Bären feiern den Derbysieg

Kampf um jeden Zentimeter Eis: EHC-Doppeltorschütze Dennis Schlicht kämpft gegen Konstantin Firsanov um den Puck.

Der EHC „Die Bären“ 2016 kann Saisonauftakt, der EHC „Die Bären“ 2016 kann in besonderem Maße Mitteldrittel, und der EHC „Die Bären“ 2016 kann auch Heimderby: Nach den beiden Niederlagen der Vorsaison im Icehouse gegen die EG Diez-Limburg drehten die Neuwieder am Sonntagabend vor 1008 Zuschauern den Spieß um und setzten sich mit 6:3 durch.
Drei Tore hatte der EHC am Freitag in Hamm im zweiten Abschnitt erzielt, jetzt waren es gegen die Rockets sogar derer vier zwischen den Minuten 20 und 40, die den Weg zum zweiten Saisonsieg ebneten. „Die Mannschaft hat sich Respekt und Lob für dieses erste Regionalliga-Wochenende verdient“, freute sich Trainer Jens Hergt bei der Pressekonferenz. Von Pappe waren die ersten beiden Gegner nun wahrlich nicht. Hamm und Diez-Limburg zählen genauso wie die Bären zu den Favoriten auf die Meisterschaft. Das ließen die Gäste von der Lahn durchaus erkennen. „Wir hatten zu Beginn Vorteile“, stellte Rockets-Trainer Arno Lörsch trotz des frühen Rückstandes fest. Dennis Schlicht brachte Neuwied bereits in der vierten Minute in Führung. „Wir haben in dieser Szene den Slot vernachlässigt und uns danach zu sehr auf die Strafbank konzentriert“, beschrieb Lörsch den weiteren Verlauf des ersten Abschnitts. Die Unterzahl war Neuzugang Joey Davies einerlei. Er schloss einen Alleingang mit dem Ausgleich ab (8.). Ihr nächstes Powerplay nutzten die Einheimischen dann. Moritz Schug überwand Steve Themm im Tor der Rockets. Die hatten bereits am Freitagabend gegen Neuss einen 1:3-Rückstand in einen 5:3-Sieg gedreht und ließen auch diesmal Moral erkennen. Marc Hemmerich egalisierte das Ergebnis für sein Team in doppelter Überzahl (25.).
Es brachen Minuten an, die das Derby entschieden. Keine 120 Sekunden später markierte Dennis Schlicht seinen zweiten Treffer, und für Diez-Limburg kam es doppelt dick. Schlussmann Steve Themm verletzte sich und musste ausgewechselt werden. Den Vertreter des aus seiner Zeit in Kassel jüngsten DEL-Torhüters aller Zeiten erwischten die Bären noch kalt. Nur 31 Sekunden nach seiner Einwechslung musste Constantin Schönfelder den ersten Schuss passieren lassen. Abgezogen hatte Michael Jamieson, der vor den Augen seiner Eltern das 4:2 nachlegte. Waren es beim US-Boy Mama und Papa, die für die Sondermotivation sorgten, spürte Martin Brabec diese gegen seinen Ex-Verein ohnehin. Und auch der Tscheche durfte jubeln. Sein 5:2 (34.) klärte bereits die Fronten, bevor Robin Schütz in Überzahl noch vor der zweiten Pause das halbe Dutzend vollmachte. „Ich hätte mir nach der Verletzung von Steve Themm mehr Charakter von meiner Mannschaft gewünscht, und dass sie die Scheibe besser vom Tor weghält. Wobei Constantin Schönfelder als junger Torhüter vor dieser fantastischen Kulise später großartig gehalten hat“, schilderte Lörsch.
Genauso wie in Hamm konnten sich die Bären im Schlussabschnitt zurückziehen und auf die Abwehr konzentrieren. So souverän wie am Freitag, spielten sie die Zeit diesmal jedoch nicht herunter. „Ich hätte mir mehr Cleverness gewünscht. Ich war überrascht, dass bei uns Panik ausgebrochen ist, hatten wir die gleiche Situation in Hamm doch sehr gut gemeistert“, erklärte Trainer Hergt. Julian Grund verkürzte auf 3:6, was sich nur noch auf die Statistik auswirkte.
„Endlich haben wir den Heimfluch gegen die EGDL beendet“, atmete der EHC-Coach auf, der genauso wie sein Diezer Kollege und die Zuschauer ein intensives, über weite Phasen faires, friedliches und sportlich ansprechendes Derby sah. „Wegen mir können wir permanent gegeinander spielen. Dann müssten wir nicht nach Ratingen oder Hamm fahren“, genoss auch Arno Lörsch mit Ausnahme des Ergebnisses den Eishockey-Abend an seiner langjährigen Wirkungsstätte. Derby-Nachschlag gibt es bereits am Dienstagabend. Ab 18.30 Uhr stehen beide Teams am Diezer Heckenweg im Halbfinale des Rheinland-Pfalz-Pokals auf dem Eis.

Neuwied: Köllejan (Schaffrath) – Hellmann, Schütz, Neubert, D. Schlicht, Dieser, Wichterich, Morys, Neumann – Fröhlich, Sting, S. Asbach, Kley, Jamieson, Müller, Brabec, Herbel, S. Schlicht, Etzel, Hamann, Schug.
Diez-Limburg: Themm (ab 27. Schönfelder) – Schophuis, Ansink, Kärkäs, Stroeks, Krämer – Niestroj, Davies, Fischer, Firsanov, Wex, Bauscher, Hülskopf, Mainzer, Kail, Hemmeric, Grund, Maier.
Schiedsrichter: Jan Breckenfelder.
Zuschauer: 1008.
Strafminuten: 18 + Disziplinarstrafe gegen Wichterich – 24.
Tore: 1:0 Dennis Schlicht (Jamieson, Müller) 4′, 1:1 Joey Davies (Fischer, Hemmerich) 8′, 2:1 Moritz Schug (Fröhlich, Schütz) 16′, 2:2 Marc Hemmerich (Wex, Davies) 28′, 3:2 Dennis Schlicht (Brabec, Schug) 27′, 4:2 Michael Jamieson (D. Schlicht, Müller) 27′, 5:2 Martin Brabec (Fröhlich) 34′, 6:2 Robin Schütz (Schug, Brabec) 39′, 6:3 Julian Grund 54′.