1,64 Meter voller Energie kehren zurück

April 2014. Ein 17-jähriger Wirbelwind besucht das Try-out-Training der Neuwieder Bären. Ein Spieler, der körperlich zu den Kleineren auf dem Eis gehört, dafür aber ein umso größeres Eishockey-Herz besitzt. Max Wasser kommt mit seiner unbekümmerten Spielweise direkt gut an, bei Manager Carsten Billigmann genauso wie bei den Fans. Zwei Jahre lang spielt der Angreifer in der Oberliga für den EHC, ehe aufgrund der Insolvenz die Wege auseinander gehen. Aber nur vorübergehend. Jetzt, gut vier Jahre nach seinem ersten Auftritt im Icehouse kehrt der gebürtige Mannheimer in die Deichstadt zurück und erklärt warum: „Ich kenne das Umfeld, die Leute, bei meinem Arbeitgeber Intersport Krumholz, wo ich schon meine Ausbildung absolvieren konnte, bekomme ich eine Stelle und ich weiß wie in Neuwied alles abläuft. Dieses Paket war für mich ausschlaggebend.“
Dieser Max Wasser ist ein Frühstarter. Träumen andere ein Leben lang vergebens davon, einmal Deutscher Meister zu werden, hatte er diesen Titel schon als Jugendlicher dreimal in seiner Vita stehen. 2010, 2011 und 2012 gehörter er in Mannheim zum besten Schüler-Team Deutschlands. Und mit nun 21 Lenzen schon 166 Oberliga-Einsätze angesammelt zu haben, ist auch nicht von Pappe. 2014/15 und 2015/16 beim EHC, anschließend jeweils eine Saison bei den Hannover Indians und am Timmendorfer Strand machen ihn zu dem Mann im EHC-Kader mit den meisten Drittliga-Einsätzen. „Das waren gute Erfahrungen mich in einem professionellen Umfeld wie in Hannover ins Team gekämpft zu haben und in Timmendorf, wo ich viel Eiszeit erhielt“, blickt Wasser zurück.
„Vor einer Woche haben wir gesagt, dass es im Angriff noch eine Schlüsselposition zu besetzen gilt. Das ist uns mit Max nun so gelungen, wie wir es uns gewünscht hatten“, freut sich Carsten Billigmann über Wassers Unterschrift, die bei einigen Vereinen heiß begehrt war. „Max ist nicht umsonst ein wahrer Publikumsliebling. Mit seiner Spielweise hat er sich in seinen ersten beiden Jahren bei uns einen festen Platz im Herzen der Fans gesichert. Und er wird wieder zeigen, warum das so ist.“
Als „einer, der die Drecksarbeit macht“ bezeichnete sich der Rückkehrer vor seinem ersten EHC-Intermezzo. Hat er seine Spielweise nun geändert? 20 Punkte in 44 Saisonspielen am Timmendorfer Strand zeigen zumindest, dass der 21-Jährige offensiv mit zunehmender Erfahrung noch eine Schippe draufgelegt hat. Wie viele Zähler es in der Regionalliga werden, ist schwierig zu sagen. „Ich habe in dieser Klasse noch nie gespielt. Das ist völliges Neuland für mich“, sagt Wasser. Aber eines verspricht er: „Meine Spielweise hat sich gegenüber der Vergangenheit nicht verändert. Das ist in mir drin, das bekomme ich auch so schnell nicht raus.“ Die Neuwieder Fans werden das gerne hören.