Arbeitssieg nach Blitz-Hattrick

In der Eishockey-Regionalliga West gibt es noch genau eine Mannschaft mit einer blütenweißen Weste: Sie kommt aus Neuwied. Der EHC „Die Bären“ 2016 gewann in Grefrath auch seine dritte Partie dieser Runde nach 60 Minuten. Einen 6:4-Arbeitssieg nahmen die Deichstädter am Samstagabend vom Niederrhein mit. In der nordamerikanischen Profiliga NHL hat es Tradition, dass die Zuschauer nach einem Hattrick Hüte, Mützen und Kopfbedeckungen aller Art aufs Eis werfen. „Hut ab“ hätte sich am Samstagabend in Grefrath Rylee Orr verdient – und das innerhalb von 11:06 Minuten. So lange lag zwischen dem ersten und dem dritten Treffer des EHC-Angreifers mit der Nummer 9 auf dem Rücken. Es waren die Neuwieder Tore Nummer drei, vier und fünf an diesem Abend, die der Partie den entscheidenden Dreh verliehen. Mund abputzen, die Zähler mitnehmen und keine 24 Stunden später am Sonntagabend ab 19 Uhr im Icehouse gegen Dinslaken wieder mit eine Schippe drauflegen – so lautete nach dem Ertönen der Schlusssirene die Losung aus Sicht des EHC. „Wir konnten nicht an die Leistung aus dem Spiel gegen Hamm anknüpfen. Wir passen uns leider noch zu sehr dem Gegner an“, fasste Neuwieds Teammanager Carsten Billigmann die Begegnung beim Aufsteiger an. Die Bären waren von Anfang zwar die klar überlegene Mannschaft, versäumten es nach der frühen Führung durch Felix Köbele (9.) allerdings nachzulegen. Und so machten sie große Augen, dass sie zum ersten Kabinengang doch plötzlich hinten lagen – zum ersten Mal in dieser Saison. Jerome Braun (14.) und Sven Schiefner (16.) schossen die Tore für die Phoenix. Im Mittelabschnitt traten die Gäste dann konsequenter auf. Stephan Fröhlich (21.) und eben der Orr-Hattrick (27., 36., 38.) bescherten ihnen eine 5:2-Führung nach 40 Minuten. „Aber dann haben wir wieder den Schongang eingelegt. Vielleicht befand sich das Spiel am Sonntag schon in den Hinterköpfen“, vermutete Billigmann. Die Mannschaft von Trainer Jens Hergt lief zweimal in gegnerische Konter. Sascha Schmetz (47.) und erneut Schiefner (53.) verliehen einer scheinbar vorentschiedenen Begegnung, die mit insgesamt nur zehn Strafminuten äußerst fair verlief, doch noch einmal eine spannende Schlussphase. In der behielt Neuwied kühlen Kopf. Und als Alexander Bill auf 4:6 erhöhte (57.), war die Entscheidung gefallen. Dritter Sieg im dritten Spiel. Diese 100-Prozent-Quote soll am Sonntag zu Hause weiterhin Bestand haben.
Neuwied: Köllejan (Fensel) – Schütz, Trimboli, D. Schlicht, Halfmann, Elzner, Neumann, Kopetzky – Fröhlich, Sting, Orr, Köbele, Felföldy, Leuschner, Reiner, S. Schlicht, Bill.
Grefrath: Nilges (Henning) – Markus, Krölls, Baum, Schwarte – Schroll, Lüdke, Holzki, Holstein, Bergmann, Schmetz, Nelleßen, Bisel, Schiefner.
Schiedsrichter: Dominic Borger.
Strafminuten: Grefrath: 4 – Neuwied: 6.
Tore: 0:1 Felix Köbele (Fröhlich, Schütz) 9‘, 1:1 Jerome Baum (Schroll, Bergmann) 14‘, 2:1 Sven Schiefner (Krölls, Holstein) 16‘, 2:2 Stephan Fröhlich (Köbele) 21‘, 2:3 Rylee Orr (Fröhlich, Köbele) 27‘, 2:4 Rylee Orr (Felföldy, Bill) 36‘, 2:5 Rylee Orr (Schütz) 38‘, 3:5 Sascha Schmetz (Schroll Bergmann) 47‘, 4:5 Sven Schiefner (Holstein) 53‘, 4:6 Alexander Bill (Fröhlich, Kopetzky) 57‘.