknüpfen, auch wenn der Erfolg der Mannschaft an erster Stelle steht“, sagt Herbel. Apropos „#binheiss“: Besonders extrem dürfte das Thermometer im ersten Heimspiel der neuen Saison ausschlagen. Dann gastiert laut vorläufigem Spielplan die EG Diez-Limburg im Icehouse. Herbel: „Ich glaube, da hat es jemand gut mit uns allen gemeint.“