Bären müssen schnell regenerieren

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Keine Angst vor Schmerzen: Robin Schütz wirft sich im Spiel gegen Hamm in einen Schuss von Ibrahim Weissleder und nimmt Schlussmann Felix Köllejan damit etwa Arbeit ab. Trainer Jens Hergt kann seiner kompakten Defensive vertrauen.

Raus aus dem Mannschaftsbus, rein in die Schlittschuhe, für rund zwei Stunden rauf aufs Eis, raus aus der Ausrüstung, zurück in den Bus, schnell regenerieren, erneut rein in die Schlittschuhe und gleich wieder die zweite Aufgabe in Angriff nehmen – der EHC „Die Bären“ 2016 hat das erste Saisonwochenende mit zwei Partien vor Augen. Diese sind in der Eishockey-Regionalliga West zwar Alltag, aber die Spiele Nummer drei und vier in dieser Runde stellen für die Neuwieder Bären eine besondere Herausforderung dar, weil das Heimspiel gegen die Dinslakener Kobras am Sonntagabend ab 19 Uhr im Ice House nur 23 Stunden und 30 Minuten nach dem Eröffnungsbully am Samstag bei den Grefrath Phoenix beginnt. Eine schnelle Regeneration ist bei dieser Doppelbelastung das A und O und ähnlich wichtig wie eine konzentrierte Leistung über zwei Mal 60 Minuten.

Der optimale Saisonstart mit sechs Punkten aus zwei Partien gegen Bad Nauheim 1 b und Hamm haben das Selbstvertrauen der Mannschaft gesteigert, doch Trainer Jens Hergt mahnt: „Die ersten beiden Spiele verliefen fast schon besser als erwartet, aber ich will etwas auf die Euphoriebremse treten. Wir müssen genauso weitermachen wie wir gegen Hamm gespielt haben.“ Will heißen aus einer kompakten Defensive heraus Chancen kreieren und diese auch verwerten. Dass der EHC über beide Qualitäten verfügt, zeigte die Partie gegen Hamm.
So fahren die Neuwieder am Samstag als Tabellenführer an den Niederrhein und treffen dort ab 19.30 Uhr auf die nach zwei Partien noch punktlose Mannschaft der Grefrath Phoenix. Ein Tabellenstand, den Trainer Hergt ausblendet, denn: „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen.“ Das mag sich wie ein Griff in die Phrasenkiste anhören, ist aber schon nach den ersten Partien nicht von der Hand zu weisen. Siehe Ratingen. Der Meister gewann erst nach Penaltyschießen gegen den Aufsteiger EG Diez-Limburg. Grefrath gelang bislang eine ähnliche Überraschung noch nicht. Der Aufsteiger verlor 2:6 gegen Dortmund und mit nur zwölf Feldspielern 1:3 gegen Dinslaken. „Aber in Grefrath ist es immer schwierig zu spielen. Das weiß ich noch aus meiner aktiven Zeit“, erinnert sich der EHC-Coach. Und jetzt kommt bei den Feuervögeln auch noch die Aufstiegseuphorie hinzu. Lange haben sie attraktiveren Partien entgegengefiebert, eilte die Mannschaft von Trainer Karel Lang in der vergangenen Saison in der NRW-Liga doch von einem Kantersieg zum nächsten. „Das hat oft keinen Spaß gemacht“, schildert die Torwartlegende der Krefeld Pinguine.

Über das Dinslaken-Spiel am Sonntag denken Trainer und sein Team erst nach, wenn sie am Samstagabend vom Nieder- zurück an den Mittelrhein fahren. Hergt zeigt Respekt vor den Kobras: „Sie haben in der Vorbereitung sehr gute Ergebnisse erzielt. Warum sie aber gegen Neuss verloren haben, verstehe ich nicht.“ Stichwort ausgeglichene Liga eben…