Bären machen’s ein wenig wie die Bayern

Die Vorbereitungsphase ist für den EHC „Die Bären“ beendet. Am Sonntagabend kamen die Deichstädter in Diez zu ihrem dritten Sieg im vierten Test. „Wir haben gewonnen, können aber besser spielen“, sagte Trainer Jens Hergt nach dem 6:2 (2:1, 2:1, 2:0)-Erfolg über den eine Klasse tiefer angesiedelten TuS Wiehl um den früheren Neuwieder Andreas Czaika. Der EHC offenbarte bei der Generalprobe noch Luft nach oben für den Ligaauftakt am kommenden Sonntag in Bad Nauheim, was aber auch an den personellen Voraussetzungen lag. Lucas Leuschner und Philipp Felföldy werden nach ihren Verletzungen erst am Dienstag wieder ins Training eingreifen, kurzfristig mussten auch Alexander Bill und Christian Neumann passen, zudem gingen zwei, drei Spieler durch Erkältungen geschwächt aufs Eis. So blieben Trainer Hergt nur 13 Feldspieler übrig, was zum neuerlichen Umstellen der Reihen führte. Zunächst musste Neuwied sogar einen Rückstand verdauen. In der sechsten Minute überwand Marco Kosche den Neuwieder Schlussmann Felix Köllejan. Sven Schlicht in Überzahl (14.) und Kevin Kopetzky (15.) drehten vor dem ersten Kabinengang mit einem Doppelschlag binnen 57 Sekunden das Ergebnis zugunsten des Favoriten. Auch im Mittelabschnitt setzte Wiehl den ersten Akzent. Die Bären ließen eine 5:3-Überzahl ungenutzt und kassierten mit noch einem Mann mehr auf dem Eis den Ausgleich. TuS-Kapitän Stefan Streser verwertete einen Nachschuss (23.). Abstimmungsprobleme waren beim EHC zwar zu erkennen, aufgrund der Umstellungen aber auch verständlich. Trotzdem erarbeiteten sich die Bären mit zunehmender Spielzeit deutlichere Vorteile. Robin Schütz (32.) und zum zweiten Mal Sven Schlicht an diesem Abend (34.) besorgten die erstmalige Zwei-Tore-Führung, die in den letzten 20 Minuten René Sting (50.) und Rylee Orr (58.) ausbauten. „Man hat von der Bereitschaft her schon ein wenig gemerkt, dass es ein Testspiel war. Es gibt so Spiele. Da geht noch mehr“, bilanzierte Hergt und griff zum Vergleich zur Fußball-Bundesliga: „Die Bayern haben gestern gegen Ingolstadt auch nicht überzeugt, aber gewonnen.“
Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Elzner, Halfmann – Fröhlich, Sting, Orr, Reiner, Blumenhofen, Köbele, S. Schlicht, Kopetzky. Strafminuten: 16 – 14 + Disziplinarstrafe gegen Streser. Tore: 0:1 Marco Kosche (Pniewski) 6‘, 1:1 Sven Schlicht (Elzner, Trimboli) 14‘, 2:1 Kevin Kopetzky (Sting, Trimboli) 15‘, 2:2 Stefan Streser (Czaika, Schneider) 23‘, 3:2 Robin Schütz (Kopetzky) 32‘ 4:2 Sven Schlicht (D. Schlicht, Kopetzky) 34‘, 5:2 René Sting (Kopetzky, Reiner) 50‘, 6:2 Rylee Orr (Köbele, Schütz) 58‘.