Bären können Heimvorteil absichern

In Torlaune: Michael Trimboli hat in den beiden Partien gegen Diez-Limburg und Neuss dreimal getroffen.

In Torlaune: Michael Trimboli hat in den beiden Partien gegen Diez-Limburg und Neuss dreimal getroffen.

Das Hauptsaisonziel hat der EHC „Die Bären“ 2016 mit dem Erreichen der Play-offs in der Eishockey-Regionalliga West längst in der Tasche. Jetzt greifen die Neuwieder Puckjäger nach Ausbaustufe eins. Holt der EHC am Wochenende in den Partien gegen die Eisbären aus Hamm am Freitagabend ab 20 Uhr im heimischen Icehouse und die Lauterbacher Luchse am Sonntag ab 18 Uhr im Vogelsbergkreis vier Punkte, haben sie (mindestens) Rang vier und damit das Heimrecht im ersten und falls nötig entscheidenden dritten Viertelfinale sicher. Mit den fünf Punkten gegen die EG Diez-Limburg und den Neusser EV haben die Bären einen großen Schritt in diese Richtung gemacht. „Aber das wird ein richtig heißes Wochenende“, weiß Trainer Jens Hergt. Hamm kommt am Freitag mit einem Zähler Vorsprung auf den EHC als Tabellenführer zum Topspiel an den Rhein, die Lauterbacher (derzeit Vierter) versuchen am Sonntag vor eigenem Publikum den Vorsprung auf Neuss weiter zu vergrößern und ebenfalls auf Kurs Play-off-Heimvorteil hinzusteuern. Beide EHC-Gegner befinden sich in Topform. Hamm entzauberte am Sonntag die Ratinger Ice Aliens mit 7:1, Lauterbach deklassierte die EG Diez-Limburg mit 12:4.
Dass die Bären am vergangenen Wochenende zweimal als Sieger das Eis verließen, lag in erheblichem Maße auch an den beiden Neuzugängen Tobias Etzel (vier Punkte gegen Diez-Limburg) und Pierre Wex (Ausgleichstreffer in der Schlussminute gegen Neuss). Zwei Spieler, die EHC-Manager Carsten Billigmann ob ihrer Qualitäten unbedingt haben wollte – zwei Spieler, die sich nun in Neuwied pudelwohl fühlen und Leistungen sprechen lassen. „Beide haben bereits gezeigt, dass unser Kader durch sie noch stärker geworden ist“, sagt Billigmann. Kurz vor dem Ende der Transferperiode am Dienstag hat ein Spieler die Bären aber auch noch verlassen. Der 20-jährige Lucas Leuschner geht aus persönlichen Gründen. Der Angreifer schloss sich Ligakonkurrent Ratingen an. Vereinswechsel gehören im Sport, vor allem kurz vor der „Deadline“ am letzten Januartag, eben zum normalen Geschäft. Umso verwunderter reagierten die Neuwieder Verantwortlichen auf Vorwürfe aus Lauterbach nach dem Frontenwechsel des früheren Luchse-Kapitäns Pierre Wex. „Wenn ein Spieler einen Verein verlassen möchte, sollte man das in seinem Sinne akzeptieren“, kommentiert Billigmann. Lauterbachs Vorsitzender Manfred Naumann trat in der örtlichen Tagespresse gegen Wex genauso wie gegen Torhüter Steve Themm verbal auf  bescheidenem Level nach: „Meiner Meinung nach waren das nicht Spieler, die uns weiterbringen.“ Bemerkenswerte Auffassungen, hatten sie mit starken Leistungen doch dazu beigetragen, dass die Lauterbacher die Play-off-Qualifikation schafften. Wex erzielte in 26 Saisonspielen 14 Tore und gab 21 Assists. Themm, auf der Facebook-Seite der Lauterbacher als „nur der dritte Goalie“ bezeichnet, rangiert mit einem Schnitt von 2,54 Gegentoren pro Spiel auf Platz zwei der Liga.
Zudem war die aus „gut unterrichteten Kreisen“ dem Lauterbacher Anzeiger zugesteckte Nachricht, Neuwied wolle kurz vor den Play-offs einen weiteren Spieler der EG Diez-Limburg verpflichten – vermutlich war der in Diez unlängst suspendierte Andreas Wichterich gemeint -, offensichtlich das Resultat einer überkochenden Gerüchteküche. „An diesen Behauptungen war nicht im Geringsten etwas dran – komplett aus der Luft gegriffen“, ärgert sich Billigman und weist jegliche Vorwürfe weit von sich, eine Transferpolitik zu betreiben, die darauf abzielt, die Gegner zu schwächen.
Am Wochenende gibt es Wiedersehen auf allen Kanälen. Pierre Wex freut sich auf das am Freitag mit seinem nun in Hamm spielenden Kumpel Themm und brennt am Sonntag darauf, an alter Wirkungsstätte in Osthessen mit den Bären das Eis als Sieger zu verlassen. „Wir wollen genauso wie am Freitag auch in Lauterbach am Sonntag gewinnen – unter anderem für Pierre“, erklärt EHC-Trainer Hergt.