Bill kommt zurück in die Bärenhöhle

Alexander Bill ist wieder ein Bär, sein Whatsapp-Profilbild zeigt’s bereits. Da ist ein Zweikampf aus der Saison 2014/15 zu sehen, in dem Bill im blauen EHC-Dress einen Herner Spieler regelrecht an sich abprallen lässt. Solche Zweikämpfe gibt’s auch in der nächsten Runde wieder zu sehen. Bill is back – und freut sich, wie es im Interview deutlich wird.

Alexander Bill mit hartem Check gegen Kreuzmann ( Foto Neumann Fischkoppmedien)
Willkommen zurück in Neuwied, Alex. Wie entstand deine Entscheidung, wieder für den EHC zu spielen?
Alexander Bill: „Dazu muss ich zuerst einmal erwähnen, dass ich den EHC ursprunglich ja garnicht verlassen wollte. Vor der Saison 2015/16 wurde mir erst sehr spät mitgeteilt, dass ich nach fünf Jahren in Neuwied nicht mehr in das neue Konzept des Vereins passe. Daraufhin musste ich mir kurzfristig einen neuen Verein suchen, dessen Kaderplanung noch nicht abgeschlossen war. Ich folgte meinem Freund und ehemaligen Teamkollegen Andreas Wichterich nach Solingen. Allerdings war die Saison dort leider nicht sehr erfolgreich und gegen Ende hin verlor ich auch etwas die Motivation. Vor einigen Wochen habe ich dann aus Neuwied eine Anfrage bekommen, ob ich mir vorstellen könnte, wieder in Neuwied zu spielen. Zu dem Zeitpunkt stand ich auch in Kontakt mit dem Trainer der Ice Aliens aus Ratingen. Die vielen positiven Momente aus der Zeit in Neuwied und die Tatsache, dass ich den Großteil der Mannschaft bereits kenne, haben mir letztendlich die Entscheidung doch recht leicht gemacht, mich wieder für Neuwied zu entscheiden.“

Foto Daniela Billigmann
Du kennst auch die künftigen Neuwieder Gegner bereits aus der Vergangenheit. Wie schätzt du die neue sportliche Heimat der Bären ein?
Alexander Bill: „Nach den Eindrücken der vergangenen Saison kann ich nur sagen, dass die neue Regionalliga West nicht unattraktiv ist. Natürlich ist es nicht die Oberlig Nord, aber dennoch sehe ich da einige sehr gute Mannschaften wie etwa Hamm, Dortmund und natürlich dem letzjährigen Meister Ratingen. Aber auch einige vermeintliche Underdogs haben sich teilweise gut verstärkt. Ich denke da unseren Nachbarn aus Diez/LImburg. Die haben mit Verpflichtungen wie unter anderem dem ehemaligen DEL-Profi und Ex-Neuwieder Andrej Teljukin sehr gute Spieler zu sich gelotst. Nicht zu vergessen sind unsere ehemaligen Neuwieder Jungs wie Willi Hamann, Dennis Stroeks oder Andreas Wichterich. Das sind alles sehr gute Spieler, die besonders motiviert sein werden, uns als letztjährigen Oberligisten zu ärgern. Allerdings denke ich auch, dass wir uns mit unserem Kader vor niemandem verstecken brauchen. Auch wenn einige Leistungsträger den Verein verlassen haben, sehe ich uns sehr gut aufgestellt, um auch um die oberen Plätze mitspielen zu können. Ich werde jedenfalls alles dafür geben, das wir am Ende der Saison möglichst weit oben in der Tabelle stehen.“
Welche Erinnerungen hast du noch an deine Vergangenheit in Neuwied?
Alexander Bill: „Es gibt natürlich immer sowohl gute als auch schlechte Zeiten. Das Gute war, das selbst in schlechten Zeiten die Fans dem Team immer den Rücken gestärkt haben. Das sieht man besonders dann, wenn ein Verein und die Fans so Zusammenhalt beweisen, wie es jetzt in der schwierigen Zeit nach der Insolvenz der Fall war. Das finde ich beeindruckend und ist nicht selbstverständlich. Ich habe in den fünf Jahren fast durchweg nur gute Erinnerungen an Neuwied. Die Eishockey-verrückten Fans, meine ehemaligen und aktuellen Teamkollegen – es hat immer sehr viel Spaß gemacht, in Neuwied Eishockey zu spielen. Umso mehr freue ich mich, dass ich wieder die Möglichkeit habe das Trikot der Bären zu tragen.“
von René Weiss
Fotos: Neumann Fischkoppmedien, René Weiß , Daniela Billigmann