5:3 in Bad Nauheim: Den Sieg erarbeitet

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Philipp Felföldy (links) war es vorbehalten, nach nur 61 Sekunden das erste Neuwieder Saisontor zu erzielen. Rechts: Alexander Bill.  Foto: EHC Die Bären 2016

Dem EHC „Die Bären“ 2016 ist der Saisonauftakt in der Eishockey-Regionalliga West gelungen. Mit 5:3 (2:2; 1:1; 2:0) behauptete sich das Team von Jens Hergt bei der 1b-Mannschaft des EC Bad Nauheim und ließ sich nach dem Ertönen der Schlusssirene im Colonel-Knight-Stadion von gut 100 mitgereisten Fans lautstark feiern. Die Mannschaft hatte sich den tosenden Beifall mit einer engagierten Leistung über 60 Minuten hinweg verdient. „Wir wussten, dass es eine schwere Partie für uns wird“, sagte Trainer Hergt spätestens seit dem Samstagabend, als die DEL2-Reserve den Neusser EV mit 6:3 bezwungen hatte. „Es war Arbeitssieg, bei dem unsere Mannschaft starken Teamgeist und Willen gezeigt hat. Das noch ein paar individuelle Fehler passieren, ist in einem ersten Saisonspiel verständlich.“
1:0 nach 61 Sekunden, im ersten Powerplay der Saison direkt auf 2:0 erhöht – die Bären legten in der Wetterau eine Anfangsphase aufs Eis, wie sie sie sich nicht besser hätten wünschen können. Philipp Felföldys Blitzstart und Stephan Fröhlich in doppelter Überzahl (6.) bescherten dem EHC den perfekten Start. Aber wer gedacht hatte, die zweite Garnitur der Roten Teufel sollte einen Tag nach ihrem Sieg über den Neusser SV in eigener Halle ein blaues Wunder erleben und die Bären könnten leicht und locker einen Kantersieg herausschießen, sah sich getäuscht.
Nach einseitiger Anfangsphase steigerten sich die Kurstädter und zeigten, dass sie das Powerplay ebenfalls beherrschen. Verteidiger Alexander Baum, ein Mann mit DEL2-Erfahrung, erzielte mit einem Distanzschuss den Anschluss (12.) und Daniel Schindler verwertete einen Pass Tim Ansinks von hinter dem Tor 58 Sekunden vor der ersten Pausensirene zum Ausgleich. Die Neuwieder, die durch die Ausfälle von Marc Blumenhofen und Kevin Kopetzky mit nur drei Abwehr- und Sturmreihen aufliefen, waren in beiden Situationen auf der Strafbank vertreten.
Im ausgeglichenen, an Höhepunkte armen Mitteldrittel legten die Gäste erneut vor. Als Shane Heskins draußen saß, überwand Felix Köbele den ehemaligen Iserlohner DEL-Torhüter David-Lee Paton zum 2:3 (32.). Aber auch diese Führung hielt nicht lange. Dominik Kail bestrafte im Nachschuss eine Unachtsamkeit in der EHC-Verteidigungszone zum erneuten Gleichstand (35.).
Im Schlussdrittel, als sich im Bad Nauheimer Kurpark allmählich der Nebel über das Eis legte, behielten die Gäste den Durchblick und legten zum dritten Mal an diesem Abend die Führung vor. Felix Köbeles Nachschuss – zuvor war Stephan Fröhlich an Paton gescheitert – brachte dem EHC das 4:3 ein (47.). Und diesmal gaben die Deichstädter diesen Vorsprung nicht mehr her. Die Abwehr ließ kaum noch etwas anbrennen, und wenn es einmal gefährlich wurde, war Schlussmann Felix Köllejan zur Stelle. So in der 51. Minute, als er eine von nur noch wenigen ECBN-Gelegenheiten durch Alexander Baum vereitelte. Die Einheimischen gingen in der Schlussphase relativ früh volles Risiko und nahmen bereits gut zweieinhalb Minuten ihren Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, was Rylee Orr einen Schuss ins leere Gehäuse ermöglichte (59.). 5:3 für Neuwied, das vierte Tor durch einen Stürmer der Paradereihe und die Entscheidung.
Am kommenden Sonntag, 2. Oktober, bestreiten die Bären ab 19 Uhr ihr erstes Saison-Heimspiel im Icehouse. Mit den Eisbären aus Hamm kommt dann der Vizemeister der Vorsaison.

Bad Nauheim: Paton (Becker) – Baum, Ansink, Apel, Vermeersch, Seib, Etzel, Berk – Franz, Rost, Mörschel, Unger, Kail, Aaltonen, Behrens, Schindler, Prada, Haskins, Wichter.
Neuwied: Köllejan (Frensel) – Schütz, Trimboli, Elzner, D. Schlicht, Halfmann, Neumann – Fröhlich, Köbele, Orr, Leuschner, Felföldy, Bill, Reiner, S. Schlicht, Sting.
Strafminuten: 16:8.
Tore: 0:1 Philipp Felföldy (Köbele, Leuschner) 2‘, 0:2 Stephan Fröhlich (Trimboli, Orr) 6‘, 1:2 Alexander Baum (Prada, Vermeersch) 12‘, 2:2 Daniel Schindler (Ansink) 20‘, 2:3 Felix Köbele (Orr, Trimboli) 32‘, 3:3 Dominik Kail 33‘, 3:4 Felix Köbele (Fröhlich, Trimboli) 47‘, 3:5 Rylee Orr (Köbele) 58‘.