Bären wollen daheim nichts mehr abgeben

Im Hinspiel mussten die Bären (hier Philipp Felföldy, links, und Alexander Bill) gegen Bad Nauheim hart kämpfen um den 5:3-Sieg herauszuschießen. Damals befand sich der EHC aber noch in der Findungsphase.

Im Hinspiel mussten die Bären (hier Philipp Felföldy, links, und Alexander Bill) gegen Bad Nauheim hart kämpfen, um den 5:3-Sieg herauszuschießen. Damals befand sich der EHC aber noch in der Findungsphase.

Einen Moment lang konnte Jens Hergt die Enttäuschung nicht verbergen. Mit hängendem Kopf stand der Trainer des EHC „Die Bären“ 2016 hinter der Bande, als die Schlusssirene das Derby in der Eishockey-Regionalliga West gegen die EG Diez-Limburg am Dienstagabend beendete und die Gäste von der Lahn vor dem Ausgleich bewahrte, der in der Luft lag. Die 3:4-Niederlage schmerzte, aber schon wenige Minuten später machte der Neuwieder Coach deutlich, dass ein verlorenes Spiel nicht lange Spuren hinterlassen darf in einer Saison, in der es Schlag auf Schlag geht. Am Sonntagabend steht für den EHC im heimischen Icehouse gegen die DEL 2-Reserve der Roten Teufel aus Bad Nauheim die nächste Aufgabe an. Die drei Punkte aus dieser Begegnung haben die Bären eingeplant.
Hergt führte sich schon vor ein paar Wochen das Hauptrundenrestprogramm sowie das Tabellenbild noch einmal ganz genau zu Gemüte und ist bei seiner Analyse zu folgendem Ergebnis gekommen: 39 Punkte sollten normalerweise reichen, um nach 22 Partien zu den sechs besten Mannschaften zu zählen und damit die Qualifikation für die Play-offs sicher in der Tasche zu haben. Aktuell stehen die Bären bei 30 Zählern, sodass gemäß Adam Riese noch drei glatte Siege nach 60 Minuten fehlen.
„Wenn wir in unseren drei verbleibenden Hauptrunden-Heimspielen diese neun Punkte holen, sind wir so gut wie sicher dabei“, glaubt Hergt. Die Chancen, mit den Fans im Rücken zu punkten, stehen nicht schlecht. Auch wenn Überraschungen in der Regionalliga West wöchentlich an der Tagesordnung sind, können die Neuwieder die Favoritenrolle gegen Bad Nauheims 1b, den Herforder EV (18. Dezember) und die Grefrather EG (8. Januar) nicht von sich wegschieben. Alle drei Teams stehen im unteren Drittel der Tabelle. „Gegen Bad Nauheim brauchen wir ohne wenn und aber einen Sieg“, weiß Hergt, dass sein Team in den nächsten Wochen nicht straucheln darf, weil die derzeit siebt- und achtplatzierten Dinslakener und Dortmunder die Top-Sechs noch lange nicht abgeschrieben haben. Das Auswärtsprogramm der Bären mit Partien bei den Ratinger Ice Aliens, dem Neusser EV und den Hammer Eisbären liest sich anspruchsvoller, wobei sich die derzeit viertplatzierten Deichstädter auch dort ganz gewiss nicht verstecken müssen.
Die Wetterauer, mit denen der EHC in der vergangenen Saison noch eine Kooperation pflegte, mussten nach einem sehr passablen Saisonstart zuletzt doch deutliche Abstriche machen. Durch neun Niederlagen in Folge rutschte die Mannschaft von Trainer Marcus Jehner auf den letzten Tabellenplatz ab.