Bären kommen zu spät ins Rollen

Felix Köllejan war in Dortmund zweimal machtlos. Das dritte Tor erzielten die Gastgeber, als der EHC-Keeper bereits für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.

Felix Köllejan war in Dortmund zweimal machtlos. Das dritte Tor erzielten die Gastgeber, als der EHC-Keeper bereits für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.

Der EHC „Die Bären“ 2016 hat am Freitagabend die Tabellenführung in der Eishockey-Regionalliga West eingebüßt. Bei kampfstark agierenden Dortmunder Eisadlern mussten sich die Deichstädter mit 1:3 geschlagen geben.
Auf das Schlussdrittel können sich die Bären in dieser Saison verlassen. Gegen Dinslaken haben sie in den letzten 20 Minuten das Spiel gedreht, und auch in Dortmund legte die Mannschaft von Trainer Jens Hergt in der Endphase eine Schippe drauf. Es reichte, um eine spannende Schlussphase herbeizuführen, allerdings nicht, um den in den ersten 40 Minuten eingehandelten 0:2-Rückstand aufzuholen. „Wir fanden zwei Drittel lang nicht richtig ins Spiel, die Pässe kamen nicht an“, monierte EHC-Teammanager Carsten Billigmann. Die Dortmunder hingegen präsentierten sich von ihrer besten Seite. „Wir ließen sie allerdings auch etwas zu viel zum Zuge kommen“, so Billigmann. Zum Zuge und zu zwei Toren. Marvin Geibler (12.) und der ehemalige Herner Roberto Rinke (37.) brachten die Eisadler in Führung. Die Gäste hatten im Abschluss Pech. Sie ließen einige gute Möglichkeiten liegen, unter anderem scheiterte René Sting nach einer halben Stunde per Penalty an Dortmunds Schlussmann Markus Dräger.
Im Schlussabschnitt kam Neuwied deutlich besser ins Rollen und erhöhte den Druck aufs Dortmunder Tor. Fünf Minuten vor dem Spielende trommelte Trainer Hergt seine Jungs bei der Auszeit an der Bank zusammen und vermittelte offenbar den durchschlagenden Erfolg. Nach Vorlage von Michael Trimboli erzielte Kapitän Stephan Fröhlich den Anschluss. Noch 149 Sekunden. Neuer Schwung für die Gäste, sie hatten wieder Zählbares in Aussicht. In den letzten anderthalb Minuten versuchten sie es mit sechs Feldspielern, Felix Köllejan sprintete zur Bande und machte Platz für einen weiteren potenziellen Torschützen. Aber der Puck, und das war bereits in Soest so, fand den Weg ins leere Gehäuse. Michael Alda (59.) ließ Dortmund mit dem Tor zum 3:1-Endstand jubeln (59.).
„Wenn wir früher so gespielt hätten wie im letzten Drittel, wären wir wohl als Sieger vom Eis gegangen“, mutmaßte Billigmann. So bleibt für das Spitzenspiel am Sonntag ab 19 Uhr im Icehouse gegen den neuen Tabellenführer aus Ratingen – die Ice Aliens schlugen Hamm mit 3:2 – trotz des Ergebnisses immerhin ein ordentlicher letzter Eindruck im Gedächtnis. Und vor heimischem Publikum, das hat sich Mannschaft schon auf der Heimfahrt am späten Freitagabend geschworen, wollen sie alles tun, um an Ratingen wieder vorbeizuziehen.

Dortmund: Dräger (Fücker) – Zirnov, Steinschneider, Renner, Gleibler, Buchwald, Licau – Wiegand, Kruminsch, Berger, Wichern, Beeg, Gose, Schmitz, Alda, Wollmann, Menzel, Rinke, Hoffmann.
Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Elzner – Fröhlich, Sting, Orr, Köbele, Felföldy, Leuschner, Reiner, S. Schlicht.
Schiedsrichter: Andreas Kissing.
Zuschauer: 278.
Strafminuten: 8:8.
Tore: 1:0 Marvin Geibler (Beeg, Rinke) 12‘, 2:0 Roberto Rinke (Zirnov) 37‘, 2:1 Stephan Fröhlich (Trimboli) 58‘, 3:1 Michael Alda (Gose) 59‘.